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mohn feld e 250Te hlādaparitāpaphalāḥ puṇyāpuṇyahetutvāt
ते ह्लादपरितापफलाः पुण्यापुण्यहेतुत्वात्

Patanjali unterteilt die Karma-Folgen in leidvoll und freudebringend. In der Bhagavadgita (und an anderer Stelle im Yogasutra) ist sogar vom Karma „dreierlei Art“ zu lesen. Schauen wir uns einmal näher an, was hier genau gemeint ist und prüfen dann die Lösungswege gegen das Leid, die uns von Seiten des Yogas und vom Buddhismus feilgeboten werden.

 
 

feld weizen hell mohnBist du mit deiner Karma-Ernte zufrieden?

Punkt 1

Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrits

Zunächst hier die Übersetzungsmöglichkeiten für die einzelnen Worte, damit du die Übersetzung selbst für ein besseres Verständnis variieren kannst:

  • Te = sie; diese;
  • Hlada, hlâda = Freude; vergnüglich; genussvoll;
  • Paritapa, paritâpa = Angst; Leid; schmerzhaft; leidvoll; Sorge;
  • Phalah, Phala, phalâh, Phalâï = Frucht; Reife; Gereiftes;
  • Punya, puṇya, Puñya = Verdienst; erfolgreich; verdienstvoll; ehrenhaft; tugendhaft;
  • Apunya, apuñya = Schuld, Sünde; missglückt; böse; unehrenhaft; ungünstig; ohne Verdienst;
  • Hetutvat, hetutvât = verursacht durch; Ursache; Kausalität;

2

Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

Hinweis zu den folgenden Sutra-Übersetzungen: Übertragungen aus dem Englischen sind Eigenübersetzungen.

  • Sukadev: „Sie haben Vergnügen oder Schmerz als ihre Frucht ...“
  • Deshpande/Bäumer: „... die von guter oder böser Absicht motiviert sind.“
  • Dr. R. Steiner: „Die Frucht einer Handlung ist genussvoll oder leidvoll ...“
  • Coster: „Ob das Karma erfreulich oder leidvoll ist ...“
  • Feuerstein: „Diese [drei (Feuerstein bezieht sich auf die Karmafolgen Lebensumstände, Todeszeitpunkt und Lebensglück] bringen Lust oder Pein hervor ...“
  • R. Palm: „... als Früchte Erquickung oder Qual ...“
  • R. Sriram: „... ob die Handlungen auf Erkenntnis oder einem Irrtum beruhen ...“
  • Govindan: „... ergeben sich ... freudvolle und leidvolle Konsequenzen.“
  • Iyengar: „Gemäß unserer guten und schlechten Taten erfahren wir ...“
  • Chip Hartranft: „Dieses Leben wird von Freude oder Qual geprägt sein, im Verhältnis zu den guten oder schlechten Taten, die den Speicher der dauerhaften Eindrücke gefüllt haben.“
  • R. Skuban: „Es hängt von Verdiensten und Fehlern ab ...“
  • G. Pradīpaka: „Wegen (hetutvāt) der Tugenden (puṇya) und des Lasters (apuṇya), diese (meint: Geburt, Lebensspanne und Erfahrung) - (te) (erscheinen jeweils als) die Früchte (phalāḥ) der Lust (hlāda) oder des Schmerzes (paritāpa).“
  • 12koerbe.de: „... (reifen) aus guter oder schlechter Verursachung“
  • Hariharananda Aranya: „Aufgrund von Tugend und Laster produzieren diese [Handlungen] (Geburt, Zeitspanne und Erfahrung) angenehme und schmerzhafte Erfahrungen.“
  • I. K. Taimni: „Sie haben Freude am Kummer um ihre Früchte, denn ihre Sache ist die Tugend des Lasters.“
  • Vyasa Houston, Barbara Miller: „Diese Handlungen tragen je nach Tugend oder Laster des Schauspielers freudige oder traurige Früchte.“
  • Swami Satchidananda: „Die Karmas tragen Früchte der Lust und des Schmerzes, die durch Verdienste und Fehler verursacht werden.“
  • Swami Prabhavananda: „Lust- und Schmerzerlebnisse sind die Früchte des Verdienstes bzw. des Mangels.“
  • Swami Vivekananda: „Sie tragen Früchte in Form von Vergnügen oder Schmerz, hervorgerufen durch Tugend oder Laster.“
  • Wim van den Dungen (buddhistischer Kommentar zum Yogasutra): „Diese haben Freude oder Bedrängnis zur Folge, je nach den verdienstvollen oder nachteiligen Gründen.“

