Tiefer meditieren lernen: Praxis, Hindernisse und Methoden

Tipps aus alten Yoga-Schriften und moderner Forschung

Wer bereits eine tiefe Meditationserfahrung gemacht hat, wünscht sich häufig, ähnliche Zustände erneut zu erfahren. In der yogischen Tradition gilt jedoch gerade das Festhalten an solchen Erfahrungen als mögliches Hindernis auf dem meditativen Weg.

Und leider funktioniert das auch nicht immer wie gewünscht. Die alten Yogis haben sich ebenfalls sehr um die Tiefe ihrer Meditation bemüht. Um die Voraussetzungen für solch tiefe Erfahrungen zu verbessern, finden sich im folgenden Artikel Tipps und Empfehlungen zur Meditation aus den alten Schriften zusammengestellt (in Kombination mit modernen Erkenntnissen).

Frau beim Meditieren im Wohnzimmer. Text: Tiefer meditieren lernen

Inhalt: Tiefer meditieren lernen

Kurz zusammengefasst

  1. Meditationsziele: Tiefe Meditation bedeutet nicht spektakuläre Zustände, sondern stabile Achtsamkeit, inneres Gewahrsein und weniger Anhaftung an Erleben.
  2. Meditationsort: Geeignete Voraussetzungen für tiefe Praxis sind ein ruhiger, saubrer, störungsarmer Raum, der den Geist unterstützt.
  3. Innere Hindernisse: Erwartung, Bewertung, Ungeduld und Erschöpfung sind häufige innere Blockaden auf dem Weg zur Tiefe.
  4. Körper-Geist-Verbindung: Tiefe entsteht nicht nur im Geist, sondern in verkörperter Präsenz – der Körper als Resonanzboden der Aufmerksamkeit.
  5. Methodik & Zeiten: Traditionelle Zeiten (Morgen, Mittag, Abend) und eine kontrollierte Präsenz des Atems fördern das tiefer werdende Gewahrsein.
  6. Regelmäßigkeit vor Länge: Tägliche, kurze Praxis ist effektiver als sporadisch lange Sitzungen, wenn es um Tiefe und Lernkurve geht.
  7. Fortschritt beobachten: Tiefe zeigt sich an Konsistenz, Aufmerksamkeit und Nachhall im Alltag, nicht an einzelnen intensiven Zuständen.
  8. Lebensintegration: Tiefe im Sitzen unterscheidet sich nicht von Tiefe im Alltag – sie zeigt sich im Umgang mit Stress, Beziehungen, Selbstblick und Gelassenheit.
  9. Fehler & Missverständnisse: Klassische Konzepte wie Tapas, Yamas/Niyamas, oder bestimmte Begriffe werden erläutert, präzisiert und moderne Missdeutungen korrigiert.
  10. Meditation & Wissenschaft: Meditation hat messbare Effekte auf Stress, Gehirnaktivität, Aufmerksamkeit und Gesundheit, die über Selbstbericht hinausgehen.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Was „tiefer meditieren“ überhaupt bedeutet – und was nicht

Viele Meditierende suchen Tiefe, meinen aber Unterschiedliches: Ruhe, Leere, Glück, Visionen, Erkenntnis. 

Was verstehen wir in diesem Artikel darunter? Folgendes: Tiefer meditieren bedeutet nicht zwangsläufig, mehr zu erleben. Oft bedeutet es sogar das Gegenteil: weniger zu wollen.

In der Praxis zeigt sich Tiefe nicht primär durch außergewöhnliche Zustände, Bilder oder intensive Gefühle, sondern durch Stabilität, Klarheit und eine wachsende Unabhängigkeit von inneren Reizen.

Eine Meditation kann tief sein, obwohl Gedanken auftauchen. Und sie kann oberflächlich bleiben, obwohl sie sich angenehm anfühlt. Tiefe zeigt sich weniger im Erleben selbst als darin, wie sehr der Geist aufhört, sich an das Erleben zu klammern.

Wer tiefer meditieren möchte, sollte daher nicht fragen: Was kann ich noch erleben?, sondern eher: Was darf ich lassen?

