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bewegungen geist

Abhyâsa–vairâgyâbhyâm tan–nirodhah
अभ्यासवैराग्याभ्यां तन्निरोधः

In den folgenden Sutras wendet sich Patanjali einem neuen Bereich zu. Es geht um zwei zentrale Konzepte (oder Prinzipien bzw. Vorgehensweisen) für die eigene spirituelle Entwicklung:

Abhyasa und Vairagya
Übung und Nichtanhaften

Somit kann auch diese Sutra als grundlegend eingeordnet werden. Sie begründet die tägliche Praxis des Yogi und fordert eine bestimmte Geisteshaltung zu "weltlichen Dingen" und emotionalen Verstrickungen.

Eine Geschichte verdeutlicht die anzustrebende Geistesverfassung ...

Punkt 1

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrits

Zunächst hier die Übersetzungsmöglichkeiten für die einzelnen Worte, damit du die Übersetzung selbst für ein besseres Verständnis variieren kannst:

  • Abhyasa, Abhyâsa = Praxis, ausdauernde, beharrliche Übung, dabeibleiben, Anstrengung, enthusiastisches Üben.
  • Vairagya, Vairâgya = Gelassenheit, Nichtanhaften, Nichtreaktion, Wunschlosigkeit, Losgelöstheit, Gleichmut, Verzicht, Gleichgültigkeit, gegenüber allem, englisch Dispassion. Auch: Die Fähigkeit, sich durch das Außen nicht vom Ziel abbringen zu lassen.
  • Abhyam, âbhyâm = beides.
  • Tan–nirodhah, Tad-Nirodha = Abstellen, Unterdrücken, beherrschen (tad = diese, gemeinst ist Unterdrücken der Citta–Vrittis).

2

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

Hervorhebungen weisen auf Besonderheiten der jeweiligen Übersetzung hin. Übertragungen aus dem Englischen sind Eigenübersetzungen.

  • Die Kontrolle der Gedanken wird durch Übung und Verhaftungslosigkeit herbeigeführt.
  • Das Nirodha wird erlangt durch Übung und Loslösung.
  • Übung und Loslösung sind der Weg, die Bewegungen des Geistes zur Ruhe zu bringen.
  • Durch fortgesetztes Üben und Gleichmut kann die dynamische Stille des Geistes erlangt werden.
  • Durch ständiges Üben und durch Loslassen hören die Identifikationen im Geist auf.
  • Yoga wird durch ununterbrochene Anstrengung verbunden mit zunehmender Bindungslosigkeit und Leidenschaftslosigkeit erlangt.
  • Beides - Praxis und Nicht-Reaktion - sind notwendig die Bewegungen des Bewusstseins zu beruhigen.
  • Duch Übung und Entsagung erfolgt Stillung.
  • Diese können durch Praxis und Bindungslosigkeit gestoppt werden.
  • Ihre Unterdrückung wird durch anhaltende Praxis und Nicht-Anhaften gebracht.
  • Das Nirodha-Beenden der Vrittis kommt von Abhayasa-Praxis und Vairagya-Nicht-Anhaften.
  • Stillstand der Wendungen kommt durch Praxis und Leidenschaftslosigkeit.
  • Diese mentalen Modifikationen werden von Praxis und Nicht-Anhaften zurückgehalten.
  • Sie werden kontrolliert durch die Mittel Praxis und Nichtverhaftung.
  • Ihre Kontrolle ist Praxis und Nichtverhaftung.
  • Aus der Balance von Bemühung und Gelassenheit folgt die Beherrschung des Geistes.
  • Ihre Unterdrückung erfolgt durch Praxis und Verzicht.
  • Aus der Balance von Beharrlichkeit und Gelassenheit folgt der Stillstand der Bewegungen im Geist.
  • Beschränke diese durch Praxis und Leidenschaftslosigkeit.

Zu den Quellen

Buchbesprechungen, Erläuterungen zur Auswahl der Übersetzungsvarianten und allgemeine Hinweise zur Sutraübersetzung findest du im zugehörigen Artikel. Hier nun die Kurzauflistung:

Bücher

Internetseiten

Dein Übersetzungsvorschlag

Hast du einen eigenen Übersetzungsvorschlag?