Punkt 3

sorgen gefangener leid d 564Der Mensch leidet. Auch im "Glück". Eine Ursache sind die Kleshas

Wo wir stehen

Patanjali beginnt das zweite Kapitel im Yogasutra mit der Auflistung und (knappen) Erläuterung der Kleshas, der leidvollen Spannungen bzw. -Zustände – den Hindernissen auf dem Pfad des Yoga. Diese Kleshas sind (Sutra II-3):

Unwissenheit wurde (Sutra II-4) als die Wurzel aller übrigen leidvollen Zustände gebrandmarkt. 

In Sutra II-10 und II-11 nennt er Methoden zur Überwindung der Kleshas (u. a. Meditation und Selbsterkenntnis), ab Sutra II-12 geht es um das Karma, das aus Klesha-basierten Handlungen folgt.

Punkt 4

Das dreifache Karma

In Sutra IV-7 schreibt Patanjali:

Yoga Sutra IV-7: Die Handlungen (und die Folgen daraus; Karma) eines Yogi sind weder schwarz noch weiß, für andere sind sie jedoch dreierlei Art

In dieser Sutra geht es (zunächst) um das Schwarz und das Weiß. Damm kommen wir zur dritten Karma-Art. Am Ende wird erläutert, wie ein Yogi handelt kann, ohne von einer der Karmaarten betroffen zu sein.

"Karma ist ein aktiver Prozeß und hat nichts mit passiver Hinnahme zu tun."

Dalai Lama (*1935)

Punkt 5

hand geben blumen u 564

Tugendbasiertes (heilsames) Karma

Anhänger der Karmalehre betonen, dass es Gedanken und Handlungen gibt, die zu positiven Erfahrungen in der Zukunft führen. Sogar eine bessere Wiedergeburt wird in Aussicht gestellt. Ein exemplarisches Beispiel wäre die Buddharede zum Pfad in eine höhere Wiedergeburt in Majjhima-Nikaya (MN 41). Ein Auszug daraus lautet:

„Wünscht sich aber, ihr Bürger, ein Wahrhaftiger und Gerechter: ›o dass ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in der Familie eines reichen Bürgergeschlechtes wiedererscheinen möchte‹, so mag es wohl sein, dass er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in der Familie eines reichen Bürgergeschlechtes wiedererscheine. Und warum das? Um seiner Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit willen.“

Für Buddha steht Karma offenkundig für „Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit“ im gesamten Dasein.

Sukadev schreibt anschaulich: „Wenn wir aus einer positiven Motivation heraus handeln, andern etwas Gutes tun ... dann führt das zu Vergnügen.“

Iyengar wählt andere Worte: „Handeln aus Verlangen, Gier, Zorn, Lust, Hochmut und Bosheit zieht Leiden nach sich, während Handlungen, die nichts mit dem Rad der Begierde zu tun haben, zur Glückseligkeit hinführen.“

Govindan, ansonsten eher ein strenger Yogi, hebt zum einen ebenfalls die positive Wirkung von Taten hervor, bei denen wir anderen Menschen zu Glück verhelfen. Darüber hinaus aber macht er auf folgenden Aspekt aufmerksam: „Wenn wir uns selbst erlauben, wirklich glücklich zu sein, machen wir automatisch auch die Menschen in unserer Umgebung glücklicher – ob sie das nun gleich registrieren oder nicht.“ Darum sollten wir uns um Gedanken, Taten und Worte bemühen, die sowohl andere, als auch uns selbst glücklich machen.