Viele erfahrene Meditierende berichten, dass die tiefsten Phasen ihrer Praxis nicht planbar waren. Sie traten oft dann auf, wenn nichts Besonderes erwartet wurde – manchmal sogar in Sitzungen, die zunächst unerquicklich wirkten.

Fortschritt erkennen – ohne sich selbst zu täuschen

Tiefer zu meditieren heißt nicht, dass jede Sitzung ruhiger oder angenehmer wird. Fortschritt zeigt sich oft indirekt.

Ein erstes Zeichen kann sein, dass Ablenkungen schneller bemerkt werden – nicht, dass sie verschwinden. Auch eine wachsende Fähigkeit, nach innerer Unruhe wieder zurückzukehren, deutet auf Vertiefung hin.

Manche bemerken Veränderungen weniger während der Meditation als danach: eine geringere Reizbarkeit, mehr Abstand zu Gedanken oder ein feineres Gespür für innere Grenzen.

Die häufigsten inneren Hindernisse – und wie man mit ihnen arbeitet

Viele Meditierende scheitern nicht an mangelnder Technik, sondern an immer gleichen inneren Mustern. Diese lassen sich beobachten, aber nicht erzwingen.

  • Erwartung ist eines der größten Hindernisse. Wer mit der Hoffnung sitzt, dass „heute endlich etwas passiert“, erzeugt subtilen Druck. Der Geist spannt sich an – und genau das verhindert Tiefe.
  • Bewertung folgt meist sofort: Heute läuft es gut oder Heute ist alles schlecht. Beides bindet Aufmerksamkeit an den Kommentar statt an die Praxis. Tiefe entsteht dort, wo Erfahrung nicht sofort eingeordnet werden muss.
  • Ungeduld wirkt leise, aber konstant. Sie zeigt sich im inneren Vorziehen der Zeit, im heimlichen Blick auf die Uhr oder im Wunsch, schneller „weiter“ zu sein. Meditation kennt kein Vorankommen im üblichen Sinn.
  • Erschöpfung schließlich wird häufig ignoriert oder spirituell überdeckt. Ein müder Geist kann sich nicht sammeln. Tiefe braucht nicht Härte, sondern angemessene Wachheit.

Der Körper als Tor zur Tiefe – jenseits der Sitzhaltung

Tiefe Meditation ist kein rein geistiger Vorgang. Sie ist immer auch ein körperlicher Zustand.

Ein entscheidender, oft übersehener Faktor ist Mikro-Spannung: feines Zusammenziehen im Kiefer, ein kaum merkliches Hochziehen der Schultern, ein unruhiger Bauch. Diese Spannungen verhindern Sammlung, auch wenn die Sitzhaltung äußerlich korrekt wirkt.

Vor Beginn der Meditation kann es hilfreich sein, den Körper innerlich langsam „abzutasten“ und Spannungen nicht zu lösen, sondern bewusst zuzulassen. Paradoxerweise vertiefen sich Entspannung und Sammlung häufig erst dann.

Tiefe entsteht dort, wo der Körper nicht mehr als Objekt korrigiert wird, sondern als stiller Träger der Aufmerksamkeit dient.

Atem: weniger Technik, mehr Beziehung

Der Atem gilt als ein Schlüssel zur Vertiefung der Meditation und wird entsprechend gelehrt. Beispielhaft hier Verse aus dem Yogasutra zur Atemsteuerung, dem Pranayama:

Yoga Sutra I-34: [Der Geist wird klar] durch (kontrolliertes) Ausstoßen oder Anhalten des Atems

Zur Sutra


Yoga Sutra II-49: Wenn der Yogi lange Zeit unbewegt bequem sitzen kann, beginnt er mit Pranayama, der Kontrolle über die Bewegung von Ein- und Ausatmung

Zur Sutra


Yoga Sutra II-50: [Beim Pranayama werden] Zeit, Ort und Anzahl der Einatmung, Ausatmung und des Anhaltens reguliert und laufend verlängert und verfeinert.