Wie würdest du diese Sutra übersetzen? Manchmal ergeben schon kleine Wortveränderungen ganz neue Aspekte. Trau dich ... :-)

 

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Punkt 3

Rückblick

Wo stehen wir? Patanjali hat in den Sutras I-1 bis I-4 einen Überblick darüber gegeben, was Yoga eigentlich ist: das Beruhigen der Bewegungen im Geist. In den darauf folgenden Sutras I-5 bis I-11 erläutert er, welche Bewusstseinstätigkeiten die Bewegungen im Geist bewirken.

Ausblick

In den nun folgenden Sutras es darum, WIE diese Bewegungen des Geistes zur Ruhe gebracht werden können. Vorab: Es gilt, innere Stärke zu gewinnen und sich von seinen Wünschen loszusagen. Deshpande überschreibt die Sutras I-12 bis I-16 mit "Der Weg zu Vritti - Nirodha (Stillstand der Gedanken/Bewegungen im Geist)".

gehen meditation 564

Deutung von Sutra I-12

Wenn es leicht wäre, könnte es jeder machen

Patanjali deutet nun in Sutra I-12 an, dass der Weg nicht leicht werden wird. Zum einen wird Beharrlichkeit gefordert. Ok - das muss jeder Sportler, jeder Student, jeder, der morgens zur Arbeit geht, aufbringen. Aber das verlangte Vairagya, Nichtanhaften, stellt quasi unser Leben auf den Kopf. Was Patanjali (und andere Yogameister) hiermit fordert, ist quasi ein Aufgeben dessen, was normalerweise als ein grundlegender Bestandteil des Menschseins angesehen wird: das Streben nach etwas im Außen, was uns glücklich macht. Zum Beispiel das Lob, den liebenden Partner, Rentensicherheit ...

Als ob das nicht genug wäre, fordert er zudem, dass wir auch nicht mehr mit den Widrigkeiten des Schicksals wie Erfolglosigkeit, Krankheit, Einsamkeit etc. hadern, sondern dieses - irgendwann - völlig gleichmütig betrachten.

Wozu die Mühe?

Zur Erinnerung: Der Yogi soll durch seine Bemühungen erfahren, dass er nicht sein Kopfinhalt, seine Gefühle, seine "Geistesbewegungen" ist. Ein Mensch ist mehr. Er besitzt einen Kern (den Purusha), der viel mehr ist und mehr Glück schenkt, als die Freude über ein Stück Sahnetorte. Sahnetorte an sich ist ok, aber wenn wir immer etwas wollen, Bewegungen im Geist haben, können wir unseren Kern, den Purusha, nicht erkennen.

kopf gedanken 564

Umgang mit den eigenen Erfahrungen

Man kann das "Nicht-Anhaften" auch als Umgang mit den eigenen Erfahrungen auslegen. Unsere persönlichen Erlebnisse formen (einen Teil) unseres Weltbildes und prägen damit unser momentanes Verhalten. Um diese Einflüsse jederzeit zu erkennen und im zweiten Schritt von Ihnen frei zu werden, ist zunächst achtsames Wahrnehmen erforderlich. Schon die reine Betrachtung schwächt schädliche Muster und gibt uns Energie, besser zu handeln.

Durch beharrliches Üben sowie den Glauben an das Ziel erhält man weitere Kraft, frei über die eigene Geistesverfassung und die eigenen Taten entscheiden zu können.


Siehe zu Abhyasa und Vairagya auch Kapitel 6 der Bhagavad Gita.

Zu Vairagya

Kurz gesagt meint Vairagya, dass der Yogi sich von nichts geistig in Aufruhr setzen lässt, was im Außen passiert. Ja, der Geist wird - bei Bedarf - noch nicht einmal davon bewegt.

Mein Geist sei völlig losgelöst von dem, was in der Welt geschieht oder zu mir kommt.

Manche Kommentatoren deuten Vairagya als "Loslassen", als Erreichen völliger Gelassenheit. Letztendlich, denkt man ein wenig darüber nach, ist diese völlige Seelenruhe ja auch wirklich nur "unter allen Umständen" aufrecht zu halten, wenn es mir "gleichgültig" ist, was geschieht. Eliade S. 37: "... denn die Hoffnung ist die größte Folter, die es gibt, und die Entsagung das größte Glück." (Kommentar zu Sankhya-Sutra IV-11).


Hierzu die kurze Geschichte vom Mönch und dem General, welche völlige Seelenruhe symbolisiert:

Ohne mit der Wimper zu zucken

Die Geschichte vom Mönch, der dem General eine Lektion in wahrer Stärke erteilt.

moench berg

Die feindliche Streitmacht hatte gesiegt, alle Bewohner flüchteten aus der Hauptstadt. Alle außer einem Mönch im Tempel inmitten des Stadtpark-Waldes.

