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erinnerung muschel
Anu-bhūta-viṣaya-asaṁpramoṣaḥ smṛtiḥ
अनुभूतविषयासंप्रमोषः स्मृतिः

Smrti, die Erinnerung kann schön, neutral oder unerquicklich ausfallen. Doch warum halten einige die Fähigkeit des Geistes zur Rückbesinnung für das größte Hindernis auf dem Weg zum Samadhi?

Deutung

Zunächst: Dass die Erinnerung eine der Erscheinungsformen des Geistes ist, dürfte für jeden klar und akzeptabel sein.

Smrti trennt Gutes vom Schlechten

Richtiges Erinnern korrekten Wissens hingegen führt zum jederzeitigen Abrufen gemachter Erfahrungen und legt damit eine Grundlage für unser Unterscheidungsvermögen. Insofern leistet die Erinnerung einen wichtigen Dienst für unser Funktionieren in dieser Welt.

Doch Vorsicht!

Festzuhalten ist auch, dass jede Erinnerung korrekt oder falsch sein kann. Darüber hinaus kann die Erinnerung richtig sein, aber (damals schon) eine Falschwahrnehmung, eine Fehlschlussfolgerung oder ein Wortirrtum gewesen sein.

erinnerung gedanken

 
 

Ein Vritti halt ...

Es handelt sich bei Smrti auch um eine Vritti, wie alles in den Sutras I-5 bis I-11. Manche bewerten Smrti sogar als eines der hartnäckigen Hindernisse auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Wieso das?

Nehmen wir einmal an, du hast ein besonders schönes Gefühl oder ein mystisches Erleben an einem außergewöhnlichen Ort. Am nächsten Tag möchtest du diese Erfahrung wiederholen, aber durch die aufkommende Erinnerung an das gestrige Erlebnis wird deine unmittelbare Präsenz im Augenblick verhindert. Die Folge: Das schöne Erlebnis bleibt heute aus ...

Wir können noch weitergehen:
Das Leiden im Geist beruht (zum Teil) auf dessen Wohnen in der Vergangenheit. Man beruft sich auf eine Erinnerung und rechnet mit einem schlechten Ausgang in der Zukunft. Ein anschauliches Beispiel dafür, dass der Geist seine Schmerzen selbst erzeugen kann.

erinnerung maenner

Deshpande

Da Erinnerung auf vergangenen Erfahrungen beruht und diese jeweils eine vom Ego ausgehende Antwort auf das Erlebte waren, ist Erinnerung auch ein Vritti.

Deshpande sagt weiter: Alle fünf Vrittis unterscheiden sich voneinander, doch Smrti, die Erinnerung, ist "allumfassend". Sie schließt die Erfahrungen mit jedem der fünf Vrittis in der Vergangenheit ein.

Von daher muss auch die Erinnerung in der Meditation zur Ruhe kommen, um Samadhi zu erfahren. Der erste Schritt liegt auch hier in der Bewusstmachung der Vritti Erinnerung, diese neutral zu beobachten.

Siehe auch:

Yoga Sutra II-5: Durch Avidya – Unwissenheit oder falsches Verständnis – hält man das Vergängliche für verlässlich, das Unreine für rein, das Leidbringende für gut und Nicht-Selbst für das wahre Selbst

laternen blume e3 250Anityâshuchi-duhkânâtmasu nitya-shuchi-sukhâtmakhyâtir avidyâ
अनित्याशुचिदुःखानात्मसु नित्यशुचिसुखात्मख्यातिरविद्या

Ohne Avidya würden wir nicht ständig nach Schokolade schielen, uns ausreichend bewegen und nicht falschen Dingen und Menschen hinterherlaufen. Doch was genau geschieht bei Avidya? Und was gehört alles dazu? Yoga und Buddhismus sind sich an dieser Stelle nicht ganz einig ...

Übung zu Yoga Sutra I-11

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche: Manche Erinnerungen neigen dazu, unaufgefordert zu uns zu kommen und uns durch ihr Kommen in diese oder jene Gefühlslage zu versetzen. Achte die folgende Woche bewusst auf dieses Phänomen, harre seiner. Wenn du es bemerkst, halte kurz inne, beobachte. Werde dir der Wirkung der Erinnerung auf deine Stimmungslage und dein Handeln gewahr.

Stufe 2: Notiere am Abend die Erinnerungs-Erlebnisse des Tages. Sinne darüber nach.

 

Video zur elften Sutra

Erläuterungen zu den Sutras I-8 bis I-11.

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