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Ist Yoga eine Sekte?

Lullaby fragt:

Hallo, ich bin neu hier im Forum und betreibe seit 1 Jahr Yoga, im speziellen Sivananda-Yoga.

Als ich neulich mit einer Arbeitskollegin darüber gesprochen habe, verglich sie mein Hobby mit einer Sekte. Ich wollte mal fragen, wie ihr darüber denkt, wenn jemand, der Yoga nicht kennt, solch einen vagen Vergleich anstellt.

Mit meinem Bekanntenkreis kann ich darüber nicht sprechen, da sich niemand dafür interessiert.

Also: Hat Yoga Ähnlichkeit mit einer Sekte? Die Antworten lauten wie folgt:

Ramananda antwortet

Liebe Lullaby,

  • zu Punkt 1: Jemand, der den Yoga nicht kennt – was soll der denn dazu sagen können? Lass Dich von solchen Albernheiten nicht irritieren.
  • zu Punkt 2: Das ist oft so im Yoga. Man soll auch nicht mit jemandem darüber sprechen, wenn er kein Interesse zeigt (siehe oben). Tausch Dich doch hier im Forum mit echten Interessierten aus!

Mit liebem Gruß – Ram

alu2009

Naja, wenn man mich extra danach fragt, wie die Stunde war, nehme ich schon an, dass die Person auch wirklich daran interessiert ist. Dass sie dann einfach den Kopf schüttelt und sagt, dass es so ist, wie in einer Sekte, damit habe ich nicht gerechnet.

Ich weiß, dass es beim Sivananda-Yoga gewisse Regeln gibt, die man einhalten sollte, aber es bleibt eben jedem selbst überlassen, inwiefern man es wirklich tut. Bei meiner ersten Yogastunde hatte ich auch ein seltsames Gefühl, weil ich es nicht gewohnt war, dass die Leute so gelassen waren. Ich finde den Vergleich mit einer Sekte allgemein irgendwie witzig und wollte das nur mal loswerden.

alu2009

Hallo lullaby,

ich würde der Teilnehmerin sagen,

1.dass es immer gut ist, wach zu sein und genau hinzuschauen, was für einen stimmig ist und was nicht. Alles ist freiwillig, alles und auch wirklich alles!

2. ins Gespräch gehen und sie fragen, WAS für sie eine Sekte ausmachen würde und WAS in deinem Yoga unterricht sie daran erinnert.

3. wenn ihr ins Gespräch gekommen seid, kannst du ihr ja erklären, welchen Hintergrund bestimmte Dinge in deinem Unterricht haben, WARUM machst du dies oder das und was denkst du dir dabei... das schafft Transparenz und Klarheit und lässt einen selbst immer wieder als Yogalehrende überprüfen, ob man auch selbst hinter den Dingen steht, die man im Kurs anbietet.

Alles liebe,
alu

Micha

Hallo, jetzt muss ich auch meinen Senf dazu geben. Also Sivananda handhabt mit seinen Studenten sehr streng.
Doch Disziplin im Üben usw. macht u.a.Yoga ja auch aus.
Ich habe mich nach meiner Yogalehrer-Ausbildung bei Sivandanda auch von dieser Institution entfernt, da es mir nicht möglich war, so intensiv Yoga zu praktizieren.
Doch wer Yoga ernsthaft lernen will, der lernt meiner Meinung nach, bei Sivananda gut und intensiv!
Om Shanti,
Micha

Hintergründe zu diesem Beitrag

In diesem Forumsbeitrag ging es hoch her. Es wurden immer wieder Nebenthemen aufgemacht und gerne die eine oder andere (Yoga-)Organisation mit Vorwürfen bedacht. Ich (Peter) habe die gesamte Diskussion auf das Kernthema gekürzt, da der alte Post aufgrund gelöschter Antworten (auf Wunsch der User) nicht mehr verständlich war. Meiner Meinung nach hat das Kernthema (Ist Yoga eine Sekte?) hierdurch deutlich an Schärfe gewonnen. 

Es wäre schade gewesen, den Beitrag komplett zu löschen, da er viele interessante Gedanken enthält.

Hier nun noch die letzte Nachricht aus dem ehemaligen Forenbeitrag von Lars:

Liebe Freunde,

Nach Rücksprache mit Peter werden wir diesen Thread jetzt schließen, zumal es sich inzwischen mehr um den Umgang miteinander und unter Yogis geht. Dazu können wir gerne ein neues Thema eröffnen.

Licht und Liebe
Lars

yogam

Dies sind lediglich die Vorurteile, die die Leute mit sich tragen, wenn sie eine Organisation oder Yoga-Richtung Sekte nennen. Mein Rat wäre sich nicht von der Meinung der Anderen beeinflussen zu lassen und selber mit dem Herz den richtigen Weg finden. Bin selber nicht in der Sivananda-Richtung, trotzdem gebe ich mein Respekt gegenüber diesen großen Yoga-Meister.

Besma

Ich weiß nicht, aber ist dann nicht auch die katholische oder evangelische Kirche als Sekte zu sehen?
Da wird doch auch beeinflusst, es kostet Geld, es wird auch Druck gemacht usw. Ich denke, vielleicht ist ein Ashram einfach doch zu fremd hier bei uns und deshalb verbindet man damit eine Sekte?

Lullaby

@ Alu: Ich hab mich, glaub ich, falsch ausgedrückt. Bin keine Yogalehrerin. Habe eigentlich gemeint, dass eine Arbeitskollegin mich nach meiner Yoga-Stunde gefragt hat. Nachdem ich es ihr erzählt hab, schüttelte sie den Kopf und sagte, dass es schon wie bei einer Sekte ist.

Zum eigentlichen Thema:
Also ehrlich gesagt war mein erster Eindruck von Sivananda-Yoga auch nicht der beste. Als Normalsterbliche war ich etwas verunsichert von der Stimmung, die in dem Yoga-Zentrum herrschte. Alle schienen mir so ruhig und gelassen, als hätten sie Beruhigungsmittel genommen. Ganz anders, als ich es vom Alltag gewohnt war.

Aber ich hab mir dann gedacht, dass ich der Institution eine Chance gebe und seit dem ist jetzt über ein Jahr vergangen und ich geh immer noch gern hin. Ich muss zugeben, dass die Mantren anfangs recht abschreckend wirkten, aber man gewöhnt sich daran.

Ich finde die Theorie sehr interessant. Es wird eine Lebensphilosophie vermittelt, die ich vorher gar nicht kannte und ich hatte nicht den Eindruck, dass man uns etwas aufzwingen wollte. Es wird einem lediglich mitgeteilt, was es im Sivananda-Yoga zu beachten gibt und man darf sich selbst aussuchen, ob man daran festhalten möchte oder nicht.

Um das, was Besma gesagt hat, aufzugreifen, kann es wirklich daran liegen, dass diese Richtung noch sehr fremdartig erscheint. Wenn einer sagt „Grüß Gott“, ist das das Normalste, was es gibt. Auch über Himmel und Hölle oder Jesus zu reden. Fängt man aber an, von Wiedergeburt und Prana zu sprechen, kommt es gleich rüber, als wäre man einer Sekte beigetreten. Es gibt eben genug Leute, die sich damit nun mal nicht auseinandersetzen wollen.

Silvia75

@ Lullaby: Aus meiner ganz persönlichen Erfahrung heraus möchte ich sagen, dass ich früher (also als ich selbst noch überhaupt keine Erfahrungen mit Yoga hatte, schon eeeeeewig her ;-)) bei Yoga immer die Hare-Krishna-Sekte assoziiert habe oder die Sikh mit ihren weißen Turbanen.

Mich hat das als früher noch Yogaunwissende auch eher abgeschreckt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das anderen Menschen genau so geht, die bisher wenig Berührungspunkte mit Yoga hatten.

Nimm es deiner Kollegin also nicht übel. Sie wusste es nicht besser.

OM Shanti
Silvia

beate

Ramananda schrieb: „zu Punkt 1: Jemand der den Yoga nicht kennt – was soll der denn dazu sagen können? Laß Dich von solchen Albernheiten nicht irritieren.

... diese so treffende Feststellung ließe sich erweitern:
Jemand, der einen Tag der offenen Tür wo auch immer erlebt hat ... hat allenfalls einen Eindruck gewonnen, der in erster Linie sehr viel mit ihm selbst zu tun hat. Warum sollte der nicht Abstand von weiteren Besuchen nehmen? Es ist ihm doch völlig freigestellt. Dazu dienen eben „Tage der offenen Tür“.

M33

Hi,

ich hatte das Glück, an einen Sat Guru zu geraten, der selber erst einmal mehr als 20 Jahre unter seinem Sat Guru Yoga praktizierte, bevor er die Erlaubnis zur Weitergabe von Yogawissen bekam. (Früher sollen es an die 30 Jahre der beständigen Unterweisung gewesen sein, im Hatha Yoga!)

Er hat noch niemals auch nur den geringsten materiellen Nutzen aus dem Yoga gezogen wie aus Unterricht, aus Publikationen, etc.

Das ist der Geist des Yoga.

Mach Dich bloß nicht verrückt angesichts von Unzulänglichkeiten, die Du im Dunstkreis der Yoga-Marktwirtschaft überall erblickst.

Wo Yoga vermarktet wird, in welcher Form auch immer, ist der Geist des Yoga bereits in weite Ferne gerückt.

serapis

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

schreibe ein paar Zeilen zu diesem Thema:

Ich selbst beschäftige mich seit frühester Kindheit mit Spiritualität, meine persönlichen Erfahrungen gehen in Richtung Yoga, Rosenkreuzer, aber auch Theosophie, Anthroposophie und universitäres Forschen; Ich habe längere Zeit in Indien gelebt, Yoga studiert, lebte in Südafrika und vielen anderen Plätzen. Auch die Sivananda Organisation kannte ich bis vor ca. 5 Jahren recht gut:

Zunächst mal würde ich nicht so sehr auf Menschen am Arbeitsplatz hören, die meisten Menschen werden von Ängsten, Neid getrieben oder sind selbst manipulierte konsumENTEN; Du wirst immer wieder hören: Das ist nichts, das ist eine Sekte ...

