Tiefer meditieren lernen: Praxis, Hindernisse und Methoden
Tipps aus alten Yoga-Schriften und moderner Forschung
Wer bereits eine tiefe Meditationserfahrung gemacht hat, wünscht sich häufig, ähnliche Zustände erneut zu erfahren. In der yogischen Tradition gilt jedoch gerade das Festhalten an solchen Erfahrungen als mögliches Hindernis auf dem meditativen Weg.
Und leider funktioniert das auch nicht immer wie gewünscht. Die alten Yogis haben sich ebenfalls sehr um die Tiefe ihrer Meditation bemüht. Um die Voraussetzungen für solch tiefe Erfahrungen zu verbessern, finden sich im folgenden Artikel Tipps und Empfehlungen zur Meditation aus den alten Schriften zusammengestellt (in Kombination mit modernen Erkenntnissen).
Kurz zusammengefasst
- Meditationsziele: Tiefe Meditation bedeutet nicht spektakuläre Zustände, sondern stabile Achtsamkeit, inneres Gewahrsein und weniger Anhaftung an Erleben.
- Meditationsort: Geeignete Voraussetzungen für tiefe Praxis sind ein ruhiger, saubrer, störungsarmer Raum, der den Geist unterstützt.
- Innere Hindernisse: Erwartung, Bewertung, Ungeduld und Erschöpfung sind häufige innere Blockaden auf dem Weg zur Tiefe.
- Körper-Geist-Verbindung: Tiefe entsteht nicht nur im Geist, sondern in verkörperter Präsenz – der Körper als Resonanzboden der Aufmerksamkeit.
- Methodik & Zeiten: Traditionelle Zeiten (Morgen, Mittag, Abend) und eine kontrollierte Präsenz des Atems fördern das tiefer werdende Gewahrsein.
- Regelmäßigkeit vor Länge: Tägliche, kurze Praxis ist effektiver als sporadisch lange Sitzungen, wenn es um Tiefe und Lernkurve geht.
- Fortschritt beobachten: Tiefe zeigt sich an Konsistenz, Aufmerksamkeit und Nachhall im Alltag, nicht an einzelnen intensiven Zuständen.
- Lebensintegration: Tiefe im Sitzen unterscheidet sich nicht von Tiefe im Alltag – sie zeigt sich im Umgang mit Stress, Beziehungen, Selbstblick und Gelassenheit.
- Fehler & Missverständnisse: Klassische Konzepte wie Tapas, Yamas/Niyamas, oder bestimmte Begriffe werden erläutert, präzisiert und moderne Missdeutungen korrigiert.
- Meditation & Wissenschaft: Meditation hat messbare Effekte auf Stress, Gehirnaktivität, Aufmerksamkeit und Gesundheit, die über Selbstbericht hinausgehen.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Was „tiefer meditieren“ überhaupt bedeutet – und was nicht
Viele Meditierende suchen Tiefe, meinen aber Unterschiedliches: Ruhe, Leere, Glück, Visionen, Erkenntnis.
Was verstehen wir in diesem Artikel darunter? Folgendes: Tiefer meditieren bedeutet nicht zwangsläufig, mehr zu erleben. Oft bedeutet es sogar das Gegenteil: weniger zu wollen.
In der Praxis zeigt sich Tiefe nicht primär durch außergewöhnliche Zustände, Bilder oder intensive Gefühle, sondern durch Stabilität, Klarheit und eine wachsende Unabhängigkeit von inneren Reizen.
Eine Meditation kann tief sein, obwohl Gedanken auftauchen. Und sie kann oberflächlich bleiben, obwohl sie sich angenehm anfühlt. Tiefe zeigt sich weniger im Erleben selbst als darin, wie sehr der Geist aufhört, sich an das Erleben zu klammern.
Wer tiefer meditieren möchte, sollte daher nicht fragen: Was kann ich noch erleben?, sondern eher: Was darf ich lassen?