Zur Sutra


Yoga Sutra II-51: Die vierte Art des Pranayama überschreitet die Erfahrung von Einatmung und Ausatmung

Zur Sutra


Yoga Sutra II-52: Wenn dies erreicht ist, löst sich der Schleier um das innere Licht auf

Zur Sutra


Yoga Sutra II-53: Und der Geist wird fähig zu tiefer Konzentration

Zur Sutra


So oder ähnlich wird der Atem in vielen Traditionen als Schlüssel zur Tiefe beschrieben. Doch paradoxerweise führt bei Meditierenden gerne das Bemühen um Kontrolle des Atems oft in die entgegengesetzte Richtung.

Statt den Atem zu steuern, zu kontrollieren, kann es dann wirksamer sein, eine Beziehung zu ihm aufzubauen: ihn zu begleiten, ohne ihn verbessern zu wollen. Der Atem wird dann nicht zum Werkzeug, sondern zum Anker.

Tiefe stellt sich häufig ein, wenn der Atem so von selbst feiner wird – nicht, weil er verlangsamt wurde, sondern weil der Geist weniger eingreift.

Regelmäßigkeit schlägt gelegentliche Intensität

Tiefe entsteht selten durch gelegentliche, lange Sitzungen, sondern durch regelmäßige, unspektakuläre Praxis.

Ein Geist, der weiß, dass er täglich zur gleichen Zeit sitzen darf, wird mit der Zeit kooperativer. Er muss nicht mehr kämpfen oder überzeugen.

Zehn bis zwanzig Minuten täglich, über Monate hinweg, führen oft tiefer als sporadische Marathon-Sitzungen, die mehr Willenskraft als Einsicht erfordern. 

Dessen ungeachtet empfehlen MeditationslehrerInnen wie Ayya Khema zum tiefen Erlernen der Meditation: Eine Stunde morgens und eine Stunde abends meditieren. Dann ergänzete sie noch: "Mindestens!".

Tiefe und Alltag – ein oft übersehener Zusammenhang

Meditation endet nicht mit dem Aufstehen vom Kissen. Ein überfüllter, dauerreizender Alltag wirkt wie permanenter Gegenwind.

Wer tiefer meditieren möchte, sollte weniger nach neuen Techniken suchen als nach kleinen Entlastungen: bewusstere Mediennutzung, Pausen ohne Input, Zeiten ohne Ziel.

Tiefe wächst dort, wo der Geist auch außerhalb der Meditation gelegentlich nichts leisten muss.

Die Rolle von Vertrauen – in die Praxis und in sich selbst

Tiefe entsteht nicht allein durch Disziplin, sondern auch durch Vertrauen. Vertrauen darin, dass die Praxis wirkt, auch wenn ihre Wirkung nicht sofort sichtbar ist.

Wer ständig überprüft, ob „es etwas bringt“, hält innerlich Abstand. Sammlung braucht Nähe – und Nähe entsteht nur, wenn Kontrolle zeitweise gelockert wird.

Tiefer meditieren – Tipps aus alten Yoga-Schriften

Wo meditieren?

Aus der Bhagavad Gita

6.11 An einem sauberen Ort soll er sich für sich in einen festen Sitz begeben, weder zu hoch noch zu niedrig, mit einem Tuch, einem Hirschfell oder einer Matte aus Kusha-Gras darunter.

Aus der Shvetashvatara Upanishad

2.10 In einem versteckten, windfreien, geschützten [Ort], der flach, sauber, frei von Steinen, Feuer und Sand, von stillen, fließenden Gewässern und dergleichen, angenehm für den Geist, aber nicht für das Auge bedrückend ist, sollte er Yoga praktizieren.

Aus dem Mahabharata

12.232.23 ... Er sollte die Praxis an der Spitze eines Berges vollziehen, in einem Heiligtum oder am Fuße eines Baumes.

12.232.26 Konzentriert übend soll er leere Höhlen in Bergen finden oder Tempel oder leere Häuser, um darin zu leben.

Aus dem Malinivijayottara Tantra

12.5 Bhairava sagte: Höre, oh Göttin, ich erkläre, wie man Yoga praktiziert. Indem er stetig wird, wird der Yoga Erfolg darin erreichen [gemeint sind hier eventuell die Siddhis, außergewöhnliche Kräfte].

