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illusion dreieck
Viparyayo mithyâ–jñânam atad–rûpa–pratishtham
विपर्ययो मिथ्याज्ञानमतद्रूप प्रतिष्ठम्

In dieser Sutra geht es um Fehleinschätzungen. Nicht schön: Viele Yogalehrer betrachten unser Leben als ein Schwimmen im Meer des Irrtums. Doch es gibt bewährte Wege, Viparyaya zu besiegen.

Deutung

Wer falsch sieht, schlussfolgert falsch

Kurz könnte man Viparyaya ergänzend zu oben zusammenfassen: Falsches Wahrnehmen führt zu fehlerhaftem Wissen.

Nur Illusionen?

Manche deuten die Zeilen so, dass sich Viparyaya nur auf das bezieht, was gar nicht existiert, sondern nur in unserer Vorstellung, im Geist auftaucht. Aber auch das betrifft ja ein weites Spektrum unseres Lebens, z.B. der berühmte 99-Prozent-Anteil an unseren Sorgen, der sich niemals manifestiert.

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Von "falschen" Gefühlen

Iyengar betont, dass aus diesen falschen Vorstellungen/Wahrnehmungen auch falsche Gefühlszustände resultieren, die dann den Geist des Yogi-Schülers "verderben" und somit die Erfahrung des Purushas verhindern.

Beispiele finden sich leicht: Die rosarote Brille der Verliebten, das "Alles ist düster und freudlos" des depressiven Pendants, unsere täglichen Fehldeutungen über das Verhalten unserer Mitmenschen ... (Nebenbei bemerkt: Letzteres ist Ursache für viel unnötiges Leid in unseren Beziehungen.)

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Vorurteile

Deshpande hebt einen weiteren Aspekt von Viparyaya hervor: Wenn du einen Menschen beispielsweise als Moslem oder als Christ etikettierst und mit deinen darin enthaltenen Vorstellungen überhäufst, irrst du zumeist. Derartige Etiketten haben weit gravierendere Folgen als das klassische Beispiel von Viparyaya, der Verwechslung eines Strickes mit einer Schlange. Diese Vorurteile aus Viparyaya führen Deshpandes Auffassung nach oftmals ins Verderben.

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Doch ;-) Die beiden horizontalen Linien in der Mitte sind parallel!

Mittelchen gegen Viparyaya

Ein Weg, diese Realitätsfilter durchlässiger für die im Yoga angestrebte klare Sicht zu machen, führt über die Achtsamkeit: Versuche, bewusst Wahrnehmung und Beurteilung des Erkannten zu trennen.

Dies fällt uns übrigens leichter, wenn wir unsere Erwartungen an die Welt/Mitmenschen reduzieren bzw. auf Null schrauben: Sind bei uns keine Annahmen vorhanden, werden wir nicht enttäuscht, entsprecht verzerrt keine (negative) Emotion unsere Beurteilung eines Verhaltens.

Mehr Energie ergibt bessere Urteile

Randnotiz: Yoga und Meditation sind Wege, die (in der Regel) das Energieniveaus des Übenden erhöhen. Aus diesem gehobenen Energieniveau resultiert eine optimistischere Sicht auf unser Leben, ohne dass man irgendetwas daran positiv umdeuten muss.

Umgekehrt neigen wir in Zeiten der Energielosigkeit zu Sorgen und negativen Deutungen, dies führt zur schlechten Stimmung, alles wird zum Problem.

Die berühmten zwei Seiten

Falsches Wissen kann auch mal gute Auswirkungen zur Folge haben. Nehmen wir an, du versprichst dir vom Fasten eine große Gewichtsabnahme, die dann doch nicht eintritt. Aber es war für dich die notwendige Motivation, um deinem Körper die Reinigungszeit zu gönnen. Die Körperreinigung alleine hätte als Antrieb vielleicht nicht gezogen.

Siehe auch:

Yoga Sutra II-5: Durch Avidya – Unwissenheit oder falsches Verständnis – hält man das Vergängliche für verlässlich, das Unreine für rein, das Leidbringende für gut und Nicht-Selbst für das wahre Selbst

laternen blume e3 250Anityâshuchi-duhkânâtmasu nitya-shuchi-sukhâtmakhyâtir avidyâ
अनित्याशुचिदुःखानात्मसु नित्यशुचिसुखात्मख्यातिरविद्या

Ohne Avidya würden wir nicht ständig nach Schokolade schielen, uns ausreichend bewegen und nicht falschen Dingen und Menschen hinterherlaufen. Doch was genau geschieht bei Avidya? Und was gehört alles dazu? Yoga und Buddhismus sind sich an dieser Stelle nicht ganz einig ...

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Übung zu Yoga Sutra I-8

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche: Zu den Vrittis werden unter der Bezeichnung Viparyaya auch die Vorurteile bzw. Annahmen an unsere Mitmenschen gezählt. Diese Vorurteile fallen uns leider nicht auf, da sie automatisch ablaufen. Wir sind ja der Meinung, dass diese auf vergangener, korrekter Erfahrung beruhen.

Versuche diese Woche, alles Diesbezügliche einmal fallen zu lassen, gehe bewusst in jede Situation deines Tages unvoreingenommen hinein.

Das kann dahin führen, dass dir etwas schmeckt, bei dem du - voreingenommen - mit Ekel herangegangen bist. Die kalte Dusche am morgen zum ersten Mal Spaß macht. Ein Mensch sympathisch ist, der so gar nicht deine Weltsicht teilt, den du bisher in eine unsympathische Ecke gestellt hast.

Jeder hat seine eigenen Vorurteile, und es erfordert von dir Radikalität, diese überhaupt zu erkennen, dir selbst gegenüber ehrlich zu sein, dass du hier vorurteilsbeladen bist. Das "Seinlassen" ist danach oft gar nicht mehr so schwierig. Du darfst dich auf erhellende Erfahrungen gefasst machen!

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Videos zur achten Sutra

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