Pranayama und Naturheilkunde: Heilpflanzen in der Yoga-Therapie
Yoga ist weit mehr als eine Abfolge von Körperhaltungen. Wer tiefer in diese jahrtausendealte Tradition eintaucht, entdeckt ein umfassendes Heilsystem, das Atem, Bewegung und pflanzliche Medizin als gleichwertige Säulen begreift. Gerade im Bereich der Heilpflanzen in der Yoga-Therapie zeigt sich, wie nahtlos ayurvedisches Pflanzenwissen und westliche Naturheilkunde in moderne Praxisformen integriert werden können.
Pranayama kann eigenständig praktiziert werden. Heilpflanzen können – individuell passend und verantwortungsvoll eingesetzt – eine ergänzende Rolle spielen. Pranayama entfaltet eine besondere Wirktiefe im Zusammenspiel mit unterstützenden Substanzen aus der Natur. Adaptogene Wurzeln, harzige Balsame und antiinflammatorische Blüten begleiten diese Praxis seit Jahrhunderten. Für Praktizierende, die ihre Yoga-Therapie ganzheitlicher gestalten möchten, lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Pflanzen welche Atemräume öffnen und welche Synergien zwischen Pranayama und botanischer Heilkunde entstehen können.
TL;DR -- Das Wichtigste in Kürze
- Pranayama und Pflanzenheilkunde
Atemübungen und Heilpflanzen werden im Artikel als zwei sich ergänzende Wege verstanden: Pranayama reguliert Atem, Nervensystem und Aufmerksamkeit, während Pflanzen die körperliche Voraussetzung für tiefere Atemräume unterstützen können. Im Zentrum steht ein ganzheitlicher Blick, der Yoga nicht nur als Übungssystem, sondern als therapeutische Praxis betrachtet. - Ayurveda als Brücke
Im Ayurveda sind Prana, Konstitution und Pflanzenwirkung eng miteinander verbunden. Heilpflanzen gelten nicht bloß als „Zusatz“, sondern als Mittel, um Kanäle zu öffnen, Gewebe zu nähren und die Wirkung der Atemübungen zu vertiefen. - Adaptogene für Stressresilienz
Ashwagandha, Tulsi und Rhodiola stehen für Pflanzen, die den Organismus bei Stress stabilisieren sollen. Besonders bei beruhigenden Atemtechniken wie Nadi Shodhana, verlängertem Ausatmen oder Yoga Nidra können solche Pflanzen die Entspannungsfähigkeit unterstützen. - Atemwege vorbereiten
Ingwer, Thymian und Eukalyptus werden als Pflanzen beschrieben, die Schleim lösen, Atemwege öffnen und das freie Atmen erleichtern können. Sie passen besonders zu Pranayama-Formen, bei denen ein gleichmäßiger, tiefer Atemfluss entscheidend ist. - Entzündungshemmende Begleitung
Kurkuma, Honig und Lavendel stehen im Artikel für eine entzündungshemmende und beruhigende Unterstützung. Dabei geht es vor allem um Schleimhäute, vegetative Balance, Darm-Gehirn-Achse und die Fähigkeit des Körpers, in einen regulierten Zustand zurückzufinden. - Individuelle Anwendung statt Kräuter-Mix
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Heilpflanzen gleichzeitig einzusetzen. Sinnvoller ist eine gezielte Auswahl nach Konstitution, Beschwerdebild und Atemschwerpunkt – etwa Ingwer für aktivierende Praxis oder Lavendel und Tulsi für beruhigende Sequenzen. - Yoga-Therapie als Selbstregulation
Der eigentliche Nutzen liegt in der Verbindung von bewusstem Atem, rhythmischer Praxis und passender pflanzlicher Unterstützung. So entsteht ein alltagstauglicher Weg, der Resilienz, Atemqualität und innere Regulation schrittweise stärken kann.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Die Verbindung von Atem und Pflanzenheilkunde
In der klassischen indischen Medizin war die Grenze zwischen Yoga und Ayurveda über lange Zeit nie eine scharfe. Beide Systeme teilen das Konzept des Prana, jener Lebensenergie, die durch den Atem in den Körper strömt und durch gezielte Übungen gelenkt werden kann. Pflanzliche Heilmittel galten dabei nicht als Konkurrenz zur Atempraxis, sondern als ihr natürlicher Begleiter. Sie bereiteten den Körper vor, öffneten Kanäle und vertieften die Wirkung von Pranayama-Techniken wie Nadi Shodhana oder Kapalabhati.