12.6 und 12.7 In einer verborgenen Höhe, die ruhig, schön und frei von allen Störungen ist soll der Yogi, der die Asana [vermutlich gemeint: Sitzhaltung bequem und fest], den Geist, die vitalen Energien [Prana], sie Sinne, den Schlaf, den Zorn, die Furcht und die Angst besiegt hat, den Yoga praktizieren.

Aus Jnanesvari:  Vom Ort für die Yoga-Praxis

6. 163 ... Hierfür soll einer nach einem Platz suchen,

6.164 der zufriedenstellend ist, wenn man sich niedergelassen hat, von dem man nicht aufstehen möchte, und der, wenn man ihn gesehen hat, die Leidenschaftslosigkeit doppelt so groß wird.

6.165 Einen Ort der, wenn man dort residiert, Zufriedenheit und Festigkeit des Geistes wie ein Panzer bringt,

6.166 wo sich die Praxis [quasi] automatisch ausführt und die Erfahrung selbst das Herz lehrt, ...

6.167 ... wo der Wunsch nach asketischen Übungen ansteigt und die Hingabe Wurzeln fasst,

6.169 ... [ein Ort] wo jemand, der nicht bleiben möchte, bleibt, jemand, der herumstreift, sich niederlässt ...

6.172 Eine weitere Sache sollte verstanden werden: Es sollte von Yoga-Praktizierenden bewohnt sein und es sollten nicht ständig Leute kommen und gehen.

6.173 Es sollten dichte Bäume in der Nähe sein, die stets Früchte tragen, die süß wie Nektar sind.

6.174 Es sollte überall klares Wasser verfügbar sein, auch in der Regenzeit; eine Quelle, die stets leicht erreichbar ist.

6.175 ... es wäre gut, wenn ein wenig Sonnenwärme spürbar wäre und eine leichte Brise weht ...

6.176 Es ist meist ruhig, es kommen keine Tiergruppen herein, keine Papageien- oder Bienenschwärme.

Beitrag: Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps

Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps

Grünes Meditationskissen im Wohnzimmer. Text: Meditationskissen richtig auswählen

Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form und Praxis-Tipps

Yoga dient dem Zur-Ruhe-kommen des Geistes. Dazu praktizieren Yogis in sitzender Position. "Der Sitz soll fest und bequem sein" ist die Grundforderung vieler Yogaschriften an diese Körperhaltung. Beides will ein Meditationskissen fördern: Stabilität des Sitzes und dessen Komfort.

Dieser Text bietet dir nicht nur eine Orientierung, welche Kissenhöhen, Formen und Füllungen es gibt, sondern erklärt auch, wie du Fehlkäufe vermeidest und dich in deiner Haltung wirklich wohl fühlst. Er führt dich durch die entscheidenden Aspekte von Anatomie, Sitzkomfort und Praxisrelevanz und hilft dir, die richtige Entscheidung für deine Meditationsroutine zu treffen.

Auch was sollte man beim Meditationskissen alles achten? Unser Artikel gibt Antworten zu zahlreichen Fragen rund um das für dich optimale Kissen für deine Meditation.

Hier weiterlesen: Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps

Wie oft meditierst du?

In der Regel meditiere ich:

 

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Die bisherigen Stimmen:

Einmal am Tag 179 Stimmen
Mehrmals am Tag 45 Stimmen
2-3 mal die Woche 42 Stimmen
Nie 25 Stimmen
Selten 23 Stimmen
1 mal die Woche 15 Stimmen

Zur yogischen Ernährung

Aus der Bhagavad Gita

6.16 Yoga wird nicht von dem erreicht werden, der zu viel oder gar nichts isst, noch von dem, der zu viel schläft oder zu lange wach bleibt, Arjuna.

Mehr zur yogischen Ernährung:

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Hier weiterlesen: Yogische Ernährung: die Grundlagen

Yamas und Niyamas: Von den Regeln

Aus dem Mahabharata

12.210.17 Enthaltsamkeit (Brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (Ahimsa) werden als Tapas des Körpers bezeichnet.
Die Beherrschung von Rede und Geist sowie Gleichmut werden als Tapas des Geistes bezeichnet.

