Meditation: Anleitungen, bewährte Tipps und Hilfsmittel
Wie alles im Yoga dient auch die Meditation der Befreiung. Hier der Befreiung des Geistes. Allgemein gesprochen kann man sagen: Der Mensch soll die Wahrheit erkennen. Die Wahrheit macht ihn frei. Frei und damit automatisch glücklich. Der natürliche Zustand des Menschen ist friedvoll und glücklich. Das ist die Prämisse, unter der jede Yoga-Praxis und damit auch die Meditation steht. Ziel ist es, von den Wirrnissen und Verhaftungen des Geistes freizuwerden.
Hier findest du Anleitungen zur Meditation, Tipps zur Vertiefung, Meditationsmusik und gratis Downloads.
Was ist Meditation?
Gerade unter dem Begriff Meditation werden eine Vielzahl von Übungen eingeordnet. Im Grunde genommen kann jede Handlung im Geiste der Meditation durchgeführt werden. Vereinigendes Merkmal aller Meditationsarten ist die Verweilung in der Gegenwart. Der Mensch soll fähig werden, einen Schritt zurückzutreten, um die Identifikation mit dem Ego Stück für Stück abzubauen, den Geist zur Ruhe zu bringen und die das eigene, wahre Selbst zu erkennen. Es soll klar werden, dass der Mensch nicht seine Gedanken ist. Im Yogasutra ist dazu zu lesen:
Yoga Sutra I-2: Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist
Yoga Sutra I-3: Dann ruht der Wahrnehmende in seiner wahren Natur
Die Schriften empfehlen, dafür eine bequeme, nicht ermüdende Körperhaltung einzunehmen (der Lotus-Sitz und seine Abwandlungen bieten sich hierfür an, soweit er problemlos beherrscht wird). Förderlich ist eine ruhige Umgebung, in der man nicht gestört wird. Die tägliche Ausführung ist am effektivsten, insbesondere, wenn immer zur selben Stunde geübt wird. Der Mensch als Gewohnheitstier schaltet dann viel leichter um.
Irgendwann soll die Geisteshaltung in der Meditation immer weiter in den Alltag reichen. Endziel ist es, alle Handlungen in einem wachen Geist und vielleicht sogar einem liebenden Herzen vorzunehmen.
Ein weiteres Kernelement aller Meditationstechniken ist das Ziel, den Menschen in eine klare Gegenwart zu holen. Gedanken sollen nicht unterdrückt, dafür aber beobachtet werden. So lernt man Stück für Stück, sich nicht mit seinen Gedanken zu identifizieren – man wird freier.
Welche Technik ist nun für mich die richtige? Hier hilft sicherlich das Ausprobieren. Einige Techniken stellen wir hier vor. Besonders hilfreich wäre es, einen guten Meditationslehrer zu finden. In jedem größeren Ort gibt es Gruppen, die Meditation in der einen oder anderen Art und Weise lehren.

Grundlegende Anleitung zur Meditation
Meditation ist eine einfache, aber tiefgreifende Praxis, die den Geist beruhigt, das Bewusstsein schärft und inneren Frieden fördert. Sie ist keine Technik, die man „perfekt“ beherrschen muss, sondern ein Weg, sich selbst besser zu verstehen. Die folgenden Schritte geben eine grundlegende Orientierung für den Einstieg.
Vorbereitung
- Ort: Wähle einen ruhigen Platz, an dem du ungestört bist. Schaffe eine angenehme Atmosphäre – z. B. mit gedämpftem Licht oder einer Kerze.
- Zeit: Beginne mit 5–10 Minuten täglich. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer.
- Haltung: Setze dich aufrecht, aber entspannt. Du kannst auf einem Stuhl, Kissen oder Meditationsbänkchen sitzen. Die Wirbelsäule sollte gerade, der Körper ruhig, die Schultern locker sein.
Körper und Atmung
- Schließe sanft die Augen.
- Spüre kurz deinen Körper: Wie sitzt du? Wo gibt es Anspannung? Entspanne bewusst Kiefer, Schultern und Hände. Das solltest du auch immer mal wieder zwischendurch tun, wenn du aus der Konzentration herausfällst.
- Richte dann deine Aufmerksamkeit auf den Atem. Beobachte, wie die Luft ein- und ausströmt – ohne sie zu kontrollieren.
- Lass den Atem natürlich fließen. Wenn Gedanken auftauchen, bemerke sie freundlich und kehre immer wieder zur Atmung zurück.