Fortschritt erkennen – ohne sich selbst zu täuschen
Tiefer zu meditieren heißt nicht, dass jede Sitzung ruhiger oder angenehmer wird. Fortschritt zeigt sich oft indirekt.
Ein erstes Zeichen kann sein, dass Ablenkungen schneller bemerkt werden – nicht, dass sie verschwinden. Auch eine wachsende Fähigkeit, nach innerer Unruhe wieder zurückzukehren, deutet auf Vertiefung hin.
Manche bemerken Veränderungen weniger während der Meditation als danach: eine geringere Reizbarkeit, mehr Abstand zu Gedanken oder ein feineres Gespür für innere Grenzen.
Die häufigsten inneren Hindernisse – und wie man mit ihnen arbeitet
Viele Meditierende scheitern nicht an mangelnder Technik, sondern an immer gleichen inneren Mustern. Diese lassen sich beobachten, aber nicht erzwingen.
- Erwartung ist eines der größten Hindernisse. Wer mit der Hoffnung sitzt, dass „heute endlich etwas passiert“, erzeugt subtilen Druck. Der Geist spannt sich an – und genau das verhindert Tiefe.
- Bewertung folgt meist sofort: Heute läuft es gut oder Heute ist alles schlecht. Beides bindet Aufmerksamkeit an den Kommentar statt an die Praxis. Tiefe entsteht dort, wo Erfahrung nicht sofort eingeordnet werden muss.
- Ungeduld wirkt leise, aber konstant. Sie zeigt sich im inneren Vorziehen der Zeit, im heimlichen Blick auf die Uhr oder im Wunsch, schneller „weiter“ zu sein. Meditation kennt kein Vorankommen im üblichen Sinn.
- Erschöpfung schließlich wird häufig ignoriert oder spirituell überdeckt. Ein müder Geist kann sich nicht sammeln. Tiefe braucht nicht Härte, sondern angemessene Wachheit.
Der Körper als Tor zur Tiefe – jenseits der Sitzhaltung
Tiefe Meditation ist kein rein geistiger Vorgang. Sie ist immer auch ein körperlicher Zustand.
Ein entscheidender, oft übersehener Faktor ist Mikro-Spannung: feines Zusammenziehen im Kiefer, ein kaum merkliches Hochziehen der Schultern, ein unruhiger Bauch. Diese Spannungen verhindern Sammlung, auch wenn die Sitzhaltung äußerlich korrekt wirkt.
Vor Beginn der Meditation kann es hilfreich sein, den Körper innerlich langsam „abzutasten“ und Spannungen nicht zu lösen, sondern bewusst zuzulassen. Paradoxerweise vertiefen sich Entspannung und Sammlung häufig erst dann.
Tiefe entsteht dort, wo der Körper nicht mehr als Objekt korrigiert wird, sondern als stiller Träger der Aufmerksamkeit dient.
Atem: weniger Technik, mehr Beziehung
Der Atem gilt als ein Schlüssel zur Vertiefung der Meditation und wird entsprechend gelehrt. Beispielhaft hier Verse aus dem Yogasutra zur Atemsteuerung, dem Pranayama:
Yoga Sutra I-34: [Der Geist wird klar] durch (kontrolliertes) Ausstoßen oder Anhalten des Atems
Yoga Sutra II-49: Wenn der Yogi lange Zeit unbewegt bequem sitzen kann, beginnt er mit Pranayama, der Kontrolle über die Bewegung von Ein- und Ausatmung
Yoga Sutra II-50: [Beim Pranayama werden] Zeit, Ort und Anzahl der Einatmung, Ausatmung und des Anhaltens reguliert und laufend verlängert und verfeinert.
Yoga Sutra II-51: Die vierte Art des Pranayama überschreitet die Erfahrung von Einatmung und Ausatmung
Yoga Sutra II-52: Wenn dies erreicht ist, löst sich der Schleier um das innere Licht auf
Yoga Sutra II-53: Und der Geist wird fähig zu tiefer Konzentration
So oder ähnlich wird der Atem in vielen Traditionen als Schlüssel zur Tiefe beschrieben. Doch paradoxerweise führt bei Meditierenden gerne das Bemühen um Kontrolle des Atems oft in die entgegengesetzte Richtung.