12.232.4 Der Mensch sollte die fünf Probleme überwinden, die dem Yoga entgegenstehen, wie von den Weisen gelehrt: Lust, Zorn (Ärger), Gier, Furcht und Schlaf.

12.232.5 Zorn wird durch Ruhe überwunden, die Lust durch das Aufgeben von Wünschen; der entschlossene Yogi überwindet den Schlaf durch die Kultivierung der Energie-Prinzipien (sattva) [Sattva verkörpert in der Samkhya-Lehre Reinheit und Ausgeglichenheit, leicht, erhellend].

12.232.6 Er soll seinen Penis und seinen Magen mit Willenskraft bewachen, seine Hände und Füße mit seinen Augen, seine Augen und sein Hören mit seinem Geist und seinen Geist und sein Sprechen mit seinen Handlungen.

12.232.7 Er soll seine Furcht mit den Mitteln der Wachsamkeit abschütteln und seine Gier durch die Kultivierung von Weisheit.

...

12.232.10 Meditation, Studium, Wohltätigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Geduld, Reinheit, eine reine Ernährung und Zurückhalten der Sinne:

12.232.11 Mit diesen Mitteln steigt die Vitalität des Yogis und tilgt er seine Sünden. Er erreicht alle seine Ziele und entwickelt Einsicht ...

...

12.262.37 Freundlichkeit, Nachsicht, Gelassenheit, Gewaltfreiheit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Vermeiden von Bosheit, Fehlen von Stolz, Bescheidenheit, Ruhe und Frieden.

12.262.38 Mit diesen Mitteln wird der Brahmane auf seinem Weg den höchsten Ort erreichen ...

Beitrag: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Mann und Frau beim Füttern eines Vogels im Wald. Text: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga

Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Keine spirituelle Richtung kommt ohne Verhaltensregeln aus. Diese legen fest, welche ethischen Handlungsweisen für einen Aspiranten (oder auch jeden Menschen) förderlich sind. Was dem Christen die zehn Gebote, das sind dem Yogi die Yamas und Niyamas.

Gleichzeitig sind die Yamas und Niyamas die ersten beiden Stufen im Raja Yoga, dem achtgliedrigen Yoga-Pfad (auch Ashtanga-Yoga genannt). Patanjali, der bekannteste Yogaphilosoph, definiert die Yamas und Nyamas im Yogasutra.

Dieser Artikel zeigt, wie sich alte Weisheit im modernen Alltag verankern lässt: Was sind die Yamas und Niyamas? Wie werden diese in den alten Schriften ausgelegt? Und wie wende ich die Yamas und Niyamas im Alltag an? Der Artikel gibt Antwort und hält zwei Downloads (Poster & Merkkarte) parat.

Hier weiterlesen: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden

Von den Meditations-Zeiten

Aus dem Mahabharata

12.232.23 Mit den Bräuchen verbunden soll der Weise zu drei Zeiten im Yoga fortschreiten: in der Morgendämmerung, zur Mittagszeit und in der Abenddämmerung.

Aus der Bhagavad Gita

6.10 Der Yogi soll beständig über das Selbst meditieren, privat, allein, seinen Geist und sein Selbst unter Kontrolle haltend. Frei von Wünschen und Habgier.

Zur Methodik

Aus dem Mahabharata

12.232.24 Alle seine Sinne zurückhaltend, soll der Yogi auf nichts anderes in seinem Geist an den Yoga denken und fokussiert bleiben. Wie ein Händler auf dem Markt, der nur an seine Ware denkt. Nichts darf seinen Geist stören.

12.232.25 Er soll beharrlich jegliche Methode nutzen, die seinen launischen Geist zurückhält und nicht davon abweichen.

Aus der Bhagavad Gita

6.12 Sitzend in seiner Asana soll er seinen Geist auf ein einzelnes Objekt konzentrieren, die Gedanken und Sinne unter Kontrolle halten, Yoga praktizierend um sich selbst zu läutern.

6.13 und 6.14 Beständig, den Körper haltend, Kopf und Nacken gerade aufgerichtet, völlig unbewegt mit seinem Blick die Spitze der Nase fixieren, ohne in andere Richtungen zu blicken, ruhig, furchtlos, fest verankert in sein Abstinenz-Gelöbnis, soll er seinen Geist kontrollieren und, mit Gedanken an mich [Krishna], soll er Yoga ausüben, immer auf mich konzentriert.