Jede Organisation bringt Licht und Schatten mit sich; sie besteht aus Leuten wie Du und ich - und auch wenn wir z. B. Yoga seit 30 Jahren studieren können wir die Lehren der Meister nur durch unsere eigene „persona“ (maske) wiedergeben;

Als Lehrer kann ich Dir nur lehren, dass ich irgendwann „unnötig“ werde; und ich kann Dir nur geben - was ich selbst erfahren habe;

Ich kann Dir Asanas lehren, Atemübungen, Kriyas, Meditation - aber darum geht es am Ende nicht; das sind alles nur Schritte zu mehr Entspannung, Gesundheit und Freude am Leben - nicht die Spiritualität selbst; diese entwickelst Du alleine in Dir selbst; eine Gruppe oder ein Lehrer sind nur vorübergehende Wegbegleiter;

Ich habe selbst lange selbständig Yoga unterrichtet, die Schüler suchen sich entweder eine Organisation oder einen Lehrer - der / die am besten reflektiert, was sie gerade suchen.

Leider ist heute alles kommerzialisiert, Yogalehrer im Westen lernen „Marketing“ und „businessplannig“ und bekommen dann nach 2-4 Jahren ein von irgendeiner tollen Organisation, verband oder sonstigen „bullie verbänden“ anerkanntes „Diplom“ ... vollkommener Bullshit wenn ihr mich fragt .... ich habe viele Jahre mit meistern in Indien verbracht, die hatten keine Diplome und machten keine „businesspläne“ ...

Ich würde sagen - Vishnu Devananda ist seit 1993 nicht mehr unter uns - die Organisation wird noch weiter von einigen Schülern geführt und wie immer - verwässert ev. ein wenig - auch gibt es immer wieder Streitigkeiten wie in jeder anderen Gruppe.

Auch Rosenkreuzer, Freimaurer, Yogis, Kriya Yogis: um einen sehr charismatischen Führer bildet sich ein Kreis von Schülern, eine Organisation wird gebildet, und am Ende ist nurmehr die Organisation über, und entwickelt sich dann recht oft ein wenig „abenteuerlich“ ... sagen wir mal.

Die Sivananda Organisation hat sich massiv verändert in den letzten Jahren, Yogalehrerkurse mit mehr als 300 Teilnehmern bringen sehr viel Geld in die Kassen - wie gut die Ausbildung der Lehrer heute ist, kann ich hier nicht so sehr beurteilen - ich denke es ist vielmehr ein „hineinschnuppern“ ins Yoga, 2x 1 Monat in einem Ashram können bereichernd sein ... allerdings auch teuer ;-)

Natürlich suchen sich Organisationen immer wieder Schüler raus, die bereit sind, am Aufbau mitzuarbeiten, die Sivananda Organisation ist hier ein wenig eigenartig aufgebaut, nicht bezahlte Helfer leben in den europäischen oder indischen Zentren und vergessen nicht selten, dass sie auch ein Leben haben werden, wenn sie mal aus der Organisation austreten?! So sehe ich es zumindest.

Behalte Dir einen kritischen Geist, geh den Weg alleine; die Sivananda Organisation lehrt die Rishikesh-Asana-Serie ... die find ich sehr entspannend und geeignet auch für ältere Menschen.

Ashtanga ist da mehr dynamisch, aber auch wesentlich anstrengender und „physischer“.

Kriya-Yoga ein energetisches Atmen, satyananda ein sehr spirituelles und durchdachtes System - voller Atem- und Meditationsübungen und einem sehr wirkungsvollen kriya yoga mit 20 kriyas; (später dann 76 kriyas).

Tja, es gibt noch wesentlich mehr auf dem „Markt“ ... grundsätzlich: je mehr jemand sein tolles Yogasystem bewirbt, desto mehr werdet ihr vermutlich zur konsumENTE; echte Meister sind selten, (ob im Westen oder Osten), jene, welche ich kannte, sind alle verstorben; Scharlatane und Ausbeuter sind gerade am spirituellen Markt eher die Regel; leider;

wintersun

Serapis schreibt: ".... als Lehrer kann ich Dir nur lehren, dass ich irgendwann „unnötig“ werde; und ich kann Dir nur geben - was ich selbst erfahren habe;
.....
die Schüler suchen sich entweder eine Organisation oder einen Lehrer - der / die am besten reflektiert, was sie gerade suchen;"

Hi serapis,

danke für deine Zeilen. Einiges, was Du schreibst, gefällt mir richtig gut.

Liebe Grüße Klaus

tulsi

Hey hey ... kein Grund zur Aufregung: it´s all business...
Und es gibt halt Leute, die sind echt gut in Vermarktungs-Strategien, ziehen erfolgreich große Unternehmen auf, was aber über die Qualität der angebotenen Produkte noch lange nichts aussagt. Solange der Markt so ist, wie er eben ist: Viele Leute wollen möglichst schnell und möglichst billig zu möglichst dekorativen, vorzeigbaren Ergebnissen kommen (Zertifikat hier und dort für dieses und jenes), solange wird es auch die entsprechenden Angebote geben. Was kann Mann/Frau tun? Sich an den Inhalten orientieren, und nicht an den Ergebnissen!!! Mut, sich auf einen schwierigen Weg einzulassen, und Demut, das eigene Ego nicht allzu ernst zu nehmen, das sind gute Voraussetzungen für Yoga.
Herzliche Grüße! Tulsi

Silvia75

Liebe Tulsi,

du sprichst mir aus der Seele. Danke.

Der Markt orientiert sich eben an Angebot und Nachfrage. Gibt es für Organisationen genug Nachfrage, breiten sie sich weiter aus. So einfach ist das.

Es bleibt ja jedem selbst überlassen, sich hierzu eine eigene Meinung zu bilden und vielleicht eine andere Wahl zu treffen, oder? ;)

Liebe Grüße
OM Shanti
Silvia

serapis

PS: Das ist eben das Problem, dass diese „Yoga-Verbände“ Yogalehrer Kurse anbieten ohne jedes Verständnis für „authentisches Yoga“;

Diese Armee von Diplom - Yogalehrern „vermarktet“ etwas, das sie selbst nicht verstehen; und man schließt sich zu weiteren Verbänden zusammen und verwestlicht eine östliche Weisheitslehre ...

Es ist in Ordnung, es Yogi Bo, didl Yogi - Schnick Schnack Yogibums zu nennen ... nur bitte erklärt den Leuten nicht, dass ihr Yoga-Meister seid ...

jukiwi

Hallo serapis,

deinen Vergleich von Tae Bo und Budo finde ich genial - er beschreibt sehr treffend, was zur Yoga-Szene zu sagen ist.

tulsi

Yoga Sutra I-33: Der Geist wird geklärt durch Kultivierung von Freundlichkeit, Empathie, Zufriedenheit sowie Gleichgültigkeit gegenüber Freude, Leid, Erfolg und Misserfolg

Wenn wir uns an die Aussage des Weisen Patanjali halten ... es ist wahrhaftig nicht leicht, aber man kann es üben ... und dann erübrigt sich jeglicher Streit. Denn wir sind grundsätzlich allen anderen gegenüber wohlwollend (maitri), haben Mitgefühl (karuna), empfinden Mitfreude mit dem Guten (mudita) - und sind gleichmütig gegenüber dem Schlechten (upeksha).

Wer sich selbst einen Meister nennt, aber es nicht ist - das ist sein Problem, nicht meines. Wer andere schlecht macht, ist es definitiv nicht. MeisterIn ist der/diejenige, welche/r die vier Tugenden verinnerlicht hat, und mutig und demütig zugleich den eigenen Weg geht.
Herzliche Grüße!
Tulsi

Ramananda

serapis schrieb: "… yoga"lehrer“ welche kein Sanskrit Verständnis haben können Yoga überhaupt nicht unterrichten?!"

Liebe(r) Serapis,

ein bisschen dick aufgetragen ist es schon, was Du da sagst …
:)

serapis

Nein, ich denke nicht. Nimm nur mal die Chakra-Symbole her,

Vishuddha chakra - 16 Sanskrit Laute - 16 nadis - mit vishuddha verbunden ...

Warum empfiehlt man einem Studenten, z. B. Schulterstand - auf welche Organe, Energiezentren wirkt er - welche Meridiane werden stimuliert?

Wie singt man die Mantras, wenn man die Sanskritlaute nicht richtig sprechen kann?

Wie kann man Ayurveda und Patanjali verstehen sowie die Bagavad Gita - wenn man kein Sanskrit versteht?

Yoga ist wesentlich mehr als Asanas ;-)

Sorry, wenn sich jemand durch meine Posts angegriffen fühlt - aber Yoga ist soviel mehr als „yogarobik“ , 300 euro Monatskarten und 200 euro Yogahöschen vom Designer Label ... für Schönwetteryogis...

Es geht um ein Verständnis für Entspannung, Atmung, richtiger Konzentration, zurückziehen der Sinne und ev. aufgehen in Samyama ...

Ramananda

serapis schrieb: "… Sorry wenn sich jemand durch meine posts angegriffen fuehlt - aber yoga ist soviel mehr als „yogarobik“ ..."

Hi Serapis,

ich glaube, Du wirst schon richtig verstanden; Dein Anliegen ist ehrenwert und niemand fühlt sich angegriffen (oder?). :)

Darf ich trotzdem einwenden: Der geistige Yoga ist eine UNIVERSALE Lehre und soll von allen Menschen verstanden werden. Dazu ist die Kenntnis des Sanskrits nicht nötig.

Man muss Shri Patanjali nicht im Original lesen, eben sowenig die Gita – nötig ist nur, ihre ESSENZ verstanden zu haben, gleichgültig in welcher Sprache.

Die Chakras, die Nadis, die Mantras, Yantras, Tantras – alles nur »Beiwerk«; gewiss interessant, aber nicht nötig. Und nicht selten sogar eher ein Hindernis, weil man »nicht zum Punkt kommt« ! Die Mehrzahl der indischen »Meister« besteht in dieser Hinsicht eben nicht aus Meistern; sie sind in meinen Augen lediglich Pandits (»Gelehrte«), die von morgens bis abends ihre Sachen derart – Verzeihung – »runterleiern«, dass ich immer wieder den Eindruck nicht loswerde: Auswendig gelernt, aber nicht wirklich verstanden.

Yoga ist MIND-CONTROL = die Beherrschung der Wünsche, Gedanken, Emotionen, des eigenen Geistes. Das versteht jeder vernünftige Mensch, selbst wenn er weder Lesen noch Schreiben kann.