Prana und die botanische Dimension
Aus ayurvedischer Sicht besitzen auch Pflanzen Prana. Frische, sorgfältig kultivierte Heilkräuter gelten als besonders pranareich und daher als ideale Unterstützer der Atempraxis. Diese Perspektive erklärt, warum klassische Yoga-Texte pflanzliche Präparationen, sogenannte Rasayanas, als Teil einer vollständigen Sadhana beschreiben. Die Einnahme bestimmter Substanzen vor oder nach der Praxis ist in alten Texten kein Zugeständnis an körperliche Schwäche, sondern ein Ausdruck von Klugheit im Umgang mit dem eigenen System.
Westliche Naturheilkunde trifft östliche Atempraxis
In der zeitgenössischen Yoga-Therapie fließen westliche phytotherapeutische Ansätze zunehmend in diese Tradition ein. Therapeutinnen und Therapeuten, die mit schulmedizinisch kaum fassbaren Beschwerden wie chronischer Erschöpfung, Atemreizungen oder vagaler Dysregulation arbeiten, greifen gerne auf Heilpflanzen zurück, die in beiden Systemen eine Rolle spielen. Ingwer, Lavendel, Thymian und Echinacea sind Pflanzen, die sowohl in europäischen Kräuterapotheken als auch in ayurvedischen Formulierungen auftauchen und deren Wirkprofil gut dokumentiert ist.
Welche Unterstützung suchst du für deine Atem-Praxis?

Adaptogene als Rückgrat der Yoga-Therapie
Kein Thema ist im Kontext von Heilpflanzen und Yoga in den vergangenen Jahren so intensiv diskutiert worden wie das der Adaptogene. Diese Pflanzenklasse, zu der unter anderem Ashwagandha, Rhodiola und Tulsi gehören, werden traditionell eingesetzt, um den Organismus in Stressphasen zu unterstützen, und schafft damit eine physiologische Grundlage, auf der Pranayama besonders effektiv wirken kann. Für einzelne Pflanzen gibt es Hinweise auf Effekte auf Stressparameter, die Wirkung ist jedoch individuell verschieden.
Ashwagandha und die Tiefenentspannung
Withania somnifera, im deutschsprachigen Raum als Schlafbeere oder Ashwagandha bekannt, gilt seit über dreitausend Jahren als zentrales Rasayana des Ayurveda. Zu Ashwagandha gibt es Studienhinweise auf mögliche Effekte bei Stress und Entspannung. Die Einnahme sollte jedoch sorgfältig geprüft werden, besonders bei Schwangerschaft, Stillzeit, Leberproblemen, Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen. Ein ruhiges Nervensystem ist eine gute Grundlage für regeneratives Pranayama. Wer regelmäßig mit Yoga Nidra oder verlängerten Ausatemübungen arbeitet, sollte einmal prüfen, ob die Qualität der Entspannung mit Ashwagandha-Unterstützung merklich zunimmt.
Tulsi: das heilige Basilikum im Atemraum
Ocimum tenuiflorum, auch als Tulsi oder Heiliges Basilikum bezeichnet, ist in Indien eine der verehrtesten Heilpflanzen überhaupt. Tulsi wird traditionell bei Stress und Atemwegsbeschwerden verwendet; mögliche unterstützende Effekte auf Atemwege und Stressresilienz werden wissenschaftlich untersucht.
Tulsi-Tee, morgens vor der Praxis getrunken, wird in vielen traditionellen Ashrams als selbstverständliche Vorbereitung auf Pranayama angesehen. Tulsi-Tee kann von manchen Menschen als wohltuend für den Atemraum empfunden werden. Zumeist ohne das Nervensystem zu stimulieren.

Atemwegsöffnende Heilpflanzen im Detail
Für viele Praktizierende ist die körperliche Öffnung der Atemwege der entscheidende Engpass in der Pranayama-Praxis. Chronische Schleimhautreizungen, leichte Erkältungsneigungen oder eine konstitutionell erhöhte Schleimproduktion können tiefes Einatmen erschweren. Hier bietet die Pflanzenheilkunde konkrete und gut verträgliche Lösungen.