Geistige Ausrichtung
Je nach Ziel und Vorliebe kannst du verschiedene Meditationsformen wählen:
- Atemmeditation: Konzentration auf den Atem als Anker für den Geist.
- Achtsamkeitsmeditation: Wahrnehmen aller Empfindungen, Gedanken und Gefühle, ohne zu urteilen.
- Mantra-Meditation: Wiederhole innerlich ein Wort oder einen Klang (z. B. Om, So Ham), um den Geist zu fokussieren.
- Liebende-Güte-Meditation (Metta): Entwickle Mitgefühl, indem du Sätze wiederholst wie: „Möge ich glücklich sein. Mögen alle Wesen in Frieden leben.“
Ausführliche Anleitungen zu den Meditationsformen findest du weiter unten.
Umgang mit Gedanken
Gedanken sind normal – Meditation bedeutet nicht, sie zu stoppen, sondern sie bewusst wahrzunehmen, ohne ihnen zu folgen. Stelle dir vor, Gedanken seien wie Wolken am Himmel: Sie ziehen vorbei, während du in der Stille verweilst.
Abschluss
- Kehre am Ende langsam mit der Aufmerksamkeit zum Körper zurück.
- Öffne sanft die Augen, strecke dich, und nimm den Zustand von Ruhe und Klarheit bewusst wahr.
- Nimm dir einen Moment, um den Übergang in den Alltag achtsam zu gestalten.
Regelmäßigkeit und Vertiefung
Tägliche Übung vertieft die Wirkung. Mit der Zeit entwickelt sich ein natürlicher Zustand innerer Gelassenheit – nicht nur während der Meditation, sondern auch im Alltag.
Essenz:
Meditation ist kein „Tun“, sondern ein „Zulassen“. Sie führt von der äußeren Aktivität zur inneren Stille, von der Identifikation mit Gedanken hin zum Erleben reiner Bewusstheit.
Unser ausführlicher Artikel zum Erlernen der Meditation:
Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung Der Begriff Meditation hat viele Facetten. Das Spektrum reicht vom Nachsinnen über ein Thema (vornehmliche Betrachtungsweise der Philosophen) bis zur völligen Gedankenstille. Im Folgenden findest du eine konkrete Anleitung der Schritte, welcher der Buddha himself seinen Schülern zum Lernen einer tiefen Meditation gegeben hat. Sicherlich nicht die schlechteste Herangehensweise, wenn du persönliche Entwicklung oder gar Erleuchtung zum Ziel deiner Meditationsreise auserkoren hast. Am Ende findest du eine Merkkarte zum Ausdruck – z. B. für das Portemonnaie. Hier weiterlesen: Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung Beitrag: Meditation lernen – eine grundlegende Anleitung
Meditation lernen – die grundlegende Anleitung aus dem Buddhismus
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Rezension "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates Der Meditationslehrer und promovierte Neurowissenschaftler Culadasa John Yates gibt uns mit diesem Buch eine detailreiche Anleitung zur Entwicklung unserer Meditation an die Hand. Eine umfassende Anleitung, wie wir Schritt für Schritt unsere Meditationspraxis vertiefen können. Ich kenne kein Meditations-Buch, das so präzise das Training des Geistes beschreibt und anleitet. Hier weiterlesen: Rezension "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps Yoga dient dem Zur-Ruhe-kommen des Geistes. Dazu praktizieren Yogis in sitzender Position. "Der Sitz soll fest und bequem sein" ist die Grundforderung vieler Yogaschriften an diese Körperhaltung. Beides will ein Meditationskissen fördern: Stabilität des Sitzes und dessen Komfort. Dieser Text bietet dir nicht nur eine Orientierung, welche Kissenhöhen, Formen und Füllungen es gibt, sondern erklärt auch, wie du Fehlkäufe vermeidest und dich in deiner Haltung wirklich wohl fühlst. Er führt dich durch die entscheidenden Aspekte von Anatomie, Sitzkomfort und Praxisrelevanz und hilft dir, die richtige Entscheidung für deine Meditationsroutine zu treffen. Auch was sollte man beim Meditationskissen alles achten? Unser Artikel gibt Antworten zu zahlreichen Fragen rund um das für dich optimale Kissen für deine Meditation. Hier weiterlesen: Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps Meditationsmusik: Arten und Wirkung (mit Beispielen) Meditationsmusik kann dir helfen, zur Ruhe zu finden, deine Gedanken zu ordnen und den Alltag für Momente hinter dir zu lassen. Ob du sie nutzt, um Stress