Mit liebem Gruß,
Ram

beate

Wie schön, lieber Ramananda, dass du Yoga vom Sockel der Gelehrsamkeit holst. Nichts gegen dich, lieber Serapis, aber die Fallen auf dem Yogaweg kleiden sich auch in Stolz auf geistige + körperliche Errungenschaften.

Auch nichts gegen Schriftenstudium ...

Einfachheit (nicht: simpel) und Zugänglichkeit für jeden, der sich „angesteckt“ fühlt vom Geist des Yoga, gehört m.A. nach zum ABC des Yoga. Toleranz gegenüber dem, der vielleicht noch in den Kinderschuhen des Yoga steckt, körperlich und geistig, macht den Yogi glaubwürdig.

serapis

Sanskrit nicht nötig ...

Nun ja, Sanskrit ist, wie die Kabbala auch oder die persische Avest, eine uralte Symbolsprache, und die einzelnen Laute verbinden sich nicht nur mit einem Laut, sondern auch mit einer Zahl, Farbe und Idee;

Man kann mit 26 arabischen Buchstaben diese Urideen nur sehr begrenzt übersetzen.

A ..... im Sanskrit A, AH, AHA etc. .... total unterschiedliche Aussprachen sowie total unterschiedliche Nadis / Meridiane ...

JHVH ... in der Kabbalah .... J VHV .... adam eve .... bzw. auch die 4 Elemente ....

JHSVH .... Jesus

In der Kabbalah ist der Name Gottes und der von Jesus also fast identisch.

Übersetzt man es ins Deutsche, kommt ein völlig anderer Sinn heraus.

Selbiges im Sanskrit.

Wie übersetzt man etwa den Begriff samyama? Der Schlüsselbegriff bei Patanjali ....

Alle Sutras mit samyama

Yoga Sutra III-46: Daraus entsteht ein vollkommener und unverwundbarer Körper sowie die Fähigkeit, sich winzig klein zu machen

Yoga Sutra III-45: Durch Samyama auf die Elemente - ihre groben, feinstofflichen, essentiellen Zuständen, ihren Beziehungen und ihrem Zweck - erlangt der Yogi Herrschaft über die Elemente

Yoga Sutra III-44: Durch Samyama auf Gedankenwellen jenseits des Intellektes verschwindet der Schleier vom wahren Selbst und der Yogi kann außerhalb des Körpers verweilen

Yoga Sutra III-43: Samyama auf die Beziehung von Raum (Äther) und Körper, so dass die Verbindung so leicht wie Watte wird, führt zur Fähigkeit, durch den Raum zu reisen

Yoga Sutra III-42: Samyama auf die Beziehung zwischen Hören und Raum führt zu gottgleichem Hören

Yoga Sutra III-38: Dies sind im äußeren Leben außergewöhnliche Kräfte, aber Hindernisse auf dem Weg zum Samadhi

Yoga Sutra III-37: Von Samyama auf Purusha entstehen intuitives Hören, Sehen, Schmecken und Riechen

Yoga Sutra III-36: Äußeres Vergnügen beruht auf fehlender Unterscheidung zwischen wahrem Selbst und Intellekt. Samyama auf die Interessen des wahren Selbstes führt zum Erkennen des wahren Selbstes

Yoga Sutra III-35: Samyama auf das Herz führt zum Wissen über die Natur unseres Bewußtseins

Yoga Sutra III-34: Intuition führt zu Wissen von allem

Yoga Sutra III-33: Samyama auf das Licht am Scheitel führt zu Visionen von Siddhas

Yoga Sutra III-32: Samyama auf Kurma-Nadi (Sushumna, Energie der Wirbelsäule) führt zu Festigkeit

Yoga Sutra III-31: Samyama auf die Höhle der Kehle beendet Hunger und Durst

Yoga Sutra III-30: Samyama auf das Nabel-Chakra führt zu Wissen über den Aufbau des eigenen Körpers

Yoga Sutra III-29: Durch Samyama auf den Polarstern erlangt der Yogi Wissen um den Lauf der Sterne

Yoga Sutra III-28: Samyama auf den Mond führt zu Wissen um den Verlauf der Sterne

Yoga Sutra III-27: Samyama auf die Sonne führt zu Wissen über das Universum

Yoga Sutra III-26: Samyama auf das Licht der Wahrnehmung führt zu Wissen über Subtiles, Verborgenes und Fernes

Yoga Sutra III-25: Durch Samyama auf die Kräfte eines Elefanten [oder anderer Tiere], bekommt der Yogi dessen Stärke

Yoga Sutra III-24: Durch Samyama auf die Liebe und anderen Tugenden, erhält der Yogi deren Stärke

Yoga Sutra III-23: Die Wirkungen des Handelns - Karma - sind aktiv erkennbar oder ruhen. Samyama über das Karma führt zur Vorahnung des Zeitpunktes des eigenen Todes

Yoga Sutra III-22: Auf diese Weise verschwinden auch Töne und andere Sinneswahrnehmungen

Yoga Sutra III-21: Samyama auf den eigenen Körper führt zur Unsichtbarkeit für andere

Yoga Sutra III-20: Aber wir erkennen durch Samyama nicht die ganze Natur eines Menschen, denn diese ist kein Objekt, das sich beobachten lässt

Yoga Sutra III-19: Durch Samyama auf den Geist eines Menschen erkennt der Yogi dessen Gedanken

Yoga Sutra III-18: Samyama über die Samskara erhält der Yogi Wissen über frühere Leben

Yoga Sutra III-17: Klang, Vorstellung und Bedeutungen überlagern sich und verwirren den Geist. Samyama auf die Trennung dieser Drei versteht der Yogi die Sprachen aller Wesen

Yoga Sutra III-16: Durch Samyama auf die drei Arten der Veränderung entsteht Wissen über Vergangenheit und Zukunft

Yoga Sutra III-8: Doch auch diese Drei sind nur die äußeren Aspekte der samenlosen Versenkung

Yoga Sutra III-7: Gegenüber den vorhergehenden (Yama, Niyama, Pranayama, Asana, Pratyahara) sind diese drei (Dharana, Dhyana, Samadhi) die inneren Glieder des achgliedrigen Pfades

Yoga Sutra III-6: Der Fortschritt im Samyama erfolgt in Stufen

Yoga Sutra III-5: Aus der Meisterung von Samyama entsteht vollkommenes Wissen über das Wahrgenommene

Yoga Sutra III-4: Das Üben der drei zusammen (Dhahrana, Dhyana, Samadhi) ist Samyama (völlige Sammlung)

oder: om namo bagavate ....

Wenn man die Meridiane zu diesem Mantra kennt, ergibt sich ein „Schaltplan“ ... ein völlige anderer „Sinn“ des Mantras, als die wortwörtliche Übersetzung ....

Silvia75

Noch einmal zum Thema Sekte: Es gab vor Jahren leider schlechte Erfahrungen in meiner Familie mit einer „richtigen“ Sekte. Ich verschließe vor sektenartigen Strukturen ganz gewiss nicht die Augen, aber es gibt weit Schlimmeres als das hier angerissene.

serapis

Man kann Yoga, Zen, Tai-Chi, Rosenkreuzertum etc. eben nicht in ein System pressen; Spiritualität wird (vor)gelebt von einzelnen Menschen, die es zu einem gewissen Maß an Meisterschaft gebracht haben;

All diese Menschen vergaben keine Diplome an Ihre Schüler.

Wer auf ein Diplom aus ist, sollte seine eigene Motivation überprüfen - es ist eine Massenabfertigungsindustrie - all jenen die es nicht in eine seriöse Uni geschafft haben, um teures Geld ein natropaph, Yogalehrer, Aroma- oder sonstiges Therapeut Diplom/ Bachelor Zeugnis zu verkaufen,

Man ist damit konsumENTE und wird vermutlich niemals unterrichten - vielmehr hat man 3000 Euronen abgelegt für ein Blatt Papier,

Ich habe bisher authentisches Yoga nur in Indien erleben dürfen - manchmal besuche ich gut geführte Asana Klassen - ansonsten habe ich in 30 Jahren in Europa, USA und Australien - wo ich momentan permanent lebe .... Nichts wie Halbwahrheiten und Unsinn über Yoga hören müssen,

Wenn Westler dann in orange als heilige Männchen/ Weiblein verkleidet herumlaufen meldet sich bei mir ein gesunder Brechreiz ....

PS: Sind es nicht die Zwerge auf den Schultern der Riesen ... die sich mit einem SIVNANDA Diplom, Satyananda Bachelor oder Fachverband der Yogalehrer Zertifikat brüsten ...?

Meine Vorschläge für noch mehr Umsätze:

Dr. Antroposophie
Ritter von der Rosenkreuz (Nuss)
Master Yogibus
Aroma Bachelor

Universität von Oxbridge / Camford ... Boris Jelzin Yogainstitut ... oder wie wärs mit Obama Yogacollege, es finden sich sicher für all diese Titel massenhaft Anwärter ....
OM Shanti ;-)

jukiwi

Hi zusammen,

ich möchte zu dem Teil der Diskussion, die sich auf die Frage „Wer hat das wahre Yoga“ bezieht, diese Geschichte beisteuern:

„Ein gelehrter Mann saß am Ufer eines breiten Flusses und meditierte. Da hörte er am anderen Ufer jemanden mit großer Inbrunst ein Mantra singen, von dem es hieß, wer es richtig singe, könnte auf dem Wasser gehen.

„Oh, der arme Mann“ dachte der Gelehrte, „er singt das mit einer völlig falschen Betonung. Ich muss ihm das richtig beibringen.“ Er nahm ein Boot, ruderte an das gegenüberliegende Ufer und lehrte den armen Fischer die richtige Aussprache.

Dann ruderte er zufrieden zurück. In der Mitte des Flusses hörte er hinter sich Schritte und sah den armen Fischer über das Wasser auf ihn zulaufen. „Verzeiht, großer Gelehrter,“ rief der Fischer „Wie war genau die Betonung?“

om shanti,

jukiwi

Ava

@serapsis:
Genau ... um in diese frage von Sekte ja oder nein schlecht oder gut sinnig zu diskutieren müsste man es unter einem sozialkritischen und religionspsychologischen licht sehen.
Wir leben nun mal in einem entmystifizierten Alltag und dies bringt einfach die Sehnsucht nach mehr im Menschen auf...