Ingwer, Thymian und Eukalyptus
Ingwer wirkt durch seine Gingerole und Shogaole sekretolytisch und entzündungshemmend zugleich. Ein frischer wamer Ingwertee mit Zitronensaft, eine Stunde vor der Morgenpraxis eingenommen, kann als wärmend und schleimlösend empfunden werden und das freie Atmen subjektiv erleichtern.
Thymian wird traditionell bei Husten und verschleimten Atemwegen eingesetzt; seine Inhaltsstoffe werden unter anderem wegen antimikrobieller und krampflösender Eigenschaften untersucht.
Eukalyptusöl kann als Duft oder Inhalation von Erwachsenen als befreiend empfunden werden. Es sollte vorsichtig dosiert, nicht unverdünnt angewendet und bei Kindern, Asthma, Anfallsneigung oder Unsicherheit nur nach fachlicher Rücksprache genutzt werden. Eukalyptusöl ergänzt Techniken wie Bhramari oder Ujjayi auf wohltuende Weise.
Honig als klassisches Atemwegsmittel
Roher Honig zählt in vielen Kulturen zu den ältesten Atemwegsheilmitteln überhaupt. Im ayurvedischen Kontext gilt er als Trägersubstanz, Anupana, die andere Heilstoffe tiefer in die Gewebe führt. In der modernen Naturheilkunde ist besonders die antimikrobielle Wirkung hochkonzentrierter Honigqualitäten dokumentiert. So wird beispielsweise bei Schleimhautreizungen, die eine gleichmäßige Atemführung erschweren, gerne auf Manuka Honig aus Neuseeland zurückgegriffen, dessen Methylglyoxalgehalt besonders gut untersucht ist. Ein kleiner Löffel Honig kann bei manchen Menschen Hals und Rachen vorübergehend als beruhigend erscheinen lassen. Bei Schleimhautreizungen, Atemnot oder anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache natürlich immer medizinisch abgeklärt werden.
Antiinflammatorische Pflanzen und ihre Wirkung auf das Nervensystem
Chronische Belastungen, Entzündungsprozesse, Stress und vegetative Dysregulation können sich auf Atmung und Entspannungsfähigkeit auswirken. Der Zusammenhang ist komplex und individuell unterschiedlich. Die Yoga-Therapie hat dieses Thema aufgegriffen und verbindet zunehmend antiinflammatorische Ernährungsansätze mit pranayamabasierten Interventionen.
Kurkuma und die viszeromentale Achse
Kurkuma gehört zu den intensiv untersuchten Pflanzen im Bereich entzündungsbezogener Prozesse. Curcumin wird in der Forschung unter anderem im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen untersucht. (Hochdosierte Präparate sollten jedoch nicht unkritisch eingenommen werden, insbesondere bei Leberproblemen, Medikamenteneinnahme oder Schwangerschaft.) Für die Yoga-Therapie ist besonders der Zusammenhang mit der Darm-Gehirn-Achse relevant, da ein gesunder Vagustonus, der für tiefes Pranayama förderlich ist, maßgeblich von der Darmgesundheit abhängt. Kurkuma in Kombination mit schwarzem Pfeffer und einem gesunden Fett, klassisch als goldene Milch zubereitet, ist eine einfache, gut verträgliche Ergänzung zur täglichen Praxis.
Lavendel und die parasympathische Balance
Lavendelduft kann bei manchen Menschen beruhigend wirken und wird häufig zur Entspannung eingesetzt. (Bei empfindlichen Atemwegen, Kopfschmerz-Neigung oder Unverträglichkeit sollte darauf verzichtet werden.) In der Yoga-Therapie wird Lavendelöl häufig in Entspannungssequenzen eingesetzt, bei Yoga Nidra, in der Shavasana-Phase oder als Raumdüftung während langer Atemmeditationen. Einige Studien untersuchen Lavendelduft im Zusammenhang mit vegetativer Regulation und Herzratenvariabilität.

Heilpflanzen in der Yoga-Therapie praktisch anwenden
Das Wissen um Heilpflanzen in der Yoga-Therapie entfaltet seinen vollen Wert erst in der konkreten Praxis. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Pflanzen gleichzeitig einzusetzen, sondern behutsam zu beobachten, welche Kombination zur eigenen Konstitution und zur aktuellen Lebenssituation passt.