abzubauen, deine Konzentration zu fördern oder einfach einen inneren Ausgleich zu schaffen – sie öffnet Klangräume, in denen Körper und Geist zur Ruhe kommen. Dieser Artikel zeigt dir unterschiedliche Formen von Meditationsmusik, erklärt ihre Wirkung und gibt dir Orientierung, damit du den passenden Klang für deine Bedürfnisse findest Hier weiterlesen: Meditationsmusik: Arten und Wirkung (mit Beispielen) Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana Das sechste Kapitel der Gheranda Samhita führt in einen Bereich des Yoga, in dem keine Körperhaltung mehr trägt und keine Atemtechnik mehr im Vordergrund steht: Dhyana, die meditative Kontemplation. Der Text beschreibt drei Wege der Meditation — über Form, Licht und das Subtile — und öffnet damit einen fremden, aber erstaunlich präzisen Innenraum. Wer moderne Meditation vor allem als Stressreduktion kennt, begegnet hier einer älteren, bildstarken Yogasprache: mit Nektarmeer, Juweleninsel, Guru, Gottheit, Kundalini und Atman. Das ist nicht immer bequem, nicht immer sofort zugänglich, aber gerade deshalb wertvoll. Denn dieses Kapitel zeigt, wie klassischer Yoga den Geist nicht nur beruhigen, sondern verfeinern, sammeln und auf Selbsterkenntnis ausrichten will. Hier weiterlesen: Zusammenfassung 6. Kapitel Gheranda Samhita: Dhyana Tinnitus durch Meditation auflösen? Lefthandraven fragt: Hallo allerseits, seit ich zurückdenken kann, habe ich Tinnitus. Bisher immer nur so stark, dass es gereicht hat, die Gedanken beim Meditieren zu „verdrängen“ – in letzter Zeit wird dieser ungebetene Gast aber lauter. Ich habe bemerkt, dass es möglich ist, die Lautstärke des Tinnitus irgendwie zu drosseln (durch die Imagination, dass der Tinnitus sich von einem entfernt...), aber da gibt es Grenzen – auf einem bestimmten "Deutlichkeits"-Niveau bleibt das dann stehen ... Kennt Ihr Methoden oder Techniken, wie man den Tinnitus ganz zum Verschwinden bringen kann? Wie stellt man es z. B. an, dass dieser unglaublich »hohe Ton« sich langsam in eine Tiefton-Frequenz wandelt? In der Theorie kann ich mir das zwar vorstellen, aber in der Praxis »rührt« sich nix. ... Die Antworten lauten wie folgt:Beitrag: Rezension "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates
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Studien zu Meditation & Yoga
Yoga und Meditation sind längst mehr als ein Trend – sie sind Gegenstand intensiver Forschung. Doch zwischen verheißungsvollen Versprechen und nüchternen Studienergebnissen liegt ein Spannungsfeld, das selten sauber aufgelöst wird. Dieser Bereich ordnet die wissenschaftliche Lage ein: Was ist tatsächlich belegt, wo bleiben Zweifel, und welche Effekte zeigen sich jenseits von Zahlen und Messwerten? Beispiele:
- Achtsamkeitsmeditation kann den Fokus steigern, gleichzeitig aber die Motivation für Aufgaben senken.
- Innere vs. äußere Ziele
Regelmäßige Praxis verschiebt den Fokus: weniger Streben nach äußeren Erfolgen, mehr Orientierung an innerer Zufriedenheit. Das kann als Gewinn – oder als Verlust von Ehrgeiz – interpretiert werden. - Stressreduktion
Yoga und Meditation senken nachweislich Stresslevel, sind aber nicht zwingend effektiver als andere Methoden wie Entspannungstechniken. Sie sind eine wirksame Option unter mehreren. - Wirkung bei Depression
Studien zeigen, dass Yoga depressive Symptome lindern kann, insbesondere bei regelmäßiger Praxis. - Meditation fördert Telomerase: Länger jung dank Meditieren
- Wie entspannt man sich am besten? Die Top 10 der größten Studie der Welt
➔ Viele weitere Ergebnisse auf der Themenseite "Yoga Forschung"
Meditation & Unsicherheit / Ängste
Meditation kann ein Gefühl der Unsicherheit und/oder verschiedene Ängste bewusst machen oder (scheinbar) verstärken. Es gibt mehrere Ansätze, wie du dich dann wieder besser fühlen kannst. Den besten Artikel zum Thema habe ich hier gelesen:
https://yogaworld.de/vertrauen-durch-meditation/
Ich empfehle den Artikel von Sally Kempton auch dann, wenn man nicht unmittelbar stark von Traurigkeit, Ängsten, Unsicherheit oder gar Depression betroffen ist.