Dann kommen östliche Gurus (oder wer auch immer) und stopfen diese Sehnsucht nach fremder Glückseligkeit und gleichzeitig natürlich ihre Geldtaschen.

Genau wie Maharischi, der sich ja von einer Sekte zum Konzern entwickelt hat, mal sagte: Wenn der Schüler sich mit einem persönlichen Mantra als etwas Besonderes fühlt und wenn er damit meditieren kann, dann bekommt er es. Dass fast alle das gleiche persönliche Mantra bekamen, war dann natürlich für diejenigen, die den Schleier der Verschwiegenheit gelöst haben, sehr enttäuschend. Das mindert aber den Wert der Meditation, den sie auf dieses Mantra gemacht haben, nicht. Manche brauchen eben ein bisschen Science-Fiction, um satt zu werden.

Ich bin der Überzeugung, wir bekommen hier alle und egal wo kein richtig authentisches Yoga. Dafür fehlt auch schon mal die richtige Lebensführung. Bei mir auch.

Ich denke, jeder Mensch besteht aus Chakras oder Energiezentren. Egal ob deutsch oder indisch. Deshalb kann auch jeder Mensch Yoga machen.

Es gab bei den keltischen Druiden, die ja unseren Gefilden als Vorfahren näher kommen, eine Art druidischen Tanzes, der mit Yoga vergleichbar ist. Ich weiß nicht mehr, wie man es nennt, aber ich denke, man findet in jedem Kulturkreis solche Techniken, um sich wieder in Reihe zu bringen. Und wenn man merkt, es tut einem gut, dann ist es wohl richtig.

Schöne Geschichte, yukiwi, entspannt immer so eine Diskussion, finde ich.

Sukadev
Gründer und Leiter von Yoga Vidya (geschrieben im April 2012)

Es wird in diesem Forum immer wieder auf die Beziehung zwischen Sivananda Yoga und Yoga Vidya eingegangen. Ich möchte dazu ein paar Infos geben:

Swami Sivananda lebte von 1887-1963. Er war indischer Arzt und Yoga-Meister. Er war einer der Yogis, der Yoga populär gemacht hat. Swami Sivananda lehrte den ganzheitlichen („integral“) Yoga, welcher den körperbetonten Hatha Yoga mit den spirituellen Yoga Arten Karma Yoga, Bhakti Yoga, Kundalini Yoga, Raja Yoga und Jnana Yoga verbindet.

Swami Sivananda war einer der Wegbereiter des Hatha Yoga im Westen: Er ermutigte Andre van Lysebeth und Boris Sacharow, Yoga in Europa zu lehren. Er sandte Schüler wie swami Vishnudevananda, Swami Venkatesananda und Swami Chidananda in den Westen. Auch bei der Gründung des BDY (Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland) waren einige Sivananda-Schüler Gründungsmitglieder. Die Stiftung, die Swami Sivananda ins Leben rief, heißt „Divine Life Society“. Der Hauptsitz ist der Sivananda Ashram in Rishikesh.

Einer der Schüler von Swami Sivananda war Swami Vishnu-devananda. Er wurde von Swami Sivananda 1957 in den Westen geschickt, um Yoga zu lehren. Swami Vishnu-devananda (1927-1993) gründete die Sivananda Yoga Vedanta Zentren, bzw. die „International Sivananda Yoga Vedanta Centers“.

Die von Swami Sivananda gegründete „Divine Life Society“, die von Swami Vishnu-devananda gegründeten „Sivananda Yoga Vedanta Zentren“ und „Yoga Vidya“ in Deutschland sind voneinander unabhängig, aber in Freundschaft miteinander verbunden.

Ich selbst als Gründer und Leiter von Yoga Vidya fahre regelmäßig in den Sivananda Ashram Rishikesh. Yoga Vidya organisiert regelmäßig Gruppenreisen in den Sivananda Ashram - und viele die mit Yoga Vidya enger verbunden sind, erfahren ihre Inspiration auch in diesem Ashram. Repräsentanten des Sivananda Ashrams Rishikesh besuchen Yoga Vidya regelmäßig, z. B. der Vice President Swami Yogaswarupananda.

Ich habe bei Swami Vishnudevananda 1980-1991 gelernt. 1992 habe ich nach einem längeren Aufenthalt in Rishikesh das erste Yoga Vidya Zentrum in Frankfurt gegründet.

Yoga Vidya ist mit Sivananda Yoga Vedanta freundschaftlich verbunden. Ich unterhalte mich regelmäßig mit den Leitern von Sivananda Yoga Vedanta, und viele der Mitarbeiter bei Yoga Vidya haben ihre Ausbildung bei Sivananda Yoga Vedanta erhalten. Yoga Vidya arbeitet auch mit den anderen deutschen Yoga Verbänden (z.B. BDY, Deutsche Yoga Gesellschaft, 3HO, Iyengar Yoga, Kneipp-Bund e.V. mit dem Verband der Yogalehrenden im Kneipp-Bund) zusammen.

Es gibt viele Gemeinsamkeiten und ein paar Unterschiede zu den Sivananda Yoga Vedanta Zentren.

Gemeinsamkeiten:

  • Ganzheitliches Yoga für Gesundheit, persönliche Entwicklung und spirituelle Erfahrung
    Hatha Yoga basierend auf der von Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda populär gemachten „Rishikesh-Reihe“ mit Pranayama, Sonnengruß, 12 Grundstellungen, Tiefenentspannung
  • Aufbau des „Satsangs“ mit Meditation, Mantra-Singen, Friedens-Gebeten, Arati

Unterschiede:

  • Yoga Vidya ist basisdemokratisch organisiert, d.h. alle wichtigen Entscheidungen werden von allen Mitarbeitern in demokratischen Abstimmungen getroffen; Sivananda Yoga Vedanta International ist eher in Anlehnung an eine gemeinnützige Stiftung organisiert
  • Sivananda Yoga Vedanta ist mehr international orientiert - Yoga Vidya ist mehr bezogen auf den deutschen Sprachraum
  • Yoga Vidya bezieht etwas mehr die Lehren aus anderen Richtungen sowie aus Psychotherapie, Physiotherapie und Medizin mit ein.
  • Yoga Vidya hat einen stärkenen wissenschaftlichen Anspruch und legt großen Wert darauf, dass die Wirkung der Yoga Übungen wissenschaftlich erforscht wird. Yoga Vidya arbeitet mit Wissenschaftlern der Universitäten Witten-Herdecke, Gießen, Bielefeld und Magdeburg zusammen und fördert die wissenschaftliche Yoga-Forschung sowohl finanziell als auch durch Hilfe beim Finden von Versuchspersonen.
  • Yoga Vidya legt einen besonders starken Wert auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und ist deshalb in verschiedenen Dachverbänden Gründungsmitglied, und auch in örtlichen Vereinen aktiv.

Allerdings überwiegen insgesamt die Gemeinsamkeiten. Wer ein Yoga Vidya Seminarhaus kennt, wird sich in einem Sivananda Yoga Vedanta Seminarhaus gleich vertraut fühlen und umgekehrt.

serapis

Meine persönlichen Erfahrungen mit Sivananda und Yoga Vidya - auf wenige Sätze subsumiert:

Sivananda ist heute sehr kommerziell eingestellt; ich kenne das Zentrum in Wien, sehr nette Leute und schöne Kursräume, günstiges Yoga, guter Buchshop; ein Besuch für einige Asana Stunden oder die wöchentliche Meditation ist ok; die Kasse klingelt aber ganz schön mit 20 Yogalehrerkursen im Jahr mit bis zu 300 Teilnehmern, die 4000 Dollar zahlen und indischen Unterkünften, Kursleitern die nicht bezahlt werden und essen welches superbilligst zubereitet wird ....

Dann noch all die Zentren, in Wien kommen nicht selten hunderte Kursbesucher pro Tag und die Kreditkarten werden im Sekundentakt durchgezogen, Bücher, CDs, Glöckchen und was weiß ich - gekauft ...

In Indien habe ich 2 Ashrams besucht - die Vorträge waren interessant und das Yoga eben typische Rishikesh-Serie, sehr entspannend und vor allem für ältere Menschen oder Anfänger durchaus ein Weg, mit Yoga zu beginnen;

Sehr geeignet im Übrigen, wenn man durch Indien reisen will - einfach von Ashram zu Ashram - da bekommt man gute Infos, essen ok, Unterkunft günstig und sicher .... hat also sein Positives .... auch wenn ich den grinsenden Swamijis keinen Millimeter traue und sich so manche Swami/SchülerIn Beziehung sehr „intensiv“ gestalten dürfte ... sagen wir mal ...

Und von westlichen „heiligen“ Leutchen in Orange mit Swami Titelchen - kann ich nur warnen ...

Yoga Vidya - in Baden und Wien: (ca. 4 Jahre her) sehr engagierte Yogalehrerin, schöne Zentren, die Kurse - habe 1 Stunde mitgemacht - recht in Ordnung;

Um mit dem Yoga zu beginnen, denke ich - ein paar Kurse können einem durchaus weiterhelfen;

Mir persönlich ist es viel zu kommerziell - und ich halte nichts von Yogadiplomen, ebenso wenig im Übrigen von österreichischen wie deutschen Yogaverbänden und 4-jährigen Lehrerkursen;

Auch Kriya Yoga Organisationen mit ihren ewigen „Seelenfriedenemails“, guruji andachten und Masseneinweihungen sind mir persönlich ein Graus ..

Yoga ist wesentlich mehr als asanas, neti kännchen und diplome; sämtliche organisationen haben jeweils ne klebrig - kommerzielle „Schwingung“ die mich eher abstößt;

ich bin überzeugt, dass Menschen, die etwa auf Ashtanga Yoga, yoga vidya oder sivananda zentren „hängen bleiben“ - zu konsumENTEN werden;

was aber nicht heißen soll, dass man nicht gelegentlich Kurse besuchen kann (z. B. ayurvedischen kochkurs, asanakurs oder meditationsgruppe).

Und wer ein Yogalehrerdiplom zu Hause hängen haben will und 3000 Euro investieren will - warum nicht, es gibt schlimmeres.