Sollen wir also nun alle gemäß der Yogalehre besonders viel positives Karma anhäufen? Mitnichten! Gute Erfahrungen in der Zukunft sind nicht das Ziel des Karma Yogas, auch wenn diese uns durchaus Vergnügungen bereiten dürfen. Patanjali schreibt nämlich in der folgenden Sutra II-15:

Yoga Sutra II-15: Für jemanden mit Unterscheidungsfähigkeit ist alles in dieser Welt leidvoll; das liegt an der Vergänglichkeit, unserem Verlangen, den unbewussten Prägungen und an der Wechselhaftigkeit der Natur

Zudem bindet auch gutes Karma an die Welt der Erscheinungen, Samsara. Nur wer sich hierin dieser  Welt, in Prakriti, noch etwas austoben möchte, sollte sich möglichst heilsames Karma anhäufen, eventuell auch mit einem weiten Blick auf das nächste Leben ;-).

Punkt 6

suende traurig umwelt

Sünde-/Lasterbasiertes Karma

Dann gibt es Handlungen, die unerfreuliche – schmerzhafte – Folgen nach sich ziehen. Was sind das für Handlungen?

  • Erstens: Manche Handlungen haben unmittelbar negative Folgen. Wir fassen mit der Hand ins Feuer und erleiden Schmerz. Ursache – Wirkung, ganz einfach.

„Die Welt des Glücklichen ist eine andere als die des Unglücklichen.“

Ludwig Wittgenstein, 1889 -1951, Philosoph, TLP 6.43

  • Zweitens: Dann gibt es wohl Handlungen, in denen es auf die Motivation zur Handlung ankommt. Und/oder um das Wissen an den schlechten Folgen der Handlung. In Schilderungen zum Karma-Gesetz lesen wir immer wieder, dass Handlungen, die in dunkler Absicht ausgeführt werden, uns selber schaden.

Ein Beispiel: Wenn wir ahnungslos ob der umweltschädlichen Folgen mit dem Kreuzfahrtschiff die Meere bereisen, hat das keine negativen Folgen. Wenn uns aber jemand auf die Verschmutzung des Wassers und der Luft durch die Schiffe aufmerksam macht und wir trotzdem weiter dort mitreisen, werden wir gemäß dieser Karma-Auslegung negative Konsequenzen erleiden.

"Für das Karma entscheidet nicht die Tat, sondern das Motiv. Es ist die Energie, die eine Tat begleitet."

Irina Rauthmann (*1958), deutsche Lyrikerin

Ähnlich sagt es Marie von Ebner-Eschenbach:

"Nicht, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus."

  • Drittens: Dann gibt es Angewohnheiten, denen wir nachgehen, obwohl wir wissen, dass sie uns schaden. Rauchen, Bewegungsmangel, Mangelernährung wären hierfür Beispiele.

Punkt 7

Das neutrale oder durchmischte Karma

Kann man bei jedem Ereignis genau sagen, ob das nun gut oder schlecht für uns ist? Vielleicht lernen wir etwas durch einen Verlust oder sind durch eine schmerzhafte Trennung offen für ein höheres Glück. Noch nicht einmal bei einem Lottogewinn kann man sagen, dass dieser stets zu höheren Wohlbefinden führt. Das Gegenteil scheint eher der Fall zu sein, wie dieser FAZ-Artikel anschaulich schildert. 

Punkt 8

Handeln, ohne Karma zu erzeugen

Die Yoga-Philosophie empfiehlt zur Karma-Vermeidung, alle Ereignisse gleichmütig zu durchleben. Ein Ereignis weder positiv noch negativ zu bewerten. An allem lernen, an allem wachsen. Ohne innere Ablehnung oder Anhaftung. Gelassen bleiben. Sich selbst nicht als Handelnden wahrzunehmen, sondern als Beobachter der eigenen Handlungen.