6.15 So beständig sich selbst unter Kontrolle den Yoga ausübend, wird der Yogi, dessen Geist zurückgehalten ist den Frieden erreichen, der jenseits von Nirvana ist und in mir verweilen.

Aus der Shvetashvatara Upanishad

2.9 Mit seinen kontrollierten Handlungen sollte der weise Mann den Atem in [den Körper] drücken. Wenn der Atem verbraucht ist, sollte er durch ein Nasenloch ausatmen. Er sollte den Verstand wachsam zurückhalten, als wäre es ein Streitwagen, der sich schlecht benommenen Pferden zuwendet.

Beitrag: Meditation lernen

Meditation lernen

meditation lernen berge 1 564

Meditation lernen – die grundlegende Anleitung aus dem Buddhismus

Der Begriff Meditation hat viele Facetten. Das Spektrum reicht vom Nachsinnen über ein Thema (vornehmliche Betrachtungsweise der Philosophen) bis zur völligen Gedankenstille. Im Folgenden findest du eine konkrete Anleitung der Schritte, welcher der Buddha himself seinen Schülern zum Lernen einer tiefen Meditation gegeben hat. Sicherlich nicht die schlechteste Herangehensweise, wenn du persönliche Entwicklung oder gar Erleuchtung zum Ziel deiner Meditationsreise auserkoren hast.

Am Ende findest du eine Merkkarte zum Ausdruck – z. B. für das Portemonnaie.

Hier weiterlesen: Meditation lernen

Allgemeine Regeln

Aus der Hatha Yoga Pradipika

Vers I-15: Übermaß an Essen, zu starke Anstrengung, Geschwätz, Befolgung falscher Regeln, falsche Gesellschaft und Unbeständigkeit - diese sechs Sünden machen Yoga wirkungslos.

Vers I-16: Fester Wille/Enthusiasmus, Mut, Beharrlichkeit/Geduld, Wahrheit, wahres Wissen über das Sein und das Aufgeben von [nur unförderlicher?] Gemeinschaft mit Menschen – diese sechs Dinge führen den Yoga zum Erfolg.

Umfrage: Was hilft, tiefer zu meditieren?

Was hat dir geholfen, tiefer zu meditieren?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Ohne Erwartung zu meditieren. 152 Stimmen
Einen ruhigeren Ort aufzusuchen. 141 Stimmen
Früher am Morgen zu meditieren. 93 Stimmen
Die Tiefe kam im Laufe der Jahre. 74 Stimmen
Eine spezielle Atemtechnik. 69 Stimmen
Ein generell stressfreieres Leben. 68 Stimmen
Ein flexiblerer Körper, um entspannter sitzen zu können. 62 Stimmen
Vorher weniger/gar nicht zu essen. 55 Stimmen
Ein generell gesünderes Leben. 49 Stimmen
Ein Meditationsretreat. 41 Stimmen
Ein Lehrer, der sich gut mit Meditation auskannte. 40 Stimmen
Raum zu verdunkeln. 35 Stimmen
Ein einstimmendes Morgenritual. 31 Stimmen
Später am Abend zu meditieren. 31 Stimmen
Ein spezielles Buch. 30 Stimmen
Mehr Willenskraft einzusetzen. 29 Stimmen
Ein Wechsel des Meditationsobjektes. 16 Stimmen

Wenn du magst, könntest du (für uns) deine Wahl näher erläutern bzw. konkretisieren. Danke!

Wie genau hat meine obige Wahl meine Meditation gefördert bzw. was konkret (Buch, Seminar, Methode, Lehrer ...)?

 

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Antwort 1
Tiefer und ruhiger zu atmen

Antwort 2
Keine Störungen oder Ablenkung. Ein für die Yogapraxis und Meditation bestimmter Ort im Haus. Ein kleiner Altar mit Erinnerungen an Indien Reisen.

Antwort 3
Lehrer.