Statt den Atem zu steuern, zu kontrollieren, kann es dann wirksamer sein, eine Beziehung zu ihm aufzubauen: ihn zu begleiten, ohne ihn verbessern zu wollen. Der Atem wird dann nicht zum Werkzeug, sondern zum Anker.
Tiefe stellt sich häufig ein, wenn der Atem so von selbst feiner wird – nicht, weil er verlangsamt wurde, sondern weil der Geist weniger eingreift.
Regelmäßigkeit schlägt gelegentliche Intensität
Tiefe entsteht selten durch gelegentliche, lange Sitzungen, sondern durch regelmäßige, unspektakuläre Praxis.
Ein Geist, der weiß, dass er täglich zur gleichen Zeit sitzen darf, wird mit der Zeit kooperativer. Er muss nicht mehr kämpfen oder überzeugen.
Zehn bis zwanzig Minuten täglich, über Monate hinweg, führen oft tiefer als sporadische Marathon-Sitzungen, die mehr Willenskraft als Einsicht erfordern.
Tiefe und Alltag – ein oft übersehener Zusammenhang
Meditation endet nicht mit dem Aufstehen vom Kissen. Ein überfüllter, dauerreizender Alltag wirkt wie permanenter Gegenwind.
Wer tiefer meditieren möchte, sollte weniger nach neuen Techniken suchen als nach kleinen Entlastungen: bewusstere Mediennutzung, Pausen ohne Input, Zeiten ohne Ziel.
Tiefe wächst dort, wo der Geist auch außerhalb der Meditation gelegentlich nichts leisten muss.
Die Rolle von Vertrauen – in die Praxis und in sich selbst
Tiefe entsteht nicht allein durch Disziplin, sondern auch durch Vertrauen. Vertrauen darin, dass die Praxis wirkt, auch wenn ihre Wirkung nicht sofort sichtbar ist.
Wer ständig überprüft, ob „es etwas bringt“, hält innerlich Abstand. Sammlung braucht Nähe – und Nähe entsteht nur, wenn Kontrolle zeitweise gelockert wird.
Tiefer meditieren – Tipps aus alten Yoga-Schriften
Wo meditieren?
Aus der Bhagavad Gita
6.11 An einem sauberen Ort soll er sich für sich in einen festen Sitz begeben, weder zu hoch noch zu niedrig, mit einem Tuch, einem Hirschfell oder einer Matte aus Kusha-Gras darunter.
Aus der Shvetashvatara Upanishad
2.10 In einem versteckten, windfreien, geschützten [Ort], der flach, sauber, frei von Steinen, Feuer und Sand, von stillen, fließenden Gewässern und dergleichen, angenehm für den Geist, aber nicht für das Auge bedrückend ist, sollte er Yoga praktizieren.
Aus dem Mahabharata
12.232.23 ... Er sollte die Praxis an der Spitze eines Berges vollziehen, in einem Heiligtum oder am Fuße eines Baumes.
12.232.26 Konzentriert übend soll er leere Höhlen in Bergen finden oder Tempel oder leere Häuser, um darin zu leben.
Aus dem Malinivijayottara Tantra
12.5 Bhairava sagte: Höre, oh Göttin, ich erkläre, wie man Yoga praktiziert. Indem er stetig wird, wird der Yoga Erfolg darin erreichen [gemeint sind hier eventuell die Siddhis, außergewöhnliche Kräfte].
12.6 und 12.7 In einer verborgenen Höhe, die ruhig, schön und frei von allen Störungen ist soll der Yogi, der die Asana [vermutlich gemeint: Sitzhaltung bequem und fest], den Geist, die vitalen Energien [Prana], sie Sinne, den Schlaf, den Zorn, die Furcht und die Angst besiegt hat, den Yoga praktizieren.