Ein sinnvoller Einstieg ist die Auswahl einer einzigen pflanzlichen Unterstützung, die zum persönlichen Pranayama-Schwerpunkt passt. Bei aktivierenden Atemtechniken wie Kapalabhati wählen manche Praktizierende wärmende Begleiter wie Ingwer oder Rosmarin. Wer mit Nadi Shodhana oder Anulom Vilom die Nervenberuhigung kultiviert, wird mit Ashwagandha, Tulsi oder Lavendel bessere Erfahrungen machen.
Wichtig ist außerdem die Zeitplanung. Adaptogene werden meist nicht als Akutmittel verstanden, sondern – falls sie überhaupt passend sind – eher über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt. Dauer, Dosierung und Eignung sollten individuell und bei Unsicherheit fachlich geklärt werden. Ätherische Öle und Tees können hingegen kurzfristig eingesetzt werden.
Die Verbindung aus bewusster Atempraxis und gezielter Pflanzenwahl kann einen unterstützenden Rahmen schaffen, um Resilienz und Selbstregulation behutsam zu fördern. Genau darin liegt das eigentliche Versprechen der Heilpflanzen in der Yoga-Therapie: nicht als Ergänzung von außen, sondern als Vertiefung eines Weges, der schon immer ganzheitlich gemeint war.
Allgemeiner Sicherheitshinweis
Wichtiger Hinweis: Die hier beschriebenen Heilpflanzen, Anwendungen und Atemübungen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Auch natürliche Mittel können Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit Medikamenten oder unerwünschte Reaktionen auslösen. Besondere Vorsicht gilt bei Schwangerschaft und Stillzeit, chronischen Erkrankungen, Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischen Erkrankungen, Leber- oder Nierenproblemen sowie bei der Einnahme von Medikamenten.
Ätherische Öle sollten nicht unverdünnt angewendet und nicht ohne fachliche Begleitung innerlich eingenommen werden. Intensive Atemtechniken wie Kapalabhati, längere Atempausen oder sehr kraftvolles Pranayama sind nicht für jede Person geeignet. Bei Beschwerden, Unsicherheit oder bestehenden Erkrankungen sollte vor der Anwendung ärztlicher Rat oder die Beratung durch qualifizierte Therapeut:innen eingeholt werden. Bei akuten Atemnotzuständen, starken allergischen Reaktionen, Brustschmerzen oder deutlicher Verschlechterung der Symptome ist medizinische Hilfe erforderlich.

Ergänzung oder Frage von dir
Gibt es eine Frage zum Beitrag, etwas zu ergänzen oder vielleicht sogar zu korrigieren?
Fehlt etwas im Beitrag? Kannst du etwas beisteuern? Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet. Vielen Dank!

Im Zusammenhang interessant
FunFacts zum Thema
- Ashwagandha heißt nicht zufällig „Geruch des Pferdes“
Der Sanskrit-Name wird oft mit dem kräftigen, pferdeartigen Geruch der Wurzel und symbolisch mit Stärke verbunden. Moderne Übersichtsarbeiten sehen Hinweise auf stress- und angstlindernde Effekte, betonen aber auch, dass die Langzeitsicherheit noch nicht abschließend geklärt ist. - Tulsi wird im Ayurveda als „Elixier des Lebens“ bezeichnet
Das ist poetisch, aber nicht nur Folklore: In klinischen und präklinischen Arbeiten wird Tulsi unter anderem mit adaptogenen, antioxidativen, antiinflammatorischen und anti-asthmatischen Eigenschaften beschrieben. - Thymian riecht nach Küche, arbeitet aber wie eine kleine Bronchial-Werkstatt
Die EMA beschreibt Thymiankraut als pflanzliches Arzneimittel bei produktivem Husten; wichtige Inhaltsstoffe des ätherischen Öls sind Thymol und Carvacrol. Dass ein klassisches Küchenkraut zugleich ein Atemwegshelfer ist, macht Thymian für Pranayama-Themen besonders dankbar. - Eukalyptus ist kräftig – manchmal zu kräftig
Eukalyptusöl wird traditionell bei Erkältungsbeschwerden der Atemwege eingesetzt, doch cineolhaltige Präparate sind für sehr kleine Kinder problematisch: Die EMA nennt für Kinder unter 30 Monaten ein Risiko durch cineolhaltige ätherische Öle. Für Erwachsene heißt das: sinnvoll dosieren, nicht heroisch inhalieren. - Manuka-Honig verdankt seinen Ruhm nicht nur Bienenromantik