Wer dann 40 Jahre lang Astanga Serien durchführt oder selbige Zeit mit gratis Sivananda Sklavenarbeit (ups, das heißt ja karma yoga ;-) ) verbringt - damit die Centers noch mehr Geld verdienen können .... naja ... bleibt ja jedem(r) selbst überlassen.

Swami Sivadasananda
(geschrieben im April 2012)

@serapis
Om Namah Sivaya
Ich bin langjähriger Mitarbeiter der Sivananda Yoga Zentren und möchte Dir Informationen geben, die hoffentlich Deinen Eindruck erweitern können.

Das Sivananda Zentrum in Wien war das Erste, das Swami Vishnudevananda in Europa gegründet hat. Dieses Wochenende feiern wir den 40ten Geburtstag.

40 Jahre lang haben unzählige Lehrer, Mitarbeiter und Schüler in rein ehrenamtlicher Arbeit eine kraftvolle Oase von Positivität und Frieden mitten in der Stadt ermöglicht. Wenn ich mir einen Augenblick lang vorstelle, wie viel Entspannung, Klarheit und innere Erneuerung bereits in den Räumen des Zentrums geflossen sind, erfüllt es mich mit Dankbarkeit für alle, die mitgeholfen haben, sowie mit großem Respekt für die spirituelle Kraft des Yoga, die Swami Sivananda und Swami Vishnudevananda so großzügig weitergegeben haben.

Ich kann Dir versichern, dass alle finanziellen Mittel nur in die Aufrechterhaltung bzw. Erweiterung des Zentrums geflossen sind. Die Einnahmen des kleinen Yoga Shops unterstützt die Zahlung der Miete, die in der Innenstadt von Wien nicht billig ist.

Die durchschnittliche Teilnehmerzahl in den Sivananda Yoga Lehrerausbildungen in Europa liegt bei etwa 40 Personen.

Unsere Sivananda Ashrams in Indien sind in den letzten 10 Jahren buchstäblich überrannt worden. Jedes Jahr wurden einfache Schlafsaalunterkünfte hinzugebaut, um die steigende Zahl der Teilnehmer sowohl im Yogaferienprogramm wie auch an den Yogalehrerausbildungen unterzubringen.

An den Programmen nehmen nicht nur westliche, sondern auch viele indische Schüler teil. Für westliche Teilnehmer beträgt die Gebühr für die vierwöchige Lehrerausbildung 1900 US$ im Zelt, 3000 US$ im Doppelzimmer mit Klimaanlage. Diese Preise ermöglichen es, dass die indischen Teilnehmer für einen Bruchteil dieser Gebühr teilnehmen können.

Die Erlöse aus den Yogalehrerausbildungen haben es ermöglicht, angemessene Räumlichkeiten für die Sivananda Zentren in den Großstädten Delhi, Chennai und Trivandrum zu finden. Vielleicht weißt Du, dass das urbane Leben in Indien immer schwieriger wird, die Gesellschaft erstickt im Materialismus. Jetzt wenden sich immer mehr junge Inder wieder „ihrer“ Yogatradition zu, und die Sivananda Zentren können auch ihnen eine kleine Oase in den Städten anbieten.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl in den Sivananda Ashrams in Indien, unterrichten die europäischen Sivananda Zentren selbst Yogalehrerausbildungen in etwas kleinerem Rahmen in Indien. Im März 2013 wird die nächste Ausbildung in Rudraprayag, Himalayas stattfinden. Der Asanaunterricht findet nach Sprachgruppen getrennt statt, die größte Gruppe hat maximal 50 Teilnehmer. Das Anmieten der Anlage in Indien und die Anreise von zirka 20 ehrenamtlichen Swamis, Lehrern und Helfern führt dazu, dass, die Gebühren dementsprechend etwas höher sind. www.sivananda.eu

Du erwähnst, dass Du von intimen Beziehungen zwischen Swamis und Yogaschülerinnen gehört hast. Zunächst mal: von den etwa 20 Swamis der Sivananda Zentren in Europa sind die Hälfte Frauen.

Sowohl unter den Swamis, die Swami Sivananda selbst eingeweiht hat, wie auch unter denen, die von Swami Vishnudevananda eingeweiht wurden, hat es immer wieder Fälle gegeben, wo ein Swami oder eine Swami sich bewusst wurde, dass er oder sie ein starkes Bedürfnis nach Paar- und Familienbeziehung hat. Sie legen das Swamigelübde ab und gehen ihren spirituellen Weg weiter. Swami Sivananda wurde deshalb oft kritisiert. Er antwortete sinngemäß: Was für einen Sinn macht das Entsagungsgelübde im Alter von 60 Jahren? Wie viel Energie und Gesundheit ist dann noch für spirituelle Praxis übrig? Daher weihe ich auch sehr junge Menschen ein. (Swami Vishnudevananda wurde Swami im Alter von zirka 20 Jahren). Und wenn sich mit den Jahren neben den starken spirituellen Tendenzen tatsächlich ein starke Notwendigkeit für Partner- und Familienbeziehung manifestiert, sollte man das akzeptieren. „Es ist besser auf einen Löwen zu zielen und ihn zu verfehlen, als auf einen Schakal zu zielen und ihn zu treffen.“

Gerne würde ich mich mit Dir während der 40-Jahre Feier in Wien persönlich unterhalten.
Om shanti
Swami Sivadasananda

Michael108

Kann mir mal jemand sagen, was überhaupt eine Sekte ist? Hier wird unter dieser Überschrift gepostet.

Ich habe mal in Wikipedia nachgeschaut ... Danach ist Sekte unter anderem ein Begriff, welcher von den Kirchen im Mittelalter und frühen Neuzeit als Kampfbegriff gegen Häretiker genutzt wurde. Die Begriffe Häretiker und Sektenanhänger wurden anscheinend gleich verwendet. Warum verwenden Yoga Übende in diesem Yoga Forum einen Begriff aus der christlichen Inquisition zur Verfolgung Andersdenkender?

Oder welche andere Definition haben die Betreiber dieser Seite für Sekte?

wintersun

Hi Michael,

https://de.wikipedia.org/wiki/Sekte:

Heutige Begriffsverwendung - Umgangssprachlicher Gebrauch

Im landläufigen Sprachgebrauch werden als Sekten oft religiöse Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen werden, oder die in orthodoxer theologischer Hinsicht als „Irrlehre“ angesehen werden ....

Ramananda

Landläufig meint man unter »Sekte« genau das, was @Michael108 geschrieben hat:
»Danach ist Sekte unter anderem ein Begriff, welcher von den Kirchen … als Kampfbegriff gegen Häretiker genutzt wurde. Die Begriffe Häretiker und Sektenanhänger wurden gleich verwendet.«

Man kann heute »Sekte« definieren wie man will, aber es hilft kein »Drum-herum-Reden«: Alles, was nicht katholisch oder evangelisch ist, ist Sekte. Man wird mir diese Vereinfachung vielleicht übelnehmen, aber warum soll man das Kind nicht beim Namen nennen. Und alle »Fachleute«, die sich heute berufen fühlen über Sekten etwas zu sagen, arbeiten bewusst oder unterbewusst auf dem Boden, den die beiden vor Arroganz beinahe platzenden christlichen Konfessionen da bereitet haben.

Daher, lieber @Michael, kann ich Deine Frage »Warum verwenden Yoga Übende in diesem Yoga Forum einen Begriff aus der christlichen Inquisition zur Verfolgung Andersdenkender?« nur so beantworten: Das verstehe ich auch nicht, und ich finde es traurig.

Gestatte mir, lieber @wintersun, eine Anmerkung zu Deinem Hinweis »Von dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. gibt es eine interessante Broschüre: Was eine alternativ spirituelle Gruppe zum problematischen Kult macht.«
Ich habe das entsprechende Faltblatt gelesen. [Hinweis Yoga-Welten.de: Die Broschüre steht online nicht mehr zur Verfügung. Hinweise dazu bitte im Formular weiter unten.] Fazit: nichts Neues, die übliche Mixtur aus dem Halbwissen der Psychologen und, um es nochmals zu sagen, den raffinierten Verdrehungen der allwissenden katholischen und – in noch größerem Maße – evangelischen Kirche. Sorry für meine harschen Worte, aber so denke ich.

Short Net

Zu dieser stark polarisierenden Diskussion:

Natürlich sollte sachgemäße Kritik geäußert werden und auch ein ständiges Hinterfragen zeugt von einer gesunden Einstellung.

Egal, auf welche Yogarichtung man sich einlässt, sollte man doch immer auf sich aufpassen. Geschäftemacherei ist dabei wohl in jeder Richtung zu finden. Zumindest sehe ich z. B. beim Iyengar-Yoga auch einen starken Trend zum Geldverdienen.

Und an all diejenigen, die den „einzig authentischen Yoga“ kennen ... warum schießt ihr euch darauf ein, den Yogaboom hier so schlecht zu machen. Warum sollte es dem Yoga schaden, wenn wir in Deutschland tausende Menschen haben, die den Sonnengruß praktizieren und sich deswegen als Yogis oder gar als Yogalehrer bezeichnen? Soll Yoga nur von drei-vier Leuten in geheimer Abgeschiedenheit praktiziert werden?

Natürlich gibt es einige wenige, die auf dem Pfad intensiver weiterschreiten, doch ziehen auch die anderen Ihren Nutzen aus den Übungen des Yoga.

Lieben Gruß
Thorsten

Ramananda

Serapis schrieb: „… als einen dieser westlichen »anandas« vor denen ich gewarnt habe … nach diesen Erfahrungen habe ich mir echte Yogameister in Indien und im Westen gesucht …

Lieber Serapis,

Deine (schlechten) Erfahrungen muss man so stehenlassen und respektieren, denn Du hast sie nun einmal gemacht.

Was mich interessieren würde, ist etwas anderes, nämlich, welche »echten« Yogameister Du dann in Indien getroffen hast. Ohne Dir vorgreifen zu wollen ist es wiederum meine Erfahrung, dass die meisten indischen nicht anders sind als die von Dir kritisierten westlichen: auffallende menschliche Schwächen, und was ihr Wissen angeht: auswendiggelernt und besinnungslos runtergeleiert. Schüler finden auch sie jede Menge, denn nichts ist einfacher, als Leuten mit großen Worten zu imponieren.