Antwort 4
Youtube

Antwort 5
Den Raum zu verdunkeln an einem ruhigen Ort, manchmal auch mit entsprechenden Frequenzen hat bei mir schon eine Wirkung auf den Gedankenfluss. Sie werden ruhiger, geordneter und innerhalb von Minuten merklich weniger. Ich kann mich besser darauf konzentrieren, mich an den Gedanken festzulegen sondern sie ziehen zu lassen.

Antwort 6
Buch: Alexander Poraj, ALLEIN

Antwort 7
Ohne Erwartung zu praktizieren. So konnte ich besser herausfinden, welche Meditationen und Atemtechniken für mich funktionieren. Weil ich dann nicht darauf fokussiert bin, was sein sollte, sondern mehr darauf, was gerade los ist.

Bisherige Empfehlungen von Leserinnen und Lesern

  1. Tiefer und ruhiger zu atmen
  2. Keine Störungen oder Ablenkung. Ein für die Yogapraxis und Meditation bestimmter Ort im Haus. Ein kleiner Altar mit Erinnerungen an Indien Reisen.
  3. Lehrer.
  4. Youtube.
  5. Den Raum zu verdunkeln an einem ruhigen Ort, manchmal auch mit entsprechenden Frequenzen hat bei mir schon eine Wirkung auf den Gedankenfluss. Sie werden ruhiger, geordneter und innerhalb von Minuten merklich weniger. Ich kann mich besser darauf konzentrieren, mich an den Gedanken festzulegen, sondern sie ziehen zu lassen.
  6. Buch: Alexander Poraj, ALLEIN
  7. Mir hilft mein Lehrer, Daniel Hertlein aus München.
    Lucides Träumen hilft mir auch weiter. Buch: Übungen der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche

Warum „schlechte Meditationen“ oft die wirksamsten sind

Sitzungen, die als „schlecht“ empfunden werden, gelten häufig als Rückschritt. In Wirklichkeit sind sie oft besonders aufschlussreich.

Wenn der Geist nicht zur Ruhe kommt, zeigt er, womit er gerade beschäftigt ist. Wird das nicht bekämpft, sondern nüchtern wahrgenommen, entsteht eine andere Form von Tiefe: Klarheit ohne Beruhigung.

Bewusste Offenheit statt abschließender Antworten

Vielleicht ist die wichtigste Voraussetzung für tiefe Meditation die Bereitschaft, nicht zu wissen, was Tiefe im nächsten Moment bedeutet.

Wer zu meditieren beginnt, um etwas Bestimmtes zu erreichen, sitzt oft lange vor einer verschlossenen Tür. Wer bleibt, obwohl er nichts erwartet, findet sie manchmal offen – ohne genau sagen zu können, wann sie aufgegangen ist.

Ergänzend: Wann Tiefe gerade nicht das Ziel sein sollte

Es gibt Phasen, in denen das Streben nach Tiefe nicht sinnvoll ist. Zeiten großer emotionaler Umbrüche, starker Erschöpfung oder psychischer Instabilität verlangen nicht nach Vertiefung, sondern nach Stabilisierung.

In solchen Phasen ist eine einfache, bodenständige Praxis oft heilsamer als der Versuch, tiefer zu gehen. Auch das ist Teil eines reifen Verständnisses von Meditation.

Ergänzend: Gedanken in der Meditation beruhigen

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Besser meditieren – Gedanken stoppen – im Hier bleiben

Gedanken in der Meditation beruhigen – 41 Tipps & effektive Methoden

Wer anfängt zu meditieren, wird schnell merken, dass Gedanken sich in den Vordergrund drängen. Nach einer motivierenden Anfangsphase mit eindrücklichen Meditationserfahrungen leiden viele Meditierende darunter, am Ende der Meditation festzustellen, dass sie wieder einmal nur geträumt, geplant, gesorgt, innerlich geplaudert haben.

In Jahrtausenden der Meditationstradition haben die unterschiedlichen Meditationsschulen Tipps und Hilfen entdeckt, welche die Gedanken bei der Meditation beruhigen.

Hier weiterlesen: Gedanken in der Meditation beruhigen


Ergänzend: Die Vertiefungs-Stadien der Meditation

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Hier weiterlesen: Anleitung Jhanas


Ergänzung oder Frage von dir

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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