Seine antibakterielle Aktivität hängt wesentlich mit Methylglyoxal zusammen; der UMF-Wert korreliert unter anderem mit Methylglyoxal und weiteren Markern. Gerade deshalb ist echter Manuka-Honig eher ein geprüfter Spezialhonig als ein beliebiges Wellness-Souvenir. - Lavendel kann kurzfristig messbar auf das vegetative Nervensystem wirken
In einer Studie zeigte Lavendelinhalation kurzfristige Effekte auf die Herzratenvariabilität mit stärkerer parasympathischer Modulation. Interessant ist die Einschränkung: Langfristig war dieser HRV-Effekt nicht eindeutig nachweisbar – Lavendel ist also kein Zauberstab, eher ein guter Türöffner. - Kurkuma ist biochemisch spannender als sein Ruf als „goldenes Gewürz“
Curcumin beeinflusst mehrere Entzündungssignalwege, darunter NF-κB, MAPK und JAK/STAT. Für die Praxis bleibt wichtig: Curcumin ist nicht automatisch gut verfügbar; Zubereitung und Kombination, etwa mit Fett und Piperin, spielen eine große Rolle. - Langsames Atmen ist kein Wellness-Klischee, sondern messbare Physiologie
Studien zu Pranayama und langsamem Atmen zeigen Effekte auf die Herzratenvariabilität, die häufig als Marker parasympathischer Regulation verwendet wird. Damit bekommt die alte Idee, über den Atem das Nervensystem zu beeinflussen, eine moderne physiologische Sprache. - Honig ist kein inneres Antibiotikum im Glas
Honig zeigt antimikrobielle Eigenschaften, doch die medizinische Evidenz ist besonders stark im Bereich Wundversorgung und äußerlicher Anwendung. Für Hals und Atemwege kann er wohltuend sein, sollte aber nicht als Ersatz für notwendige medizinische Behandlung verstanden werden.
Quellen gebündelt
- PubMed / Elsevier: Effects of Ashwagandha on stress and anxiety, systematische Übersicht, 2024.
- PMC: Effects of Withania somnifera on Cortisol Levels in Stressed Human Subjects, systematische Übersicht, 2023.
- PMC: Randomized controlled trial zu Ocimum tenuiflorum / Tulsi, 2022.
- EMA: Assessment report zu Thymus vulgaris / Thymian, europäische Arzneipflanzenbewertung.
- EMA: Community herbal monograph zu Eucalyptus globulus, europäische Arzneipflanzenmonographie.
- PMC: Antibacterial activity of Manuka honey and its components, 2018.
- PMC: Anti-inflammatory effects of curcumin, 2021.
- PMC: Lavender aromatherapy and autonomic nervous system / HRV, 2011.
- PMC: Yoga and heart rate variability, umfassende Übersicht, 2016.
- PMC: Pranayama and heart rate variability, 2021.
- PubMed: Voluntary slow breathing and heart rate variability, systematische Übersicht und Metaanalyse, 2022.
Weiterlesen
- Warum durch die Nase atmen?
- Yoga - wie atmen? Die Vorgaben der alten Schriften
- Yoga Sutra zum Pranayama (II-49)
- Der Start: Atembeobachtung
- Anleitung Nadi Shodana (für Anfänger geeignet)
- Anleitung Kapalabhati (für Anfänger geeignet)
- Anleitung Ujjayi (für Anfänger geeignet)
- Forenbeiträge zu Pranayama
➔ Mehr in der Kategorie "Pranayama"
Weitere Pranayama-Higlights
Buteyko Methode: Beschreibung, Atemtechnik-Übungen für Anfänger, Erfahrungen
Die Buteyko Methode lernen: Anleitung, Übungen und Erfahrungen
Dr. Konstantin Buteyko entwickelte im 20. Jahrhundert in der damaligen Sowjetunion eine Therapie, die über eine Verringerung des Atemvolumens darauf abzielt, wieder zu einem natürlichen Atemvolumen zurückzukehren. Zunächst entwickelte er seine Methode vor allem für Asthmatiker. Später erweiterte er seine Sichtweise aufgrund zunehmender Erkenntnisse sogar dahingehend, dass alle Menschen von einer verlangsamten Atmung profitieren würden.
Diese Seite bietet dir einen gründlichen und neutralen Einstieg in die Buteyko-Methode – ein Atemtraining, das seit Jahrzehnten Menschen mit Atembeschwerden begleitet und zugleich kontrovers diskutiert wird. Du erhältst eine klare Orientierung über Herkunft, Theorie, praktische Übungen und Grenzen der Methode, ohne sie als Allheilmittel zu verkaufen.