Das sollte jetzt nicht unbedingt ;) als Kritik verstanden werden. Es interessiert mich eben. Im Klartext: Kannst Du Namen nennen?

serapis

Im Yoga va der leider kürzlich verstorbene Satyananda, und ein weiterer Meister aus Rishikesh, lebte 20 Jahre als Bettelmönch - auch verbunden mit Satyananda ... Den Namen möchte ich hier nicht nennen,

Im Frankreich ein Zenmeister - ich müsste mal den Namen googeln - in den 90ern verstorben, taissen de...

Bei den Rosenkreuzern fand ich einen hochbegabten Meister, der auch im Yoga sehr weit gekommen ist - ein persönlicher Mentor über Jahrzehnte ... Was ich hier erzählen könnte, würde mir vermutlich niemand glauben,

Vishnundevananda hat mich durchaus beeindruckt, in Südafrika eine alte Theosophin und Yogini - und viele persönliche Freunde.

In Wien ein sehr guter Ashtanga Lehrer ....

Harihananda - 2003 verstorben sowie eine Swami in Tattendorf.

Was soll ich sagen, viele, viele Menschen auf meinem Lebensweg, echte Menschen, lebendige Meister, Freunde und Wegbegleiter,

In Australien va Rosenkreuzer, die seit teilweise 50 Jahren Forschung im Bereich Yoga, mystisches Bewusstsein etc. betreiben.

Ich möchte nur wenige dieser Namen nennen - es wäre unangebracht.

Satyananda war sicher im Yoga der größte Einfluss.

Wie gesagt ich will keinesfalls Yoga Vidya oder Sivananda Centers schlecht reden, es ist ein Beginn und auch ich hab mal solche Kurse gemacht ;-)

 

Unter dem Begriff „Meister“ verstehe ich vor allem Menschen, mit denen ich Wochen, Monate oder gar Jahrzehnte verbringen durfte, und die bestimmte Aspekte erweiterten Bewusstseins und self realisation sehr intensiv studiert und vorgelebt haben,

Teilweise sehr bekannt wie Satyananda, teilweise Rosenkreuzer-Meister, die in der Öffentlichkeit nicht bekannt sind und auch in Logen nur vereinzelt unterricht geben, teilweise einfach Freunde und Wegbegleiter, die bis hin zum Atem-/Pulslosen Zustand viel erreicht haben.

Unter Meister verstehe ich nicht Menschen, die etwas auswendig runterbeten und sich wie so viele heute ...ananda ... nennen.

In Indien gibt es natürlich tausende Scharlatane, ebenso wie im Westen ;)

Der Meisterbegriff

Was ist ein „Meister“?

Generell würden wir sicherlich alle zustimmen, dass z. B. Mozart die Kunst des Komponierens gemeistert hat. Und sicher würdet ihr mir zustimmen, dass viele Menschen, die von einer Universität einen „Master of art“ bekamen - in z. B. klassischer Komposition - NICHT Meister im wahren Sinne des Wortes sind; dass es sich um einen symbolischen Titel handelt.

Also ein realer Mensch mit all seinen Fehlern, der einen oder mehrere Aspekte des Lebens „gemeistert“ hat. Dies meine ich mit authentischen Meistern; ob bekannt oder unbekannt, ob einer meiner Freunde, eine alte Theosophin, usw; ob Arbeiter, Akademiker, arbeitslos oder superreich; Yogi, Businessman, Rosenkreuzer oder Theosoph.

Nicht zu verwechseln mit der indischen Tradition, die Ahnen oder spirituellen Lehrer zu verehren und sie in den Himmel zu loben; von Westlern oft unverstanden - Inder loben SICH SELBST - indem sie ihre Lehrer und Eltern glorifizieren. „ach wie weise war doch mein Vater, und wie erleuchtet mein spiritueller Lehrer / Guru ...“

Auch ne Form des Marketings?!

Für mich ist ein „Meister“ ein realer Mensch, den ich seit langem kenne und der mir und anderen durch Vorleben demonstriert, dass er die „Kunst des Lebens, Yoga, Musik etc. „bis zu einem gewissen Grad gemeistert hat.

Bei den Rosenkreuzern etwa arbeitet man über Jahrzehnte zusammen in einer Loge, verbunden weltweit mit anderen Logen; WEITAB von jeder Öffentlichkeit, Ruhm oder Marketing. Dadurch ergeben sich tiefste Freundschaften, oft durch 4-5 Generationen hindurch; man KENNT sich, man weiß die Meisterschaft des Gegenübers zu schätzen; nicht nur Meditation, nicht nur spirituelles Wissen, sondern vielmehr die Kunst - im kollektiv - und für das kollektiv - zu wirken; als Meister in der Loge etwa Verantwortung zu übernehmen; in der Gesellschaft UNERKANNT und ALTRUISTISCH zu wirken;

Es dauert etwa 30 Jahre, bis man durch Arbeit an sich selbst und in der Gruppe mit anderen - sowie in der unerkannten Arbeit in der Welt - die Hochgrade im Rosenkreuzertum erwirbt; das geht nicht in 1 Monat mit Diplom, oder 2 Jahren etc. ....

Das hat mit marktschreierisch - manipulativen „anandas“ wenig zu tun; Yoga ist mehr als Asanas, ja ist auch mehr als Patanjali und kriyas.

Ich habe Rosenkreuzermeister gekannt, die im hohem Alter spirituelle Fähigkeiten entwickelt hatten, die sonst nur von Yogaganda und Heiligen berichtet wurden, wenn ich davon erzählen würde - würde mir vermutlich niemand glauben.

Auch in Indien fand ich etwa einen Mönchsorden, der übrigens christliche Ursprünge hat (Thomas)- und Yoga mit dem Christentum verbunden hat. Kaum jemand kennt diesen Orden, die Mönche sind wahre Meister des „Gebens“ - sie arbeiten unermüdlich am wohle der ärmsten der armen - ich war zutiefst gerührt, als ich einige der Mönche in den indischen Gettos arbeiten sah.

Das hat mit Kopfstand, Netikännchen und Yogamarketing, Diplomkursen etc. nicht mehr viel gemeinsam; ein Yoga des Herzens, ein weg des Gebens und der Erfüllung; ein Meistern des Herzens, des Bewusstseins, des „Selbst“ im allerhöchsten Sinne ...

Ich war zutiefst ergriffen als ich sah, dass es HEUTE, im HIER UND JETZT, Menschen gibt, die wie Jesus selbst - geben, und die Fähigkeiten entwickelt haben, die man nurmehr mit übersinnlich bezeichnen kann; und dies durch Bakhti-Yoga, durch Geben; nicht durch „Techniken“ Raja-Yoga oder Pranayama, Kundalini usw, was einen anderen Weg darstellt;


In der Theosophie, im Yoga und verschiedenen esoterischen Traditionen - sowie im Buddhismus - hat sich ein weiterer Meisterbegriff eingebürgert - den manche Kosmischer Meister nennen: die Theorie, dass es „Meister“ gibt, die in ihren Bemühungen so weit gekommen sind, dass sie die menschliche Ebene überschritten haben; zu einem göttlichen Wesen aufgestiegen sind; die Mahatmas in der Theosophie, die kosmischen Meister im Rosenkreuzertum; die paramahansas im Yoga usw. ....

Viele Menschen haben berichtet, mit diesen Meistern im Verlauf ihres spirituellen Lebens in Berührung gekommen zu sein. Ich habe nicht von diesen Meistern gesprochen, wenn ich meinte, ich habe von authentischen Meistern gelernt; hier geht es um ein Ideal ... wie Yogaganda etwa, ein verstorbener Meister, der von seinen Schülern zum „Ideal“ erhoben wurde, und als quasi göttliches Wesen verehrt wird.

Für mich ist ein authentischer Meister: auch ein Ashtanga Lehrer - der die Asanas bis zur 5. Serie gemeistert hat; ein Kriya Yogi, der den atem- und pulslosen Zustand gemeistert hat (und demonstrieren kann), ein Komponist, der Kunst der Komposition gemeistert hat ...

Also nicht ein oranger Clown, der von der Kanzel predigt und mit langem Barte immer dasselbe blabla von sich gibt.

In diesem Zusammenhang sind Yoga Vidya Kurse, Sivananda Kurse etc. sicher nicht so schlecht, um in das Yoga reinzuschnuppern; das Kommerzielle kann man ja wegblenden - und später seinen eigenen spirituellen Weg gehen, und das Erlernte anwenden.

Die negativen Dinge, welche ich erwähnt hatte, gibt es überall; und ein paar Mädels die Affären mit ein paar Kursleitern haben ... was solls; jeder muss sich am Ende vor sich selbst verantworten, es gibt im Leben keine „short cuts“, alles was man sich erschwindelt, verliert man am Ende wieder; so wie man etwas bekommt - verliert man es auch wieder; ob Geld, Partner, Auto oder Titel; alles was einem nicht zusteht, das man nicht aus eigener Anstrengung erworben hat, ist nichts wert; und verlässt den eigenen Wirkungskreis auch wieder - eher früher als später; so wie die US Lottomillionäre, die in kürzester Zeit ärmer sind als vor dem Gewinn.

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob man den Weg des Herzens gehen will, oder den weg des Marktschreiens, Verkaufens; des Vorzeigens und Angebens;

Ich erkenne einen Meister, wenn ich sie / ihn sehe; und ich erkenne einen Täuscher, Clown, Verkäufer und Abzocker, wenn ich sie / ihn sehe; und ich glaube nicht an jene, welche Organisationen aufbauen; jene, welche Kärtchen und Diplome um teures Geld verkaufen; dies ist eine temporär moderne Erscheinung; man verkauft Hoffnung, Glaube, Yoga und sonst alles Mögliche, so wie Donald Trump seine „kick ass and dominate“ Kurse verkauft .... da heute Geld so wichtig ist, glaubt man an es, wie früher Menschen an Gott glaubten; man kann es bunkern und speichern, man kann Menschen abhängig machen; ein ganzes Land, ja der ganze Planet - arbeitet heute für „Geld“ - so wie man früher für den Pharao gearbeitet hat; das fällt auch niemand mehr auf, wir haben uns daran gewöhnt;

Die moderne Bibel beginnt mit: Am Anfang war das Geld: und es war gut ... dann kam die Motivation es zu bekommen .... und daraus entwickelte sich .... MacYoga! Kommt alle rein zum Tag der offenen Tür, wir verschenken Neti Kännchen! Erleuchtung garantiert, sonst GELD zurück ;-)

Yoga als ein Produkt; für egoistische Businessleute; ein egoistisches abstrampeln, um ne zierliche Hüfte zu kriegen, nen schlanken Fuß .... ok soll sein, jedem dass seine ...