Als dem gegnerischen General hiervon berichtet wurde, stürmte dieser von Zorn erfüllt in den Tempel. Ohne Zögern herrschte er den Mönch an: "Weißt du nicht, dass ich einer bin, der dich ohne mit der Wimper zu zucken mit meinem Schwert erschlagen kann!"

Der Mönch erwiderte: "Weißt du nicht, dass ich einer bin, der ohne mit der Wimper zu zucken von deinem Schwert erschlagen werden kann!"

Der General hielt inne, verharrte für einige Sekunden, verneigte sich und ging rückwärts aus dem Tempel.

Vairagya ist - aus einem gewissen Blickwinkel - der passive Teil des spirituellen Weges.

Zu Abhyasa, dem Üben

Hier nun der aktive Teil des spirituellen Weges: die Übung. Zunächst gilt es, mittels der geforderten Praxis in der Gegenwart zu verweilen, und zwar achtsam. Dann strebe man an, diese Geisteshaltung dauerhaft aufrecht zu erhalten. Um schließlich - irgendwann - das eigene Selbst - den Purusha - zu erkennen und damit jenen Zustand zu erreichen, den wir uns als Nicht-Erleuchtete nicht vorstellen können.

Woraus (aus welchen Techniken, Verhaltensweisen etc.) diese Übung, die Praxis, bestehen sollte, wird innerhalb der Yoga-Arten unterschiedlich bewertet. Von wildesten Verrenkungen bis ununterbrochene Gottesanbetung ist eine bunte Mischung verfügbar. Das Ziel des Übens hingegen, das Zur-Ruhe-Kommen der Bewegungen im Geist - Nirodha - ist m.E. bei allen Yoga-Arten gleich.

Nie nachlassen

Ständiges Üben wird mancherorts so interpretiert, als schöpfe man Wasser aus einem Boot, das ein Loch hat. Sobald wir aufhören, "überschwappt" uns das Außen (Wünsche, Eindrücke, Gefühle ...) und wir sinken ...

Iyengar sieht ebenfalls als Ziel von Abhyasa, sein Bewusstsein zu erforschen und dadurch zur Ruhe zu bringen. Er versteht das "Anusthana" aus Sutra II-28:

Yoga Sutra II-28: Indem wir die [acht] Glieder des Yoga praktizieren, verschwinden die Unreinheiten, das Licht des Wissens erstrahlt und führt zur Entwicklung von Unterscheidungskraft

licht erstrahlt himmel 250Yogângânushthânâd ashuddhi-kshaye jnâna-dîptir â viveka-khyâteh
योगाङ्गाऽनुष्ठानादशुद्धिक्षये ज्ञानदीप्तिराविवेकख्यातेः

Hier startet der Ashtanga Yoga im Yoga Sutra. Die zweite große Möglichkeit neben (oder ergänzend zu) dem Weg des Kriya Yoga; hin zum großen Ziel: der Erleuchtung. Ashtanga Yoga, so heißt es, sei gut geeignet für alle Menschen, die keine besonderen spirituellen Veranlagungen aufwiesen und darum den Weg des Übens gehen müssen. ;-)

Wichtig dabei: Alles Üben sollte auf eine ganz bestimmte Art und Weise erfolgen ...

als Erweiterung von Abhyasa. In Anusthana erkennt er die Geisteshaltung hinter dem Üben: enthusiastisch, mit Hingabe. Iyengar plädiert an vielen Stellen dafür, nicht mechanisch, sondern voller Inbrunst zu üben.

Näherer Erläuterungen zur "Praxis" gibt Patanjali in den Bücher II und III des Yogasutra.

Nicht glauben, erfahren!

Abhyasa findet in vielen yogischen und hinduistischen Texten höchste Bedeutung. Hierin erkennt man die große Betonung der eigenen, direkten Erfahrung in den spirituellen Wegen Indiens. Diese ist nur nach beharrlichem Üben möglich.