Dann, so die entsprechende Lehre, würde aus keiner Handlung Karma entstehen und das Tor, das aus dem Kreislauf der Wiedergeburten herausführt, öffnet sich nach und nach.

Denn: Wer sich aus dem Samsara, dem Maya (Täuschung) dieser Welt, befreien möchte, der sollte tunlichst kein neues Karma schaffen. Denn auch gutes Karma bindet an diese Welt.

Selbstloses Handeln, ohne Motiv, wenn mit Absicht dann aus Mitgefühl und Liebe, soll ebenfalls das Tor öffnen, siehe die buddhistische Sonderlösung im nächsten Abschnitt. Anders ausgedrückt: Tue das, was notwendig ist, ohne Erwartungen oder Ängste an/über die Folgen dieses Handelns. Kurz: Praktiziere Karma Yoga

„Was bei Vedastudium, Opferzeremonien, Askeseübungen und Freigebigkeit als Lohn der guten Tat gewährt wird, über all das geht der Yogi hinaus, der dies verstanden hat, und gelangt zum höchsten uranfänglichen Zustand.“

Bhagavad Gita VIII.28

Punkt 9

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Buddhistische Sonderlösung

Wim van den Dungen mahnt den angehenden Buddhisten, „... dass man nicht denken sollte, dass alles vorbei ist, wenn unser physischer Körper stirbt.“ Das Leiden geht dann weiter. Auch er schreibt: Sogar als unablässig leidendes Höllenwesen, als „hungriger Geist“ oder als Tier kann ein Mensch (mit entsprechendem Karma) wiedergeboren werden. Zum permanenten Leiden in einigen dieser Inkarnationen kommt hinzu, dass man sich als Höllenwesen oder Tier nicht aktiv spirituell in höhere Inkarnationen entwickeln kann.

Das Leiden kann aber durch den Achtfachen Pfad des Buddhas beendet werden. Buddha fügt in seiner Lehre den zwei Karmaarten (heilsam oder schädigend) noch eine dritte Möglichkeit hinzu, das meine ich mit buddhistischer Sonderlösung, obwohl man diesen Weg auch aus Patanjalis Empfehlungen herauslesen kann. Wim van den Dungen erläutert: „Wenn wir alle fühlenden Wesen achten, weil wir verstehen, dass alle Phänomene voneinander abhängig entstehen, wird der Verdienst, der durch dieses Mitgefühl gesammelt wird, uns schließlich aus dem zyklischen Dasein hinaustreiben.“

Punkt 10

Nachtigall ick hör dir trapsen

Gemäß Iyengar legen die Sutras II-12 bis II-14 dem Yogi nahe, „... ein diszipliniertes yogisches Leben zu führen, um die Einprägungen, die sein Handeln verursacht, möglichst gering zu halten.“

Das letzte Wort der Betrachtungen zu dieser Sutra gehört Swami Satchidananda. Er verweist darauf, dass diese Sutra folgenden Schluss ermögliche: „Du bist dein eigener bester Freund, genauso, wie du dein größter Feind bist.

Punkt 11

Siehe auch (Sutra mit ähnlichen bzw. ergänzenden Aussagen)

Siehe zum rechten Handeln die folgenden vier Sutras:

Yoga Sutra I-33: Der Geist wird geklärt durch Kultivierung von Freundlichkeit, Empathie, Zufriedenheit sowie Gleichgültigkeit gegenüber Freude, Leid, Erfolg und Misserfolg

bauer kuh laecheln 250
Maitrî–karunâ–muditopeksânam sukha–duhkha–punyâpunya–vishayânâm bhâvanâtash chitta prasâdanam
मैत्री करुणा मुदितोपेक्षाणांसुखदुःख पुण्यापुण्यविषयाणां भावनातः चित्तप्रसादनम्

 

Sutra I-33 gibt Empfehlungen zu Tugenden, die ein Yogi zur Unterstützung seines Weges entwickeln sollte. Satchidananda schreibt: "Egal ob du dich am Erreichen von Samadhi interessiert zeigst oder vorhast, den Weg des Yoga völlig zu ignorieren, würde ich dir raten, zumindest diese Sutra zu erinnern."