Hoffe, das macht Sinn für einige.

Michael108

Mich würde interessieren: Welche Yoga-Meister gibt es eigentlich heute? Ich meine: lebende Yoga-Meister bzw. Yoga Meisterinnen. Gibt es verwirklichte Meister/Meisterinnen? Wer beurteilt, ob jemand authentisch ist? Was sind Kriterien eines Meisters, einer Meisterin? 

serapis

Habe ich gerade beschrieben ;-) nur DU kannst es beurteilen, DU trägst alles in Dir - ja es gibt immer jene, welche Ihrer Zeit voraus sind, aber sie stehen nicht im Telefonbuch und tragen Orange .....

DEN Meister - den total perfekten Menschen - findet man auf utopisch fiktiv / imaginierter Ebene ... Die Kriya Yogis haben z. B. ihren babaji .. andere Jesus, Mohammed, etc.

Es ist eben eine Fiktion; eine Utopie; auf realer Ebene habe ich normale Menschen, Hausfrauen, Pensionisten erlebt, die sich in außergewöhnlichem Maße selbstverwirklicht haben ...

Ich habe in der Yoga School of Bihar viele interessante Yogis getroffen, aber auch diese wurde mittlerweile recht kommerziell. Satyananda ist ja auch 2009 verstorben. In theosophischen, anthroposophischen Kreisen wurde ich auch fündig, in Wien/Mauer lebt heute noch ein Arzt, der fundiert spirituelles Wissen besitzt - ok nicht direkt Yoga - aber auch interessant.

In Varkala gibt es heute noh einen Ayurveda-Meister, der 25 Jahre in Trivandrum als ayurvedischer Arzt gearbeitet ha. Man findet ihn im ayurvedischen Zentrum in Varkala - er gibt Yoga- und Ayurvedakurse.

Nenne keine Namen - wer bereit ist, wird diejenigen finden, die ehrlichen, authentischen Lehrer ... Denn es gibt auch ehrliche, aufrichtige Schüler - die führen Dich gerne zu Ihren Lehrern ;-)

PS: ich habe noch einen Meister vergessen.

Jener, der immer da ist; diese Stimme, die immer in uns ist, nur haben die meisten verlernt, zuzuhören; die äußere Stimme des Verstandes / Mind ist wie eine laute „Jukebox“ - die diese feine Stimme übertönt ...

Manche nennen es „innerer Meister“, andere Gott ihres Herzens“, innere Stimme, Atman oder wie auch immer;

Ein äußerer Lehrer kann dir nur lehren, dass er unnötig geworden ist, sobald DU selbst „sehen“ gelernt hast; Guru könnte man (ist nicht 100 % richtig) als remover of darkness - übersetzen.

Ist die äußere Stimme erst mal verstummt, hört, spürt, erahnt man immer stärker diese innere Kraft, die einen führt .... und dann benötigt man keinerlei spirituellen Lehrer, Gurus, Gruppen oder Logen mehr, nurmehr jene, welche einem im außen verschiedene Techniken oder Wissen beibringen.

Ein spiritueller Meister ist nur bis zu dem Punkt notwendig, wo ein Individuum noch keine Verantwortung für sich selbst übernommen hat, bzw. diese innere Stimme noch nicht erspüren kann, bzw. die inneren Sinne nicht entfaltet sind ....

larrim

Namaste Ihr Lieben

Grade zurück aus einem zutiefst inspirierenden zweiwöchigen Retreat bei seinem Guruji, in Indien, muss dieser gestehen, noch nicht die ganze Diskussion hier nachgelesen zu haben.
Aber dennoch ein paar kurze knappe Worte zu dem, was ich bis jetzt gelesen habe.
In jeder Organisation menschelts! :) Auch bei Yoga Vidya.

Jede große Organisation ist damit konfrontiert, alles ist Gott gewollt, um Entwicklung möglich zu machen, auch wenn der Verstand immer wieder Widerstand leistet.

Es sollte eine deutliche Unterscheidung gemacht werden zwischen einem Lehrer und einem Meister. „Der Lehrer informiert und lehrt. Der Meister ist der Erwecker, er schnappt dich, schüttelt dich und weckt dich auf.“ Yogiraj Satgurunath Siddhanath

Jede Schule, jede Gruppierung in dieser Schöpfung hat ihren Wert und sollte respektiert werden.

Wie viele von euch wissen, ist Yoga Vidya nicht der Weg von diesem, dennoch eröffnet die Größe und Masse dieser Organisation vielen Menschen im Westen, bei aller Kritik, den Einstieg in die Welt des Yoga. Ist das nicht wundervoll?

Hätten nun auch noch alle Yoga Vidya Lehrer und Lehrerinnen ein wenig mehr Demut und die Fähigkeit Selbstsucht eine wenig zurückzunehmen, mehr universelle Liebe und Akzeptanz allen Menschen in dieser Schöpfung gegenüber zu entwickeln wäre es noch schöner. Daran, mein lieber Sukadev, könnt ihr sicher noch ein wenig mehr arbeiten.

Licht und Liebe
Lars

larrim

Namaste Serapis

Du hast recht und auch wieder nicht!
Dieser ist dankbar und erfüllt in der Gegenwart eines lebenden Meisters lernen und wachsen zu dürfen. Ein wirklicher Meister tut in seiner tiefen grenzenlosen Liebe unendlich viel für das Seelenheil und die Entwicklung seiner Cheelas, was auf der äußeren Ebene oft nicht erkannt wird. Ist aber ein Cheeala wirklich empfänglich und offen dafür, dann wird die Frage des Geldes dabei ausgesprochen nebensächlich.

Was geschieht mit dem Geld? Wird es für die Entwicklung neuer Ashrams und somit für die Infrastruktur verwendet, die Menschen Entwicklung möglich macht, oder gar für wohltätige Projekte verwendet, spricht in den Augen dieses Schreibers nichts dagegen, allen Segnungen die der Cheela empfängt einen gewissen Gegenwert zu geben, um für einen karmischen Ausgleich zu sorgen. Das wiederum kann durch schnöde Euronen oder eben durch selbstlosen Sevak geschehen.

Dir, mein lieber Serapis, würde ein wenig mehr Demut sehr gut anstehen.

Licht und Liebe
Lars

serapis

Sorry, Lars, aber das liest sich ziemlich gehirngewaschen ;-)

Wir leben in einer realen Welt und „jener“ hier hält von Meistern von „diesem dort“ überhaupt nichts.

Ebenso wenig wie von westlichen „anandas“ und Organisationen, die nur so in Geld baden.

Du demonstrierst hier „Gehirnwäsche“ sowie spirituelles Bullying und Beurteilen von der absolut übelsten Sorte ...

Wenn Geld so nebensächlich ist, warum legt dann der Guru bzw. die Organisation so viel wert darauf?

larrim

Schade, mein Lieber, dass du es so empfindest.

Dieser spürt, du stehst dicht vor der Tür zu etwas Wunderbarem, aber dein wertender und polarisierender begrenzter Verstand steht dir ganz anscheinend immer wieder dabei im Wege und lässt dich sofort in das Kampf-Muster zurückfallen.

Alle Menschen sind doch schon durch Erziehung, Umfeld und Lehrer Gehirn gewaschen.

Meditation geschieht auf einer seelischen Ebene, auf der wir alle eins sind.

Der Verstand und das Ego des Einzelnen sind anscheinend mit einer äußerst wirkungsvollen Selbstschussanlage versehen, die sofort automatisch das Feuer eröffnet, sobald etwas auf ihrem Weg erscheint, was ihre Oberherrschaft, die im Einzelnen das Leid verursacht, auf ihrem Wege erscheint.

Das demonstrierst du hier ganz klasse und deshalb finde ich deine Postings toll. Denn sie sind sehr lehrreich für alle Lesenden hier.

Es liegt diesem fern, Werbung für irgendeinen Meister im Einzelnen zu machen.
Sicher gibt es Missbrauch, wie du ihn in etlichen Foren immer wieder so gerne beschreibst.

Aber: Jeder findet, womit sein Geist sich immer wieder beschäftigt.

Dieser richtet seinen Geist halt lieber die universelle göttliche Liebe aus, als darauf sich immer wieder in den sicherlich bestehenden Missständen dieser Welt zu verstricken und zu verlieren.

Alles, aber auch wirklich alles in dieser Schöpfung dient der Entwicklung. Jeder und jede Einzelne sind Strahlen des Göttlichen. Das zu verwirklichen ist die Verwirklichung der inneren menschlichen Natur, mit einem lebenden Meister gehts in den Augen dieses Schreibers etwas leichter, aber auch in einer inneren Verbindung ist es möglich.
Vielleicht ist dein Weg da eher der Weg der inneren Verbindung, fernab aller Religion und Organisationen. Das respektiert dieser gerne.

Frage dich bitte selbst, kannst du andere Wege respektieren, achten und wertschätzen, die letzten Endes alle an das gleiche Ziel führen werden, oder unterliegst du der Hybris, die dich glauben lässt, als Einziger die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

serapis

Also die letzten Worte „von jenem“ lassen doch noch ein ganzes Maß an Gehässigkeit durchblicken ... und lesen sich irgendwie - wie Mitteilungen des nordkoreanischen Außenministeriums zu ihrem „Satelliten"-Programm.

wintersun

Hi serapsis,

einiger deiner Äußerung und Gedanken finde ich gut und anregend (jedoch nicht das zuletzt geschriebene :( ).

Zuerst war ich sehr beeindruckt.

Und dann auch immer wieder irritiert von so Aussagen:
Fallen im Yoga: ich glaube, die Realität liegt hier im Auge des Betrachters ...
Sehr subtiles Esoterik-Forum - Mobbing, aber nicht sehr gelungen

Du scheinst in keiner Weise kritische Bemerkungen gegen deine Person zu vertragen.

Ich finde es schon sehr merkwürdig, wie du einige Postings interpretierst, in gewisser Weise abschreckend.