Aus Jnanesvari: Vom Ort für die Yoga-Praxis
6. 163 ... Hierfür soll einer nach einem Platz suchen,
6.164 der zufriedenstellend ist, wenn man sich niedergelassen hat, von dem man nicht aufstehen möchte, und der, wenn man ihn gesehen hat, die Leidenschaftslosigkeit doppelt so groß wird.
6.165 Einen Ort der, wenn man dort residiert, Zufriedenheit und Festigkeit des Geistes wie ein Panzer bringt,
6.166 wo sich die Praxis [quasi] automatisch ausführt und die Erfahrung selbst das Herz lehrt, ...
6.167 ... wo der Wunsch nach asketischen Übungen ansteigt und die Hingabe Wurzeln fasst,
6.169 ... [ein Ort] wo jemand, der nicht bleiben möchte, bleibt, jemand, der herumstreift, sich niederlässt ...
6.172 Eine weitere Sache sollte verstanden werden: Es sollte von Yoga-Praktizierenden bewohnt sein und es sollten nicht ständig Leute kommen und gehen.
6.173 Es sollten dichte Bäume in der Nähe sein, die stets Früchte tragen, die süß wie Nektar sind.
6.174 Es sollte überall klares Wasser verfügbar sein, auch in der Regenzeit; eine Quelle, die stets leicht erreichbar ist.
6.175 ... es wäre gut, wenn ein wenig Sonnenwärme spürbar wäre und eine leichte Brise weht ...
6.176 Es ist meist ruhig, es kommen keine Tiergruppen herein, keine Papageien- oder Bienenschwärme.
Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps Yoga dient dem Zur-Ruhe-kommen des Geistes. Dazu praktizieren Yogis in sitzender Position. "Der Sitz soll fest und bequem sein" ist die Grundforderung vieler Yogaschriften an diese Körperhaltung. Beides will ein Meditationskissen fördern: Stabilität des Sitzes und dessen Komfort. Dieser Text bietet dir nicht nur eine Orientierung, welche Kissenhöhen, Formen und Füllungen es gibt, sondern erklärt auch, wie du Fehlkäufe vermeidest und dich in deiner Haltung wirklich wohl fühlst. Er führt dich durch die entscheidenden Aspekte von Anatomie, Sitzkomfort und Praxisrelevanz und hilft dir, die richtige Entscheidung für deine Meditationsroutine zu treffen. Auch was sollte man beim Meditationskissen alles achten? Unser Artikel gibt Antworten zu zahlreichen Fragen rund um das für dich optimale Kissen für deine Meditation. Hier weiterlesen: Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-TippsBeitrag: Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form & Praxis-Tipps
Meditationskissen richtig auswählen: Höhe, Form und Praxis-Tipps
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Die bisherigen Stimmen:
| Einmal am Tag | 179 Stimmen |
| Mehrmals am Tag | 45 Stimmen |
| 2-3 mal die Woche | 42 Stimmen |
| Nie | 25 Stimmen |
| Selten | 23 Stimmen |
| 1 mal die Woche | 15 Stimmen |
Zur yogischen Ernährung
Aus der Bhagavad Gita
6.16 Yoga wird nicht von dem erreicht werden, der zu viel oder gar nichts isst, noch von dem, der zu viel schläft oder zu lange wach bleibt, Arjuna.
Mehr zur yogischen Ernährung:
Yogische Ernährung: die Grundlagen In einer Welt, in der Ernährung oft auf Kalorien und Trend-Diäten reduziert wird, eröffnet dir der Weg der yogischen Ernährung eine neue Perspektive: Er verbindet bewusstes Essen mit innerer Klarheit, ethischem Handeln und nachhaltigem Genuss. Dieser Artikel zeigt dir, wie du die Prinzipien dieser uralten Ernährungstradition auf einen modernen Alltag in Deutschland überträgst – mit konkreten Tipps, kritisch reflektiert, praxisnah und frei von Dogmen.Beitrag: Yogische Ernährung: die Grundlagen
Yogische Ernährung: die Grundlagen sattvischer Ernährung im Yoga-Lebensstil
Yamas und Niyamas: Von den Regeln
Aus dem Mahabharata
12.210.17 Enthaltsamkeit (Brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (Ahimsa) werden als Tapas des Körpers bezeichnet.
