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Sa tu dīrgha kālanairantarya satkārāsevito dṛḍhabhūmiḥ
स तु दीर्घकालनैरन्तर्यसत्कारासेवितो दृढभूमिः

 

Eigentlich ist dies auch eine zentrale Sutra, da sie ein wichtiges Übungsprinzip hervorhebt: Wenn du nicht dranbleibst, fällst du zurück. Inwiefern eine Pause in der Meditation mit einem Stein, der den Berg wieder herabrollt oder mit "Zwei Schritt vor, einen zurück" verglichen werden sollte, darüber streiten sich die Sutraskommentatoren.

Noch hilfreicher: Lese hier ihre Tipps, wie du dauerhaft falsches Üben vermeidest.

Siehe als Einführung zunächst die Erläuterungen zu Sutra I-12.

Yoga Sutra I-12: Die bewusste Kontrolle der Bewegungen im Geist wird durch Übung und Verhaftungslosigkeit erlangt

Ohne Unterbrechung ...

Patanjali animiert hier zu langer und ununterbrochener Übung (vor allem der Meditation), die mit voller Hingabe durchzuführen sei. Auf Sofiatopia.org findet sich bezüglich dieser Forderung der ernüchternde Hinweis: " If one lacks the will to do so, yoga is a waste of time. Wer dazu nicht bereit ist, für den ist Yoga Zeitverschwendung."

Folgen einer Pause

Sukadev von Yoga-Vidya ist eher ein Vertreter der Kugel-Theorie: Eine Pause in der spirituellen Entwicklung lässt einen tendenziell weit zurückfallen. Er vertritt die Auffassung, man solle täglich meditieren, Asanas und Pranayama üben und an den eigenen Gedanken arbeiten. So würde Üben irgendwann vollkommen ohne Unterbrechung stattfinden.

Swami Sivananda schrieb: Ein Tag ohne Meditation ist wie zwei verlorene Tage. Yogananda überbot ihn: "Ein Tag ohne Meditation bedeutet eine Woche Rückschritt."

 
 

Das Ziel: "Nirodha" oder der Welteninnenraum

Es winkt zu Fühlung fast aus allen Dingen

strand steine 564

von Rainer Maria Rilke

Es winkt zu Fühlung fast aus allen Dingen,
aus jeder Wendung weht es her: Gedenk!
Ein Tag, an dem wir fremd vorübergingen,
entschließt im künftigen sich zum Geschenk.

Satkara - Hingabe

Wir Menschen führen Tätigkeiten, die uns wohl vertraut sind, irgendwann mechanisch aus. Ohne dass wir noch darüber nachdenken, ohne dem groß Aufmerksamkeit zu schenken. Die Bedienung des Autos, Rasenmähen, Rasieren usw.

Dieses mechanische Ausführen droht auch der spirituellen Praxis. Manche Kommentatoren deuten das Satkara in dieser Sutra als Mahnung vor dieser Gefahr. Meditation ohne Hingabe, mit halbem Herzen, ohne volle Präsenz, führt nicht zum Ziel: der Befreiung.

John-Kabatt-Zinn hat hingegen in seinen Meditationsstudien festgestellt, dass auch "schlechte" Meditationen, ohne tiefgehende Erlebnisse, inneren Frieden nachhaltig fördern. Wichtig seien das Sitzen und das regelmäßige Zurückholen in den jetzigen Moment. Auch Sukadev meint: "Es ist besser, mechanisch zu üben, als gar nicht. Es ist besser, nur dazusitzen und in der Meditation über Gott und die Welt nachzudenken [...] als sich gar nicht hinzusetzen."

Meine Gründe kennen

So du also magst, solltest du dich immer wieder neu für deine Übungen begeistern. Warum übe ich? Was hat es mir schon gebracht? Wo will ich hin? Eventuell hilft es, eine neue Meditationsart auszuprobieren, einmal einem anderen Yogalehrer zu lauschen oder, ein oft gehörter Rat, regelmäßig inspirative Literatur zu lesen.

Automatismus

Manche deuten dridha–bhûmih, die "feste Gründung", in der Hinsicht, dass unser spirituelles Üben irgendwann automatisch (nicht mechanisch!) abläuft, zu unserer zweiten Natur wird und wir uns dafür nicht mehr anstrengen müssen.

Falsches Üben

Das Wort "Satkara" impliziert womöglich ebenfalls, dass es auch ein falsches Üben gibt. Auch Buddha spricht ja von "richtiger Anstrengung". Iyengar (und Sriram) warnen in diesem Zusammenhang vor Hochmut des Yoga-Schülers, der sich erhöht wähnt. Sie sagen: Ein Gespräch mit einem kompetenten Meister würde diese Auswüchse wieder zurechtstutzen und angemessene Demut zurückbringen.

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