Die hier gegebenen Empfehlungen seien "very helpful", im täglichen Leben einen friedlichen Geist zu bewahren.

Yoga Sutra II-30: Die Yamas gründen auf Nichtverletzen, Wahrhaftigkeit, Nichtstehlen, reinem Lebenswandel und Begierdenlosigkeit


Ahimsâ-satyâsteya-brahamacharyâparigrahâ yamah
अहिंसासत्यास्तेय ब्रह्मचर्यापरिग्रहाः यमाः

 

Yoga Sutra II-32: Die Nyamas lauten Reinheit, Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium und Hingabe


Shaucha-samtosha-tapah-swâdhyâyeshwara-pranidhânâni niyamâh
शौच संतोष तपः स्वाध्यायेश्वरप्रणिधानानि नियमाः

 

Yoga Sutra II-33: Bei einer Behinderung durch schädliche Gedanken sollte man zu deren Überwindung über das Gegenteil meditieren


vitarka-bādhane pratiprakṣa-bhāvanam
वितर्कबाधने प्रतिपक्षभावनम्

 

 

Alle Sutras von Patanjali, die das Thema Karma behandeln

Yoga Sutra I-24: Ishvarah ist als besonderes Wesen unberührt von Leid, Karma oder Wünschen

Yoga Sutra II-12: Die Kleshas sind [somit] die Wurzel für das gespeicherte Karma. Es wird im sichtbaren [gegenwärtigen] oder in nicht sichtbaren [zukünftigen Leben] erfahren werden.

Yoga Sutra II-13: Solange die Wurzeln [der Kleshas, der leidbringenden Hindernisse] verbleiben, muss es [das Karma] erfüllt werden, und erschafft die allgemeine Lebenssituation, die Lebensspanne und das Maß an freudvollen Erfahrungen in unserem Leben

Yoga Sutra II-14: Die Ernte aus dem Karma ist entweder freudvoll oder schmerzhaft, je nachdem, ob die zugrunde liegende Tat heilsam oder leidbringend war.

Yoga Sutra II-15: Für jemanden mit Unterscheidungsfähigkeit ist alles in dieser Welt leidvoll; das liegt an der Vergänglichkeit, unserem Verlangen, den unbewussten Prägungen und an der Wechselhaftigkeit der Natur

Yoga Sutra II-16: Zukünftiges Leid kann verhindert werden

Yoga Sutra II-17: Da die [Erste] Ursache künftigen Karmas die Identifikation des Sehenden mit dem Gesehenen ist, kann kommendes Leid vermieden werden

Yoga Sutra II-18: Das Universum existiert einzig zu dem Zweck, das der Mensch Erfahrungen macht und sein wahres Selbst erkennt (Freiheit!). Es hat die Eigenschaften Klarheit, Aktivität und Trägheit

Yoga Sutra II-19: Die drei Grundbestandteile der Urnatur (Prakriti), Sattva, Rajas und Tamas, haben als Eigenschaften: grob, fein, bestimmbar, unbestimmbar

Yoga Sutra II-20: Der Sehende ist absolutes Bewusstsein. Obwohl er völlig rein ist, sieht er durch die Erfahrung des Geistes

Yoga Sutra II-21: Das Gesehene existiert nur, um durch das wahre Selbst wahrgenommen zu werden

Yoga Sutra II-22: Für den, der Befreiung erlangt hat, verschwindet die Natur. Diese bleibt jedoch für andere erhalten, da sie auf gemeinsamer Erfahrung basiert