Die Beherrschung von Rede und Geist sowie Gleichmut werden als Tapas des Geistes bezeichnet.12.232.4 Der Mensch sollte die fünf Probleme überwinden, die dem Yoga entgegenstehen, wie von den Weisen gelehrt: Lust, Zorn (Ärger), Gier, Furcht und Schlaf.
12.232.5 Zorn wird durch Ruhe überwunden, die Lust durch das Aufgeben von Wünschen; der entschlossene Yogi überwindet den Schlaf durch die Kultivierung der Energie-Prinzipien (sattva) [Sattva verkörpert in der Samkhya-Lehre Reinheit und Ausgeglichenheit, leicht, erhellend].
12.232.6 Er soll seinen Penis und seinen Magen mit Willenskraft bewachen, seine Hände und Füße mit seinen Augen, seine Augen und sein Hören mit seinem Geist und seinen Geist und sein Sprechen mit seinen Handlungen.
12.232.7 Er soll seine Furcht mit den Mitteln der Wachsamkeit abschütteln und seine Gier durch die Kultivierung von Weisheit.
...
12.232.10 Meditation, Studium, Wohltätigkeit, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Geduld, Reinheit, eine reine Ernährung und Zurückhalten der Sinne:
12.232.11 Mit diesen Mitteln steigt die Vitalität des Yogis und tilgt er seine Sünden. Er erreicht alle seine Ziele und entwickelt Einsicht ...
...
12.262.37 Freundlichkeit, Nachsicht, Gelassenheit, Gewaltfreiheit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Vermeiden von Bosheit, Fehlen von Stolz, Bescheidenheit, Ruhe und Frieden.
12.262.38 Mit diesen Mitteln wird der Brahmane auf seinem Weg den höchsten Ort erreichen ...
Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden Keine spirituelle Richtung kommt ohne Verhaltensregeln aus. Diese legen fest, welche ethischen Handlungsweisen für einen Aspiranten (oder auch jeden Menschen) förderlich sind. Was dem Christen die zehn Gebote, das sind dem Yogi die Yamas und Niyamas. Gleichzeitig sind die Yamas und Niyamas die ersten beiden Stufen im Raja Yoga, dem achtgliedrigen Yoga-Pfad (auch Ashtanga-Yoga genannt). Patanjali, der bekannteste Yogaphilosoph, definiert die Yamas und Nyamas im Yogasutra. Dieser Artikel zeigt, wie sich alte Weisheit im modernen Alltag verankern lässt: Was sind die Yamas und Niyamas? Wie werden diese in den alten Schriften ausgelegt? Und wie wende ich die Yamas und Niyamas im Alltag an? Der Artikel gibt Antwort und hält zwei Downloads (Poster & Merkkarte) parat. Hier weiterlesen: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwendenBeitrag: Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden
Yamas und Niyamas: Ethik im Yoga verstehen und im Alltag anwenden
Von den Meditations-Zeiten
Aus dem Mahabharata
12.232.23 Mit den Bräuchen verbunden soll der Weise zu drei Zeiten im Yoga fortschreiten: in der Morgendämmerung, zur Mittagszeit und in der Abenddämmerung.
Aus der Bhagavad Gita
6.10 Der Yogi soll beständig über das Selbst meditieren, privat, allein, seinen Geist und sein Selbst unter Kontrolle haltend. Frei von Wünschen und Habgier.
Zur Methodik
Aus dem Mahabharata
12.232.24 Alle seine Sinne zurückhaltend, soll der Yogi auf nichts anderes in seinem Geist an den Yoga denken und fokussiert bleiben. Wie ein Händler auf dem Markt, der nur an seine Ware denkt. Nichts darf seinen Geist stören.