► Beschreibung der Buteyko-Methode ► Schritt-für-Schritt Anleitung ► Übungen ►CP-Wert ►Ernährung ►notwendige Bewegung ► Buteyko für Sport und Yoga
Hier weiterlesen: Buteyko Methode: Beschreibung, Atemtechnik-Übungen für Anfänger, Erfahrungen
Wie soll man gemäß der Yogalehre atmen? Das Geheimnis liegt in der Verfeinerung
Bei den indianischen Naturvölkern gibt es eine alte Weisheit:
"Der Atem ist das Pferd, der Geist ist der Reiter."
Man sieht: Nicht nur in der Yoga-Lehre spielt der Atem eine besondere Rolle. Doch Yogis haben früh erkannt, dass die Arbeit am und mit dem Atem besondere Effekte bewirkt, die den Yoga-Weg fördern und begünstigen. Auch im Alltag macht sich eine "Verbesserung" des Atmens vielfältig bemerkbar.
Doch was ist eine "Verbesserung" des Atmens gemäß der Yogalehre? Wie atme ich während der Yoga-Übungen und in meinem restlichen Leben richtig?
Wir folgen im Artikel den Aussagen und Empfehlungen der Yoga-Weisen – vom Yogasutra bis zur Buteyko-Methode. Der Text erklärt dir, wie bewusste Atmung im Yoga funktioniert, welche Bedeutung sie in der Praxis und im Alltag hat und was klassische Lehren und moderne Atemmethoden dazu sagen.
Hier weiterlesen: Yoga: Wie atmen
Warum durch die Nase atmen? Vorteile, Hintergründe und praktische Tipps
Manchmal zeigt sich die Bedeutung eines ganz einfachen Vorgangs erst, wenn man ihn bewusst betrachtet. Die Art, wie du atmest, gehört zu diesen unscheinbaren Stellschrauben: kaum beachtet, aber eng verwoben mit Gesundheit, Leistungsfähigkeit und deinem Erleben von Ruhe. Auch in Yogaschriften wird das Atmen durch die Nase empfohlen. Und zwar (fast) zu jeder Zeit. Auch wenn es einmal ein wenig anstrengender wird.
Dieser Artikel beleuchtet die Nasenatmung aus verschiedenen Blickwinkeln – anatomisch, physiologisch, praktisch. Du findest darin auch viele Tipps, wie du dir das Atmen durch die Nase erleichterst.
Hier weiterlesen: Warum durch die Nase atmen?
Nadi Shodhana Anleitung: Wechselatmung richtig üben
Nadi Shodhana Anleitung: Wechselatmung richtig üben
Nadi Shodhana, die yogische Wechselatmung, wirkt auf den ersten Blick unspektakulär: ein Nasenloch schließen, einatmen, wechseln, ausatmen. Doch gerade in dieser Schlichtheit liegt ihre Stärke. Die Übung verbindet Atemtechnik, Konzentration und Selbstregulation zu einer Praxis, die ohne große äußere Mittel auskommt und dennoch präzise ausgeführt werden will. Dieser Artikel erklärt, wie Nadi Shodhana korrekt geübt wird, welche Vorteile möglich sind, wann Vorsicht geboten ist, welche Varianten es gibt und wo die Technik in klassischen Yogaschriften erwähnt wird.
Hier weiterlesen: Nadi Shodhana Anleitung: Wechselatmung richtig üben
Yoga Atmung zum Einschlafen: So funktioniert die 4-7-8 Methode
Yoga Atmung zum Einschlafen: So funktioniert die 4-7-8 Methode
Pranayama kann deine Lebensgeister wecken oder dir ein sanftes Gleiten in den Schlaf bescheren. Andrew Weil, Schlafexperte der Universität Arizona, hat eine Einschlaf-Atemtechnik entwickelt, die dich in kurzer Zeit einschlafen lässt. Er nennt sie 4-7-8-Methode. Dies ist eine einfache Atemtechnik, die gezielt das Nervensystem beruhigt und beim Einschlafen hilft. Sie wird gerne als „natürliches Beruhigungsmittel“ beschrieben.
Hier weiterlesen: Yoga Atmung zum Einschlafen: So funktioniert die 4-7-8 Methode