Du bist für mich wieder ein Beispiel, dass die Begegnung und das Lernen mit Meistern, die Beschäftigung mit dem geistigen Yoga, nicht unbedingt eine reife Persönlichkeit hervorbringt. Diesen Eindruck erwecken einige deiner Beiträge hier bei mir.

Da bleibe ich doch lieber bei meinen Körperübungen.

Liebe Grüße Klaus

larrim

Schau in den Spiegel: Wenn du eine Frage bzw. eine Bitte, dich selber mal ein wenig zu reflektieren als Gehässigkeit interpretierst, ist unsere Diskussion hier zu Ende.
OM

Ramananda

Hi Serapis,

Du liebst, wie Du in einem früheren Posting schreibst, klare Worte und möchtest nicht »belittelt« werden. Dann will ich Dir in aller Klarheit sagen:

Menschen vom »Typ Serapis« habe ich auf meinem Weg viele getroffen; die Essenz lautet: viel gelesen, viel gehört – wenig verdaut, wenig verstanden.

Wozu so viel »Wissen«, wenn man dann den Punkt verfehlt und damit am Ende mit leeren Händen dasteht? Du bist ein Kopfmensch, sprichst über Sanskrit, die Kabbala und sonstiges, aber über die wahre Spiritualität ist von Dir nichts zu hören.

Was Du über »Meister« schreibst, ist haarsträubend. Solange Du nicht »gewöhnliche Lehrer« und »verwirklichte Meister« sorgfältig, wie es sich gehört, trennen kannst, so lange haben Deine diesbezüglichen Aussagen keinen Wert.

Hier hast Du enormen Nachholbedarf. Nimm Dir ein Beispiel an den Worten von @Michael108: »Mich würde interessieren: Welche Yoga-Meister gibt es eigentlich heute? Ich meine: Lebende Yoga-Meister bzw. Yoga Meisterinnen. Gibt es verwirklichte Meister/Meisterinnen? Wer beurteilt, ob jemand authentisch ist? Was sind Kriterien eines Meisters, einer Meisterin?«

Ja, das sind Fragen von aufrichtig Interessierten; von Menschen, die wirklich weiterkommen wollen auf ihrem Weg anstatt die kostbare Zeit und Energie mit dem Dreschen von Stroh zu verschwenden, so wie Du es machst.

tulsi

@Serapis:
Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum Du derart ausfällig wirst und auch vor persönlichen Beleidigungen nicht zurückschreckst - was ist denn bloß los mit Dir? Ok, Du hast einiges zu kritisieren am allgemeinen „Yoga-Markt“, das sei Dir unbenommen. Und interessant fand ich auch Deine Ansätze, über Deine Erfahrungen mit echten Meistern zu berichten ... kannst Du nicht da weitermachen? Und ansonsten höflich und sachlich bleiben???

Wir alle können und sollten schlichtweg akzeptieren, dass eigentlich jedeR seinen/ihren individuellen Yogaweg selber gehen muss - wozu sollen wir uns streiten über Unterschiede in der Wegführung und den Zwischenstationen?

Vielleicht haben auch nicht alle auf ihrem Weg das „höchste Ziel“ vor Augen - aber deshalb ist es trotzdem da und für uns alle dasselbe. Oder nicht?
Frieden!!!

Herzliche Grüße, Tulsi

serapis (gekürzt)

Meisterbegriff: ein extrem wichtiges Thema. Man sieht, wie hier gleich die Emotionen hochgehen; warum darf ich nicht eine Hausfrau, einen Pensionisten, Maler, Musiker einem paramahansa satyananda gleichstellen in dem Sinne, dass ich ebenso viel von diesem lernen konnte? Satyananda hat mich sehr beeinflusst, ebenso wie so manche Durchschnittsmenschen und -Freunde um mich herum.

Und in spirituellen Kreisen außerhalb des Yoga ist es üblich, in der Gruppe gemeinsam zu wachsen; der Meisterbegriff wird hier völlig anders aufgefasst (z. B. in der Freimaurerei, bei den Rosenkreuzern, Anthroposophen oder Theosophen). Meisterschaft wird hier im Alltag erworben, als Meister jemand aufgefasst, der sich vor allem im Alltag beweisen kann; während im Yoga man einen Meister vorwiegend als selbst verwirklichte Persönlichkeit - herausgehoben aus eben diesem Alltag - ansieht.

Gerade auch der Buddhismus hängt sich am Meisterbegriff auf, die gesamte Religion bzw. der Glaube wird ganz genau an diesem Begriff „aufgehängt“.

In buddhistischen Tempeln wird diesem Thema im Übrigen viel Raum gegeben, der Meisterbegriff wird immer wieder als KOAN dem Schüler mitgegeben; es ist der absolut essentielle Knackpunkt in der Ausbildung zum Zenmönch - um den weg des Buddha - im Vergleich zu traditionellen Religionskonzepten und deren Gottesbegriff - zu verstehen??!!

Auch Meister Satyananda hat uns immer wieder zu unserem Glauben und Überzeugungen in Bezug auf Selbstverwirklichung, Erleuchtung und Meisterschaft hinterfragt;

Das ist essentiell; eine spirituelle Grundfrage; kann der Mensch sich selbst befreien? Eine Lehre, die von der traditionellen Religion im übrigen klar verneint wird.

Ganz genau diese Frage muss von jedem Suchenden ehrlich, individuell und nachhaltig - für sich selbst - beantwortet werden; und danach richtet sich auch die weitere spirituelle Ausrichtung.

Ramananda

beate schrieb: „Ach, lieber Ramananda, dein yogischer Eifer ist schon sehr speziell. Du bist ja nicht gerade zimperlich in deiner Wortwahl, die hart mit dem EGO der anderen umgeht. Wenn du dann die Attacken gegen dein EGO großzügig duldest, ist man dir gegenüber auch nachsichtiger.

Meine Reaktion kam nicht aus einem getroffenen Ego; ich bin in dieser Hinsicht abgehärtet. Und: Ich habe mich beim Verfassen der Nachrichten an Serapis beobachtet – da war keine Emotion, kein Ego gegen Ego. Ich habe einfach eine kühle Bestandsaufnahme abgegeben. Dass so etwas nicht mehr erwünscht ist, hängt mit dem unseligen europäischen Gutmenschentum zusammen, welches den alten Yoga fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt hat. Ich schrieb schon einmal: »Liebe« – das am meisten missverstandene Wort dieser Welt.

Und deswegen hast Du auch das mit dem Eifer falsch verstanden, wie schon mal in einem früheren Posting. Der alte Yoga war, wie man unter anderem dem Mahabharata (Bhagavad-Gita) entnehmen kann, in hohem Maße weltlich, politisch. Die Stufe des Sannyasa (der völlige Rückzug) war der letzte Abschnitt im Leben eines Menschen; vorher kamen andere Dinge, und dies gehörte zum Yoga.

Diese Selbstverständlichkeit wird heute leider ignoriert. Manche, ich muss es noch einmal sagen, »Yoga-Sensibelchen« wären schockiert, wenn sie im Mahabharata lesen müssten, welche Ratschläge die Weisen dem angehenden König Yudhisthira gaben, auf dass er yoga-gemäß (!) regieren konnte. Daran merkt man einmal mehr, dass das wichtigste Wort im Yoga dieses ist: Verantwortung. Hängt nämlich engstens mit dem Karma zusammen.

Der alte Yoga – das war auch Kampf. Wie es dem natürlichen Leben entspricht. Aber das passt wohl nicht mehr in unsere fehlgeleitete »aufgeklärte« Gesellschaft. Und nur aus diesem Grund – nicht »weil mein Ego getroffen« war – sprach ich davon, mich aus dem Forum zurückzuziehen oder wenigstens eine Pause einzulegen.

Beate

Ramananda schrieb: „Daran merkt man einmal mehr, dass das wichtigste Wort im Yoga dieses ist: Verantwortung.

Ganz deiner Meinung, d.h. mit der Einschränkung deines Superlativs: nicht das Wichtigste, aber wichtig!

Schönes Wochenende
Beate

Atreju59

Ramananda schrieb: „Daß so etwas nicht mehr erwünscht ist hängt mit dem unseligen europäischen Gutmenschentum zusammen ... Der alte Yoga war, wie man unter anderem dem Mahabharata (Bhagavad-Gita) entnehmen kann, in hohem Maße weltlich, politisch. Die Stufe des Sannyasa (der völlige Rückzug) war der letzte Abschnitt im Leben eines Menschen; vorher kamen andere Dinge, und dies gehörte zum Yoga.

Hallo Ramanada,

ich finde es ermutigend, dass Du bei offensichtlicher tiefer Spiritualität und eben solchem Wissen Deine weltliche Seite nicht verloren hast, in dieser Welt lebst und nicht so abgespaced, verkrampft intellektuell schreibst. Das gefällt mir, schreckt Neulinge nicht ab, macht neugierig, ohne überfordert zu sein.

Jedenfalls habe ich bereits einiges, gerade durch Deine Beiträge, gelernt. Angestoßen durch den Thread „Yoga und Karma“ fange ich an, mich für den spirituellen Teil im Yoga zu interessieren.

LG
Dieter

Opal

@ramananda: Melde mich hier einmal zu Wort. Der Begriff Gutmenschen wird vorwiegend von ewig-gestrigen verwendet; da läuten bei mir sämtliche Alarmglocken.

Und nur weil vor zweitausend Jahren Menschen sich gegenseitig die Schädel einschlugen, bedeutet das nicht, dass wir heute alle „verweichlicht“ sind.

So ein Unsinn!!! In eben dieser Zeit wurde man wegen seiner Religionsausübung oder der falschen Herkunft getötet?! Und FRAUEN vom Yoga ausgeschlossen, weil bis ins 20. Jahrhundert hinein die Gurus glaubten, Frauen können kein Yoga ausüben.

Bis die „Gutmenschen“ kamen.

Ich bin stolz darauf, in einer Zeit zu leben, in der zumindest noch einige Menschen auf ihre Sprach- und Wortwahl achten; und besorgt über Menschen, die sich unter dem Mantel der Spiritualität - ihre ewig-gestrige Einstellung bewahren.

[Peter: Hier ging es jetzt noch ein bisschen zum Begriff "Gutmensch" hin und her, das hatte aber nichts mehr mit dem Thema "Yoga - eine Sekte?" zu tun.]

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