Hast du einen Tipp bei Unsicherheit und Ängsten in der Meditation?
Hattest du auch schon unter diesen unangenehmen und bedrohlich erscheinenden Gefühlen und Gedanken in der Meditation zu leiden gehabt? Wenn dir dann etwas geholfen hat, teile es uns doch bitte hier mit:
Mögliche Meditationsobjekte zur Geistesentwicklung
In aller Regel wird über den Atem oder ein Mantra meditiert. Aber es gibt eine Vielzahl von potentiellen Meditationsobjekten. Viele davon wollen zu einer Geisteshaltung führen, die wir zu erreichen wünschen (Frieden, liebevolle Dinge etc). Zum Beispiel die 21 Objekte der sogenannten Lamrim-Meditation:
- Unser wertvolles menschliches Leben
- Tod und Vergänglichkeit
- Die Gefahr niederer Wiedergeburt
- Die Praxis der Zufluchtnahme
- Handlungen und ihre Auswirkungen
- Entsagung gegenüber Samsara (dem Schein, dem Maya, unserer dualen Weltsicht) entwickeln
- Gleichmut entwickeln
- Alle Lebewesen als unsere Mütter erkennen
- Sich an die Güte aller Lebewesen erinnern
- Gleichstellen vom Selbst mit anderen
- Die Nachteile der Selbstwertschätzung
- Die Vorteile, andere zu schätzen
- Austauschen vom Selbst mit anderen
- Großes Mitgefühl
- Nehmen
- Wünschende Liebe
- Geben
- Bodhichitta (Erleuchtungsgeist)
- Ruhiges Verweilen
- Höheres Sehen
- Sich auf einen Spirituellen Meister verlassen
Vorgehen: Schaffe dieselben Voraussetzungen wie bei der Atemmeditation. Nun konzentriere dich voll auf das Meditationsobjekt, spüre die Gefühle, die es bei dir hervorruft. Es handelt sich hierbei um analytische Meditation, die den Menschen auf den rechten Pfad helfen soll und ihn tief unterstützen möchte in seiner Sicherheit auf dem spirituellen Pfad.
Umfrage: Was hilft dir, tiefer zu meditieren?
Was hat dir geholfen, tiefer zu meditieren?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Ohne Erwartung zu meditieren. | 153 Stimmen |
| Einen ruhigeren Ort aufzusuchen. | 144 Stimmen |
| Früher am Morgen zu meditieren. | 96 Stimmen |
| Die Tiefe kam im Laufe der Jahre. | 75 Stimmen |
| Ein generell stressfreieres Leben. | 71 Stimmen |
| Eine spezielle Atemtechnik. | 71 Stimmen |
| Ein flexiblerer Körper, um entspannter sitzen zu können. | 62 Stimmen |
| Vorher weniger/gar nicht zu essen. | 56 Stimmen |
| Ein generell gesünderes Leben. | 51 Stimmen |
| Ein Meditationsretreat. | 43 Stimmen |
| Ein Lehrer, der sich gut mit Meditation auskannte. | 43 Stimmen |
| Raum zu verdunkeln. | 35 Stimmen |
| Ein spezielles Buch. | 32 Stimmen |
| Ein einstimmendes Morgenritual. | 31 Stimmen |
| Mehr Willenskraft einzusetzen. | 31 Stimmen |
| Später am Abend zu meditieren. | 31 Stimmen |
| Ein Wechsel des Meditationsobjektes. | 16 Stimmen |
Was hat deine eigene Meditationspraxis verändert bzw. gefördert?
Wie genau hat meine obige Wahl meine Meditation gefördert bzw. was konkret (Buch, Seminar, Methode, Lehrer ...)? Welche Erfahrung hat die eigene Praxis verändert? Was hilft dabei, tatsächlich regelmäßig zu meditieren? Woran zeigt sich persönlich, dass eine Meditation hilfreich war? Welche gut gemeinte Empfehlung hat sich im eigenen Alltag gerade nicht bewährt?

Ergänzung oder Frage von dir
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