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Buteyko-Atmung – Buch

Rezension: Buteyko-Atmung – Buch von Ralph Skuban

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts entwickelte der russische Arzt Dr. Konstantin Pavlovitsch Buteyko eine Methode zur Verringerung eines ungesund erhöhten Atemvolumens entwickelt, der er viele gesundheitliche Vorteile bescheinigte. Rund 70 Jahre später hat Ralph Skuban – in der Yogaszene Deutschlands bestens etabliert – ein Buch über das Erlernen der Buteyko-Atmung verfasst.

Zur Freude derer, die an der Buteyko-Methode interessiert sind, kann gesagt werden: Inhalt und Buchqualität werden einem hohen Anspruch gerecht.

„Sie sollen sanft atmen, sanft.“

Dr. Konstatin P. Buteyko (1923-2003)

Punkt 1

1. Die Intention zum Schreiben des Buches / über den Autor

Ralph Skuban ist in Yoga-Kreisen kein Unbekannter. Ich zitiere hier auf Yoga-Welten.de regelmäßig aus seinen Büchern „Patanjalis Yogasutra: Der Königsweg zu einem weisen Leben“ sowie „Pranayama: Die heilsame Kraft des Atems“. Ursprünglich ist Ralph Skuban promovierter Politikwissenschaftler, der über 20 Jahre lang eine Einrichtung für Demenzkranke leitete. Die Begegnungen mit Zerfall und Tod führten ihn zunächst zur Philosophie des Yoga und irgendwann auch zur Atem-Methode von Buteyko.

R. Skuban schreibt, ihm ist bei der Beschäftigung mit der Atmung klar geworden:

„Verbessert sich die Atmung, so verbessert sich alles im Leben“

1.1. Warum gerade Buteyko?

Ralph Skuban hatte wie erwähnt bereits ein vielbeachtetes Buch über Pranayama geschrieben. Die Buteyko-Methode kam erst danach in sein Leben. Schnell stellte er bei sich und seinen Schülern Erfolge durch das Üben einer reduzierten Atmung fest.

Darum war es ihm ein Herzensanliegen, ein Buch über das Erlernen der Buteyko-Atmung zu schreiben. Der Autor ist der festen Überzeugung: Wenn wir dem Atem unsere Aufmerksamkeit schenken und ihn auf natürliche Weise „normalisieren“, finden wir Kraft und Energie, „können wir uns von belastenden chronischen Krankheiten befreien“ oder – wenn uns keine Krankheit belastet – einfach leistungsfähiger werden.

Über Dr. Konstantin Buteyko

Konstantin Buteyko

Der Erfinder: Konstantin Buteyko

Dr. Konstantin Pavlovitsch Buteyko lebte von 1923 bis zum Jahre 2003 und war ein ukrainischer bzw. russischer Mediziner. Er forschte zu den Atem-Empfehlungen der alten Yoga-Schriften und war von den Erfolgen des Yoga-Atmens fasziniert. Als grundlegende Ursache für viele moderne Beschwerden wie Asthma, Allergien und Bluthochdruck vermutete bzw. erkannte er chronisches Zu-Schnell-Atmen (Hyperventilieren).

Aus seinen Untersuchungen und Beobachtungen an Patienten zog er den Schluss, dass eine verstärkte Atmung über einen längeren Zeitraum (chronische Hyperventilation oder Überatmung) den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringt. Dies läge vor allem an dem durch das "Überatmen" verursachten Verlust des Kohlendioxids im Blut.

Je geringer der Anteil des Kohlendioxyds im Blut wird, desto schlechter trennt sich der Sauerstoff von seinem Träger, dem Hämoglobin. Hierdurch steht den Zellen letztlich weniger Sauerstoff zur Verfügung (der sogenannte »Bohr-Effekt«). 

Buteyko sieht die reduzierte Atmung als ein (wenn nicht das) Kern-Element des Hatha-Yogas zur Verwirklichung der geistigen Yoga-Ziele. Zudem werde der Mensch durch seine Atem-Methode gesünder, glücklicher und ausgeglichener.

Punkt 2 

2. Der Aufbau des Buches zur Buteyko-Atmung

2.1. Teil 1 „Es war einmal der gesunde Atem“

Hier gibt Skuban einen ausführlichen Einstieg in die Atemlehre und zur Einordnung einer Atmung in gut (der Gesundheit förderlich) oder schlecht (krank machend). Er schildert, wie und warum wir die natürliche Atmung verloren haben, warum wir heutzutage viel eher auf ein ausgewogenes CO2-Level achten sollten, denn auf ausreichend Sauerstoff (davon ist genug da) und warum alles mit einer permanenten Nasenatmung beginnt.

Hierauf aufbauend erläutert Skuban, wie wir unser eigenes Atemmuster analysieren können und wie wir zur natürlichen Zwerchfellatmung zurückfinden.