Höher als die Götter

Eliade schreibt auf Seite 45ff, dass ein Mensch die Citta-Vrittis, die Bewegungen des Geistes zunächst (achtsam) erfahren haben muss, bevor er diese kontrollieren und zur Ruhe bringen kann. Damit erklärt sich das Paradoxe in (von) der Schöpfung, einerseits alle Erfahrungen zu geben (die Welt ist da, warum schadet es, wenn wir danach streben, uns daran zu erfreuen?) und gleichzeitig den Yogi dazu anzuhalten, sich von diesen Erfahrungen zu befreien.

Eliade betont weiterhin, dass durch die Möglichkeit menschlicher Erfahrung sogar Götter, da ohne Körper und damit ohne Kenntnis der Citta-Vrittis, niedriger stehen als der Mensch und durch ihren "Erfahrungsmangel" niemals völlige Befreiung erlangen können.

Dualismus im Yoga

Abhyasa, die Praxis, kann als positive Seite im Yoga gesehen werden, den Sonnenaspekt, das Ha im Hatha-Yoga. Dazu gehören Yama, Niyama, Asana und Pranayama. Vairagya hingegen kann als negative Seite betrachtet werden, die Mond-Seite - tha - im Hatha-Yoga. Hierzu gehören Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.

Wo stehe ich?

Achtsamkeit ermöglicht dir zudem eine gute Selbsteinschätzung deiner eigenen Fehler und Stärken. Überall da, wo du dich geistig (oft ungewollt, aber auch da, wo diese Geistesaufwallungen sehr angenehm ausfallen) erregst, besteht Entwicklungspotential.

Hand in Hand in Balance

Patanjali sagt durch seine Formulierung in dieser Sutra auch, dass "Üben" alleine nicht ans Ziel führt. (Man erinnere sich, dass Patanjali im Yogasutra keine Lehre "erfindet", sondern vornehmlich das Wissen seiner Zeit zusammenfasst) Ja, es kann sogar zu spirituellem Abschwung führen, wenn du z.B. Stolz über deinen Körper - durch beharrliche Asana-Praxis gestählt - empfindest oder dich durch deine Meditation anderen Menschen überlegen fühlst.

Manche Kommentatoren sehen in dem Paar Übung/Verhaftungslosigkeit auch die Mahnung, nicht zu stark zu üben. Bei den Asanas den Körper nicht zu überfordern, sondern immer Gelassenheit zu bewahren. Oder im beruflichen Kontext: Wer durch jahrelanges intensives Bemühen eine Position erreicht, aber auf dem Weg dorthin vieles (Beziehungen, Gesundheit) verloren hat, dürfte nicht weise "beruflich" geübt haben.

Sriram mahnt in diesem Zusammenhang erneut, die Vrittis (Gedankenbewegungen) nicht mit intensiver Willenskraft zu stoppen. Dies kann zu Ergebnissen führen, die am Ende einen Rückschlag bedeuten.
Iyengar: "Ohne Zügelung würden sich die durch Übung erzeugten Kräfte verselbständigen und könnten den Schüler zu Fall bringen."

Dein Feedback / deine offene Frage an den Text

Ist etwas unklar geblieben?

Der Stoff der Sutras ist für uns heutige Menschen nicht leicht zu verstehen. Ist im obigen Text irgendetwas nicht ganz klar geworden? Vielen Dank vorab für jeden entsprechenden Hinweis oder eine Anregung:

 

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Übung zu Yoga Sutra I-12

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche:

Formuliere aus, was für dich momentan "beharrliches Üben" und "Verhaftungslosigkeit" bedeutet. Beantworte schriftlich: Wann willst du üben? Besteht dein Üben nur aus der Yogastunde oder willst du weitere Bereiche deines Lebens zum Üben nutzen. Wen ja: Welche?

Ebenso: Wo willst du in Zukunft Verhaftungslosigkeit/Nicht-Anhaftung anstreben? Werde konkret. Benenne auch, wo du dich erst einmal nicht heranwagst (z.B. Gleichmut bei Lob und Tadel, in deiner Partnerschaft etc.)

 

 

Verwandte Sutras

Die yogischen Disziplinen werden erläutert in Sutra II-29 bis II-32 sowie II-35 bis II-53.

Yoga Sutra I-2: Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist

wellenringe


Yogash citta–vritti–nirodhah 
योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः

 

Wenn ich festlegen müsste, welche Sutra die Bedeutsamste ist, dann würde ich diese wählen. Hier wird der Yogaweg in einem Satz zusammengefasst. Alle weiteren Sutras erläutern den Weg.