12.232.25 Er soll beharrlich jegliche Methode nutzen, die seinen launischen Geist zurückhält und nicht davon abweichen.
Aus der Bhagavad Gita
6.12 Sitzend in seiner Asana soll er seinen Geist auf ein einzelnes Objekt konzentrieren, die Gedanken und Sinne unter Kontrolle halten, Yoga praktizierend um sich selbst zu läutern.
6.13 und 6.14 Beständig, den Körper haltend, Kopf und Nacken gerade aufgerichtet, völlig unbewegt mit seinem Blick die Spitze der Nase fixieren, ohne in andere Richtungen zu blicken, ruhig, furchtlos, fest verankert in sein Abstinenz-Gelöbnis, soll er seinen Geist kontrollieren und, mit Gedanken an mich [Krishna], soll er Yoga ausüben, immer auf mich konzentriert.
6.15 So beständig sich selbst unter Kontrolle den Yoga ausübend, wird der Yogi, dessen Geist zurückgehalten ist den Frieden erreichen, der jenseits von Nirvana ist und in mir verweilen.
Aus der Shvetashvatara Upanishad
2.9 Mit seinen kontrollierten Handlungen sollte der weise Mann den Atem in [den Körper] drücken. Wenn der Atem verbraucht ist, sollte er durch ein Nasenloch ausatmen. Er sollte den Verstand wachsam zurückhalten, als wäre es ein Streitwagen, der sich schlecht benommenen Pferden zuwendet.
Der Begriff Meditation hat viele Facetten. Das Spektrum reicht vom Nachsinnen über ein Thema (vornehmliche Betrachtungsweise der Philosophen) bis zur völligen Gedankenstille. Im Folgenden findest du eine konkrete Anleitung der Schritte, welcher der Buddha himself seinen Schülern zum Lernen einer tiefen Meditation gegeben hat. Sicherlich nicht die schlechteste Herangehensweise, wenn du persönliche Entwicklung oder gar Erleuchtung zum Ziel deiner Meditationsreise auserkoren hast. Am Ende findest du eine Merkkarte zum Ausdruck – z. B. für das Portemonnaie.Beitrag: Meditation lernen

Meditation lernen – die grundlegende Anleitung aus dem Buddhismus
Allgemeine Regeln
Aus der Hatha Yoga Pradipika
Vers I-15: Übermaß an Essen, zu starke Anstrengung, Geschwätz, Befolgung falscher Regeln, falsche Gesellschaft und Unbeständigkeit - diese sechs Sünden machen Yoga wirkungslos.
Vers I-16: Fester Wille/Enthusiasmus, Mut, Beharrlichkeit/Geduld, Wahrheit, wahres Wissen über das Sein und das Aufgeben von [nur unförderlicher?] Gemeinschaft mit Menschen – diese sechs Dinge führen den Yoga zum Erfolg.
Umfrage: Was hilft, tiefer zu meditieren?
Was hat dir geholfen, tiefer zu meditieren?
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Die bisherigen Stimmen:
| Ohne Erwartung zu meditieren. | 152 Stimmen |
| Einen ruhigeren Ort aufzusuchen. | 141 Stimmen |
| Früher am Morgen zu meditieren. | 93 Stimmen |
| Die Tiefe kam im Laufe der Jahre. | 74 Stimmen |
| Eine spezielle Atemtechnik. | 69 Stimmen |
| Ein generell stressfreieres Leben. | 68 Stimmen |
| Ein flexiblerer Körper, um entspannter sitzen zu können. | 62 Stimmen |
| Vorher weniger/gar nicht zu essen. | 55 Stimmen |
| Ein generell gesünderes Leben. | 49 Stimmen |
| Ein Meditationsretreat. | 41 Stimmen |
| Ein Lehrer, der sich gut mit Meditation auskannte. | 40 Stimmen |
| Raum zu verdunkeln. | 35 Stimmen |
| Ein einstimmendes Morgenritual. | 31 Stimmen |
| Später am Abend zu meditieren. | 31 Stimmen |
| Ein spezielles Buch. | 30 Stimmen |
| Mehr Willenskraft einzusetzen. | 29 Stimmen |
| Ein Wechsel des Meditationsobjektes. | 16 Stimmen |
Wenn du magst, könntest du (für uns) deine Wahl näher erläutern bzw. konkretisieren. Danke!