2.2. Teil 2 „Die Entdeckung einer Epidemie“

Dieser Teil des Buches holt etwas weiter aus und schildert die Theorie der Atmung, zeigt Charakteristika einer dysfunktionalen Atmung auf, widmet sich dem Problem der Überatmung und schließt mit einer Beschreibung des „Controllers“ in unserem Gehirn. Dieser steuert unsere Atmung und ist letztendlich für die Impulse für die Ein- und Ausatmung verantwortlich.

Je nach Schätzung atmen bis zu 90 % der Bevölkerung auf ungesunde Weise.

2.3. Teil 3 „Zurück zum natürlichen Atem“

Dies ist der Haupt-Praxisteil des Buches. Skuban schildert aufeinander aufbauende Methoden zur Normalisierung (sprich: Verlangsamung) des Atems. Er geht dabei schrittweise und sehr sanft vor. Die geschilderten Übungen sind meines Erachtens für niemanden gefährlich und können von jedermann mit „normaler“ Gesundheit durchgeführt werden.

Ergänzend finden sich neben den Übungen die CP-Werte (siehe Artikel Buteyko-Methode), ab denen die Atemtechniken bedenkenlos geübt werden können. Ralph Skuban bietet ein breites Spektrum an Übungen, von der ersten Anfängerübung (Atembeobachtung als erster Schritt in Richtung Atemnormalisierung) bis hin zu längeren Atempausen bei körperlicher Betätigung.

2.4. Die restlichen Kapitel: „Über Buteyko hinaus“

Die restlichen 85 Seiten (von insgesamt 260 inklusive der Anmerkungen) widmet sich Ralph Skuban einer Reihe von Themen, die nicht direkt mit der Buteyko-Methode zu tun haben bzw. darüber hinaus gehen. Dies sind:

  • Langsames Atmen enhanced
  • Atemgesundheit für Kinder
  • Reduziert Atmen beim Sport
  • Reduziert Atmen beim Yoga
  • Kurzbiographie von Buteyko
  • Atemtagebuch
  • Buteyko-Liste chronischer Erkrankungen, die von der Buteyko-Atmung profitieren sollen
    (teilweise sehr interessant zu lesende) Anmerkungen

 Punkt 3

3. Die fünf Prinzipien einer gesunden Atmung gemäß R. Skuban

  1. Nase
    Wir atmen immer durch die Nase, nur nicht bei sportlichen Höchstbelastungen. Hierbei kann kurz durch den Mund geatmet werden – oder die Belastung wird auf ein „nasentaugliches“ Niveau reduziert.
  2. Nach unten: Zwerchfell-Atmung
    Die Atmung geschieht mit dem Zwerchfell in den Bauch, die Brust kommt nur bei hoher Belastung hinzu.
  3. Langsam und fließend
    Der Atem geschieht in einem langsamen Rhythmus, wobei die Ausatmung gerne etwas länger ausfällt und von einer natürlichen Pause gefolgt wird.
  4. Loslassen
    Die Ausatmung ist ein Geschehen-Lassen, geschieht passiv.
  5. Leise
    Wer leise atmet, atmet sanft.

Punkt 4

skuban buteyko innen 1000Die Gestaltung des Buches ist hochwertig

4. Zusammenfassung Buchkritik

Meiner Einschätzung nach hat Ralph Skuban einen hochwertigen und gleichzeitig verständlichen Ratgeber zur Buteyko-Methode, deren Grundannahmen, der Theorie und den zugehörigen Übungen geschrieben. Wer die Buteyko-Methode verstehen und erste Schritte darin gehen möchte, dem sei dieses Buch nachdrücklich ans Herz gelegt.

Auch die gesamte Buchausstattung ist mit Liebe gemacht – dadurch liest sich der Text einfach angenehmer und flüssiger.

Ein Kritikpunkt: Meiner persönlichen Meinung nach kommen die Bereiche Sport, Bewegung und sonstige Alltagstipps zur Erhöhung des CP-Wertes zu kurz. Beispiele: Konstantin Buteyko hat als eine der wichtigsten Maßnahmen seine Patienten mehrere Stunden am Tag spazieren gehen lassen, weil körperliche Betätigung bzw. der Mangel daran einen hohen Einfluss auf die Atmung haben. Oder: Wer sich am Abend kurz vor dem Schlafengehen eine Tüte Chips genehmigt, wird morgens trotz zugeklebtem Mund kaum einen anständigen CP-Wert erreichen. Zu diesen Punkten kann ich darum als Ergänzung das Buteyko-Buch von Volker Schmitz empfehlen.

Die Buteyko-Methode von R. Skuban: Wie hat dir das Buch gefallen?