Yoga Sutra II-23: Die Verbindung des Gesehenen (Prakriti) mit dem Sehenden (Purusha) dient dazu, beiderlei Wesen und Kräfte zu erkennen

Yoga Sutra II-24: Die Ursache dieser Verbindung ist Unwissenheit

Yoga Sutra II-25: Wenn das Nichtwissen endet, löst sich die Verbindung auf. Dadurch erlangt der Sehende absolute Freiheit

Yoga Sutra II-26: Ständige Bewusstmachung dieses Unterschiedes ist das Mittel, das Nichtwissen aufzuheben

Yoga Sutra II-27: Das erkennende Bewusstsein wird siebenfältig erreicht

Yoga Sutra III-23: Die Wirkungen des Handelns - Karma - sind aktiv erkennbar oder ruhen. Samyama über das Karma führt zur Vorahnung des Zeitpunktes des eigenen Todes

Yoga Sutra III-53: Durch Samyama auf den Strom der Augenblicke erlangt der Yogi Wissen, das auf Unterscheidungskraft beruht

Yoga Sutra IV-7: Die Handlungen (und die Folgen daraus; Karma) eines Yogi sind weder schwarz noch weiß, für andere sind sie jedoch dreierlei Art

Yoga Sutra IV-8: Aus diesen drei Arten des Handelns entspringen Früchte, die den zugrunde liegenden Neigungen entsprechen

Yoga Sutra IV-9: Erinnerungen und unbewusste Prägungen sind gebunden im Wesen und überdauern Ortswechsel, Zeiten und Geburten. Darum wird jeder Wunsch irgendwann eine Folge haben (Karma)

Yoga Sutra IV-10: Die Wünsche und Neigungen haben keinen Anfang im Wesen, denn allein schon der Wille zu leben besteht seit ewig

Yoga Sutra IV-11: Diese Kette von Ursache und Wirkung wird durch äußere Objekte und unterstützende Faktoren aufrecht erhalten. Verschwinden diese, wird der Yogi von Wünschen befreit

Yoga Sutra IV-30: Dann folgt das Ende aller Leiden und des Karma

Punkt 12

Übung zu Yoga Sutra II-14

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Übungsvorschlag für die kommende Woche zu Sutra II-14:

Überlege dir diese Woche drei Dinge, die du längerfristig ändern möchtest, um heilsames und damit glücksbringendes Karma zu erzeugen. Das ist zwar kein Ziel im Yoga, wird dir in der Zukunft aber Kraft für deine Yogapraxis schenken. Du kannst es auch als eine Studie betrachten – deine "Karma-Studie".

Berücksichtige dabei deine individuelle Situation. Konzentriere dich auf drei Handlungen/Gedanken/Worte, die bei dir besonders wirksam sind, weil dieser Aspekt in deinem Leben relevant ist.

  • Du könntest dich zum Beispiel um freundlichere Gedanken bemühen, wenn du ... triffst.
  • Oder ein Mal (gerne öfter) am Tag einem anderen Menschen bewusst etwas Gutes tun, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.
  • Oder ein Mal pro Tag bewusst versöhnend tätig sein, wo immer du einen Konflikt erkennst.
  • ...

Natürlich nicht nur eine Woche lang, sondern mindestens solange, wie du diese Studie aufrecht erhalten willst.

Schreibe dir die drei Punkte auf und habe diese Liste stets bei dir, vielleicht im Portemonnaie oder in der Handyhülle. Ansonsten wirst du diese Vorsätze schnell wieder vergessen.

Wenn du magst, notiere auch deine diesbezüglichen konkreten Handlungen (oder Gedanken) versehen mit Datum. So kannst du bei einem Ereignis in der Zukunft zurückschauen und prüfen, ob auf dieses Ereignis nicht einer deiner guten Taten in der Vergangenheit passen würde.

 

Punkt 13

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