Wie genau hat meine obige Wahl meine Meditation gefördert bzw. was konkret (Buch, Seminar, Methode, Lehrer ...)?
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Antwort 1
Tiefer und ruhiger zu atmen
Antwort 2
Keine Störungen oder Ablenkung. Ein für die Yogapraxis und Meditation bestimmter Ort im Haus. Ein kleiner Altar mit Erinnerungen an Indien Reisen.
Antwort 3
Lehrer.
Antwort 4
Youtube
Antwort 5
Den Raum zu verdunkeln an einem ruhigen Ort, manchmal auch mit entsprechenden Frequenzen hat bei mir schon eine Wirkung auf den Gedankenfluss. Sie werden ruhiger, geordneter und innerhalb von Minuten merklich weniger. Ich kann mich besser darauf konzentrieren, mich an den Gedanken festzulegen sondern sie ziehen zu lassen.
Antwort 6
Buch: Alexander Poraj, ALLEIN
Antwort 7
Ohne Erwartung zu praktizieren. So konnte ich besser herausfinden, welche Meditationen und Atemtechniken für mich funktionieren. Weil ich dann nicht darauf fokussiert bin, was sein sollte, sondern mehr darauf, was gerade los ist.
Bisherige Empfehlungen von Leserinnen und Lesern
- Tiefer und ruhiger zu atmen
- Keine Störungen oder Ablenkung. Ein für die Yogapraxis und Meditation bestimmter Ort im Haus. Ein kleiner Altar mit Erinnerungen an Indien Reisen.
- Lehrer.
- Youtube.
- Den Raum zu verdunkeln an einem ruhigen Ort, manchmal auch mit entsprechenden Frequenzen hat bei mir schon eine Wirkung auf den Gedankenfluss. Sie werden ruhiger, geordneter und innerhalb von Minuten merklich weniger. Ich kann mich besser darauf konzentrieren, mich an den Gedanken festzulegen, sondern sie ziehen zu lassen.
- Buch: Alexander Poraj, ALLEIN
- Mir hilft mein Lehrer, Daniel Hertlein aus München.
Lucides Träumen hilft mir auch weiter. Buch: Übungen der Nacht von Tenzin Wangyal Rinpoche
Warum „schlechte Meditationen“ oft die wirksamsten sind
Sitzungen, die als „schlecht“ empfunden werden, gelten häufig als Rückschritt. In Wirklichkeit sind sie oft besonders aufschlussreich.
Wenn der Geist nicht zur Ruhe kommt, zeigt er, womit er gerade beschäftigt ist. Wird das nicht bekämpft, sondern nüchtern wahrgenommen, entsteht eine andere Form von Tiefe: Klarheit ohne Beruhigung.
Bewusste Offenheit statt abschließender Antworten
Vielleicht ist die wichtigste Voraussetzung für tiefe Meditation die Bereitschaft, nicht zu wissen, was Tiefe im nächsten Moment bedeutet.
Wer zu meditieren beginnt, um etwas Bestimmtes zu erreichen, sitzt oft lange vor einer verschlossenen Tür. Wer bleibt, obwohl er nichts erwartet, findet sie manchmal offen – ohne genau sagen zu können, wann sie aufgegangen ist.
Ergänzend: Wann Tiefe gerade nicht das Ziel sein sollte
Es gibt Phasen, in denen das Streben nach Tiefe nicht sinnvoll ist. Zeiten großer emotionaler Umbrüche, starker Erschöpfung oder psychischer Instabilität verlangen nicht nach Vertiefung, sondern nach Stabilisierung.