Auslegung und Deutung dieser Sutra erfolgt unterschiedlich. Lies hier, welche Prioritäten du gemäß der Sutras-Deuter bei deiner täglichen Praxis setzen solltest.

Yoga Sutra I-4: In den anderen geistigen Zuständen - mit Vrittis - identifiziert sich der Wahrnehmende mit den Bewegungen im Geist

om Vṛitti sārūpyam-itaratra 
वृत्तिसारूप्यमितरत्र

Also ... In allen anderen Umständen, außer dem der klaren Sicht, identifiziert sich der Mensch mit seinen Vrittis. Das gilt es zu ändern. An Vorschlägen, was man als Yogi tun kann, soll es nicht mangeln ... 

Yoga Sutra I-5: Es gibt fünf Arten von Bewegungen im Geist (Vrittis), von denen einige leidvoll sind und andere nicht

auge feld 250Vrittayah pañchatayyah klistâklistâh 
वृत्तयः पञ्चतय्यः क्लिष्टाक्लिष्टाः

Ab dieser Sutra geht Patanjali ins Detail. Zunächst unterteilt er die Vrittis in schmerzhaft und nicht-schmerzhaft. Doch wo bleibt dabei die Freude?

Yoga Sutra I-6: Die fünf Arten der Bewegungen im Geist sind wahrhaftes Wissen, falsches Auffassen, Wortirrtum, Schlaf und Erinnerung

om
Pramâna–viparyaya–vikalpa–nidrâ–smritayah
प्रत्यक्षानुमानागमाः प्रमाणानि

Weiter geht es mit der Einteilung der Geistesaktivitäten. Die nachfolgenden Übersetzungsvarianten liefern Alternativdeutungen für die jeweilige Vritti:

Yoga Sutra II-2: Der Kriya Yoga vermindert die Leiden des Yogi und führt zu Samadhi

erleuchtung herz wolken gt 250samaadhibhaavanaarthaH kleshatanUkaraNaarthashcha
तपःस्वाध्यायेश्वरप्रणिधानानि क्रियायोगः

 Das Ziel ist genannt: Samadhi. Auch der Grund dieses Strebens wird deutlich: das menschliche Leiden. Kriya-Yoga unterstützt uns, indem es die Hindernisse aus dem Weg räumt, unser Leiden vermindert und die innere Grundlage für Samadhi schafft.

Yoga Sutra II-28: Indem wir die [acht] Glieder des Yoga praktizieren, verschwinden die Unreinheiten, das Licht des Wissens erstrahlt und führt zur Entwicklung von Unterscheidungskraft

licht erstrahlt himmel 250Yogângânushthânâd ashuddhi-kshaye jnâna-dîptir â viveka-khyâteh
योगाङ्गाऽनुष्ठानादशुद्धिक्षये ज्ञानदीप्तिराविवेकख्यातेः

Hier startet der Ashtanga Yoga im Yoga Sutra. Die zweite große Möglichkeit neben (oder ergänzend zu) dem Weg des Kriya Yoga; hin zum großen Ziel: der Erleuchtung. Ashtanga Yoga, so heißt es, sei gut geeignet für alle Menschen, die keine besonderen spirituellen Veranlagungen aufwiesen und darum den Weg des Übens gehen müssen. ;-)

Wichtig dabei: Alles Üben sollte auf eine ganz bestimmte Art und Weise erfolgen ...

Yoga Sutra II-29: Die acht Glieder des Yoga-Weges sind: Yama (Umgangsregeln), Niyama (Enthaltungen), Asana (Stellungen), Pranayama (Atemregulierung), Pratyahara (Sinnesrückzug), Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Erleuchtung)

acht ashtanga yoga 250yama niyama-āsana prāṇāyāma pratyāhāra dhāraṇā dhyāna samādhayo-'ṣṭāvaṅgāni
यमनियमासनप्राणायामप्रत्याहारधारणाध्यानसमाधयोऽष्टावङ्गानि

 Mit dieser Sutra beginnt der „praktische“ Teil des Yogasutras. Patanjali beginnt ab hier, den achtfachen Yogapfad zu erläutern, für viele der bedeutsamste Teil des Yoga Sutras. Patanjali nennt an dieser Stelle allerdings nur 7 Stufen, den die achte Stufe – Samadhi – ist schon „Yoga“. Ziel erreicht.

Videos zu Stura I-12

Tim Miller bespricht mehrere Sutras, u.a. I-12:

Erfolg in der Meditation - die Sutras I-12 bis I-16.

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