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schlaf geheimnis


Abhâva–pratyayâlambanâ [tamo-]vrittir nidrâ
अभावप्रत्ययालम्बना वृत्तिर्निद्रा

Nun geht es um den traumlosen Schlaf. Eigentlich ist dabei nicht viel los. Doch ein Yogi weiß auch diesen Zustand zu nutzen.

Deutung - Kein Samadhi im unbewussten Nidra

Hier kann nur der traumlose Schlaf gemeint sein. Der Geist ist untätig, es gibt kein Gefühl des Seins. Allerdings ist auch Schlaf ein Vritti und behindert das Erkennen unseres wahren Selbstes. Nidra ist dem Nirodha nahe, aber die Unbewußtheit des Übenden fehlt. Ansonsten wäre der Tiefschlaf Samadhi.

robbe schlafen

 
 

Nidra kein Nirodha

Im Nidra wird der Geist auf ein Minimum zurückgefahren, ist aber bereit, wieder aktiv zu werden.

Im Schlaf gibt es die vier übrigen Arten der Vrittis nicht: Erinnerung ... usw.

... aber eine Ahnung

Iyengar meint, dass wir im Schlaf bzw. unmittelbar beim Aufwachen eine Ahnung vom Seher, vom Purusha, erhalten. Es fehle jedoch in diesem Geisteszustand das Licht der Unterscheidung, Viveka, darum ist diese Ahnung getrübt. Samadhi wiederum sei eine Art bewusster Schlafzustand, bei dem der Seher sich selbst betrachtet.

Und wieder wählen wir

Deshpande sieht auch im Schlaf ein Vritti des Wählens, eine Sache der Entscheidung. Auch er sagt, Schlaf sei nicht Abwesenheit des Bewusstseins, sondern dieses schlummere nur. Alle Gegenstände des Wachzustandes sind aus dem Geist verschwunden. Er appelliert an uns, durch den Yoga diese Aussagen mit eigener Erfahrung zu verifizieren.

Parallelen im Buddhismus: Von Nidra zum Samadhi

Soweit der Yoga des Patanjali zum Nidra. Schaut man beim tibetischen Buddhismus, findet sich eine differenziertere Sicht des Schlafes. Wir können uns zum vollständigen Erwachen schlafen! Wie das? Folgender Weg wird beschrieben:

  1. Zunächst erinnert der Schüler seine Träume klar.
  2. Dann nähert er sich dem luziden Träumen an, anfangs mit nur kurzem Bewusstwerden "Ich träume ja" und darauf aufbauend immer längeren Phasen bewussten Träumens.
  3. Gelingt dies, folgt das Gesellstück: Den Traum lenken. Du beschließt zu fliegen und hebst ab, wanderst in ferne Länder oder empfängst Belehrungen aus dem Munde verstorbener Meister. Alles passiert nach deinem Wunsch. Natürlich wird auch dies im Wachzustand deutlich erinnert.
  4. Die Meisterleistung, die Kür liegt dann darin, im traumlosen Schlaf völlig klar und bewusst zu sein. Da wird das Wurzel-Bewusstsein erfahren, der Purusha (den gibt es im Buddhismus allerdings nicht), der Schüler erfährt vollständiges Erwachen.

schlafen hunde

Übung zu Yoga Sutra I-10

uebung sutre

Übungsvorschlag für die kommende Woche: Übe Bewusstheit rund ums Schlafen: Beim Aufschlafen, beim Träume-Erinnern und beim bewussten Erwachen und Nachklingen des Schlafes. Führe ein Traumtagebuch für eine Woche (gerne länger). Überdenke dabei: Wer bist du im Tiefschlaf? Frage dich: Was wohl der Seher (siehe Sutra I-3) im Tiefschlaf macht?

 

Sutra mit ähnlichem Thema

Hier findest du die Sutra mit dem Thema "Nidra - Schlaf":

Yoga Sutra I-38: Oder durch Meditation über Trauminhalte oder den Zustand des traumlosen Schlafes

schlaf engel 0d 250
Svapna-nidrâ-jnânâlambanam vâ
स्वप्ननिद्रा ज्ञानालम्बनम् वा

 

Patanjali schreibt, dass die Meditation über Trauminhalte zur Ruhe des Geistes führen kann. Lese hier, welche Arten von Traumerfahrungen dafür geeignet sind.

 

Videos zur zehnten Sutra

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