In solchen Phasen ist eine einfache, bodenständige Praxis oft heilsamer als der Versuch, tiefer zu gehen. Auch das ist Teil eines reifen Verständnisses von Meditation.
Ergänzend: Gedanken in der Meditation beruhigen
Gedanken in der Meditation beruhigen
Gedanken in der Meditation beruhigen – 41 Tipps & effektive Methoden
Wer anfängt zu meditieren, wird schnell merken, dass Gedanken sich in den Vordergrund drängen. Nach einer motivierenden Anfangsphase mit eindrücklichen Meditationserfahrungen leiden viele Meditierende darunter, am Ende der Meditation festzustellen, dass sie wieder einmal nur geträumt, geplant, gesorgt, innerlich geplaudert haben.
In Jahrtausenden der Meditationstradition haben die unterschiedlichen Meditationsschulen Tipps und Hilfen entdeckt, welche die Gedanken bei der Meditation beruhigen.
Hier weiterlesen: Gedanken in der Meditation beruhigen
Ergänzend: Die Vertiefungs-Stadien der Meditation

Anleitung zu den acht Jhanas im Buddhismus
Jhanas sind Vertiefungsstufen der Meditation. Es handelt sich um acht Bewusstseinszustände, die durch meditative Sammlung hervorgerufen werden. Jede Stufe führt zu einer tieferen Sammlung und kann jeweils als Vorbereitung zur Einsichtsmeditation genutzt werden. Für den Übergang von einer Jhana zur anderen wird jeweils das Meditationsobjekt eine Stufe subtiler gewählt. Die folgende Anleitung zu den Jhanas listet auf, worauf sich in jeder Stufe zu konzentrieren ist.
Hier weiterlesen: Anleitung Jhanas

Ergänzung oder Frage von dir
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Fehlt etwas im Beitrag? Kannst du etwas beisteuern? Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet. Vielen Dank!

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Die „Tafeln von Chartres“ sind eine althergebrachte Technik zur Schulung von Geist, Konzentration und Aufmerksamkeit. Nach späteren Darstellungen soll die Technik mündlich überliefert worden sein und wurde 1979 in einem Buch mit dem Titel „Gärten der Einweihung“ erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Für diese Herkunftserzählung existieren jedoch keine unabhängigen historischen Belege.
Hier findest du die Technik erläutert und einen gratis Download der Tafeln von Chartres, mit denen du selber praktizieren kannst.
Hier weiterlesen: Die Tafeln von Chartres

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Metta-Meditation: Anleitung zur Meditation über Mitgefühl & liebende Güte
Reine Atem-Meditation steigert nicht zwangsläufig deine Empathie oder das Gefühl der vertrauten Verbundenheit mit anderen (Menschen-)Wesen, du musst dieses Ziel schon ganz konkret mit in deine Meditation aufnehmen. Die Metta-Meditation aus dem Buddhismus ist das bekannteste Beispiel für eine solche Meditation über Mitgefühl.
Wir erklären in diesem Beitrag, wie die Metta-Meditation funktioniert und geben Anleitungen als Text und Video. Außerdem findet du weiter unten eine allgemeine Eigenschaftsmeditation und weitere Varianten von Meditationen über Mitgefühl.
Hier weiterlesen: Metta-Meditation
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Außerkörperliche Erfahrung in der Meditation: Die Techniken nach Patanjali und Monroe
Seit vielen Jahrtausenden finden sich Berichte von intensiv Meditierenden zu mystischen Erfahrungen. Zu geistigen Erlebnissen, die sich mit dem Verstand nicht erklären lassen. Hierzu gehört das Erlebnis von außerkörperlichen Wahrnehmungen. Schon Patanjali hat im Yoga Sutra hierfür eine Meditationsanweisung geschildert.
Bonus: ► Umfragen zur Außerkörperlichen Erfahrung ► Monroe-Technik