 

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Punkt 5

5. Video: Der Autor über „richtiges“ Atmen

Länge: 70 Minuten

Punkt 6

6. Bibliographische Angaben / Buch kaufen

skuban cover buteyko smallRalph Skuban
Die Buteyko-Methode
Wie wir unsere Atmung verbessern für mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alltag, Beruf, Yoga und Sport
ISBN: 978-3-86191-120-3
240 Seiten
Preis: 22,95 €

bei Amazon kaufen

Verlagsseite des Buches mit Leseprobe

Punkt 7

7. Weiterlesen

Tief atmen ist selten gesund und meistens schädlich

Tief atmen ist selten gesund und meistens schädlich

Ramananda schreibt:

Viele Menschen sagen: »Atme ich einige Male tief und energisch ein, dann wird mir schwindlig« – das klarste Zeichen dafür, daß Tiefatmen nicht gesund sein kann. Besonders das allseits gepriesene tiefe Atmen im Verbund mit gewissen Bewegungen wie dem Heben der Arme usw. ist als unnatürlicher, gekünstelter Vorgang abzulehnen. Fehlatmungen können durch Tiefatmen nicht korrigiert werden; im Gegenteil, dadurch wird alles noch schlimmer.

Buteyko Methode

Frau übt die Buteyko Methode

Die Buteyko Methode lernen: Anleitung, Übungen und Hintergrund

Dr. Konstantin Buteyko entwickelte im 20. Jahrhundert in der damaligen Sowjetunion eine Therapie, die über eine Verringerung des Atemvolumens darauf abzielt, wieder zu einem natürlichen Atemvolumen zurückzukehren. Zunächst entwickelte er seine Methode vor allem für Asthmatiker. Später erweiterte er seine Sichtweise aufgrund zunehmender Erkenntnisse sogar dahingehend, dass alle Menschen von einer verlangsamten Atmung profitieren würden.

Im folgenden findest du die Buteyko-Methode beschrieben ► Schritt-für-Schritt Anleitung ► Übungen ►CP-Wert ►Ernährung ►notwendige Bewegung ► Buteyko für Sport und Yoga

Das Buch "Yoga – die Geheimnisse liegen in der reduzierten Atmung" | Inhalt und Rezension

yoga buch geheimniss atmung 400

Im letzten Jahrhundert wurde in der ehemaligen Sowjetunion eine Atemtherapie entwickelt, deren Erkenntnisse in erstaunlicher Weise mit den Lehren der alten Yoga-Schriften übereinstimmen. Das Buch "Yoga – die Geheimnisse liegen in der reduzierten Atmung" geht diesem Zusammenhang nach und entwickelt aus diesen Erkenntnissen Atemempfehlungen für Alltag und Yogapraxis.

Dr. Konstantin Pavlovitsch Buteyko, der russische Entwickler dieser Atemtechnik (hilfreich erwiesenermaßen bei Asthma und – wie Buteyko beteuerte – vielen weiteren Zivilisationskrankheiten), wurde im Laufe seiner Forschungsarbeit aufgrund der darin gewonnenen Erkenntnisse immer mehr zum überzeugten Yogi. Nicht ohne Grund ...

Warum durch die Nase atmen?

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In vielen Schriften wird das Atmen durch die Nase empfohlen. Und zwar zu jeder Zeit. Ausschließlich durch die Nase, auch wenn es einmal ein wenig anstrengender wird. Lediglich bei einigen wenigen Pranayama-Übungen wird durch den Mund ausgeatmet. Warum wird die Nasenatmung so betont?

Yoga: Wie atmen

yoga wie atmen 564

Yoga: wie atmen? Das Geheimnis liegt in der Verfeinerung

Bei den indianischen Naturvölkern gibt es eine alte Weisheit:

"Der Atem ist das Pferd, der Geist ist der Reiter."

Man sieht: Nicht nur in der Yoga-Lehre spielt der Atem eine besondere Rolle. Doch Yogis haben früh erkannt, dass die Arbeit am und mit dem Atem besondere Effekte bewirkt, die den Yoga-Weg fördern und begünstigen. Auch im Alltag macht sich eine "Verbesserung" des Atmens vielfältig bemerkbar.

Doch was ist eine "Verbesserung" des Atmens gemäß der Yogalehre? Wie atme ich während der Yoga-Übungen und in meinem restlichen Leben richtig?

Wir folgen im Artikel den Aussagen und Empfehlungen der Yoga-Weisen – vom Yogasutra bis zum gerade erschienen Buch "Yoga – Die Geheimnisse liegen in der reduzierten Atmung". Dabei treffen zwei gegensätzliche Meinungen aufeinander.

Neti – die Nasenreinigung

Neti in der Hatha Yoga Pradipika

Zunächst die Verse aus der Hatha Yoga Pradipika zu Neti:

02-29 Der Yogi soll eine weiche Schnur (Länge: eine Spanne, ungefähr 20 cm) in den Nasengang einführen aus dem Mund wieder heraus ziehen.

02-30 Neti reinigt den Schädel und verleiht gewiss göttliche Einsichten. Weiterhin kuriert Neti schnell alle Krankheiten, die oberhalb des Schlüsselbeins entstanden sind.

Ausführungen zur Ausübung: 

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