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Halasana - der Pflug - wird in der Regel nach Sarvangasana, dem Schulterstand ausgeführt. Die umstrittene Stellung ist Bestandteil vieler Übungsreihen, auch hier auf Yoga-Welten.de. Wir zeigen den Ablauf der Asana und sagen, worauf du bei der Ausführung besonders achten musst.

Herkunft

Man geht zumeist aus Sarvangasa (Schulterstand) in den Pflug hinein. Beide Übungen sind meines Wissens nicht in den frühen Hatha-Yoga-Schriften erwähnt, fehlen auch in der Hatha Yoga Pradipika oder der Gheranda Samhita.

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Die Übungsfolge:

  1. Ausgangsstellung ist üblicherweise Sarvangasana - der Schulterstand.
  2. Ausatmen - langsam (!) beide Beine parallel zu Boden senken, soweit es ohne große Belastung der Halswirbel möglich ist.
  3. Den Rücken mit den Händen abstützen.
  4. Die Hände parallel hinter dem Rücken ablegen.
  5. Bist du gelenkig genug, falte beide Hände hinter dem Rücken zusammen. Gerne in einem Hand-Mudra, z.B. dem Venusmudra (die Finger sind dabei ineinander verschränkt, die Daumen außen gekreuzt).
  6. Atme sanft und tief.
  7. Achte darauf, dass deine Halswirbelsäule nicht mit zu viel Gewicht belastet ist oder überdehnt.
  8. Genieße - die Stellung bewegungslos halten, solange es dir angenehm ist.
  9. Komme langsam aus der Stellung zurück.

Als Gegenübung kannst du Matsyasana, den Fisch ausüben.

Generelle Tipps zur Asana-Ausführung

Wenn du in die Stellung kommst, mache diese zunächst bewegungslos. 

  • Der Atem in der Asana
    Wenn du in Stellung gehst und dich dabei ausdehnst, atme beim In-Die-Stellung-Gehen ein. Umgekehrt, bei zusammenziehenden Stellungen, atme beim Reingehen aus. Beim Auflösen der Stellung entsprechend umgekehrt.

    Wenn du in der Stellung bist, beruhige den Atem. Immer weiter. Atme mit dem Bauch und verlangsame und verfeinere deine Atmung im Laufe des Haltens der Stellung. Wenn problemlos möglich, baue kleine Atempausen ein. Verlangsame den Atem so weit, wie es ohne Stress möglich ist.

    Wenn du einen Schritt weiter gehen willst, atme während deiner gesamten Asana Praxis in der Ujjayi-Atmung (hier erläutert). Halte dann deine Konzentration während der gesamten Übung beim Atem.

  • Bandhas in der Asana
    In vielen Asanas ist es förderlich, Mula Bandha (ggf. leicht) zu halten.

  • Tipp zur Förderung von Freude und innere Stärke
    Spüre die positiven Belebungs-, Dehnungs-, und Stimmungswirkungen während und nach der Übung. Erfreue dich ganz bewusst daran, mache diese Freude in deinem Inneren für 5-10 Sekunden lebendig und stark.
    Dies ist eine von uns empfohlene Ergänzung zu jeder Asana. Sie dient dazu, förderliche Neuronenverbindungen im Gehirn aufzubauen und sukzessive zu verstärken.

Siehe auch im Yoga-Welten-Übungsplan:

Zum Download

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PDF  Yoga Uebungsplan

"Wenn man dieses Asana ausführt, wirkt es wie ein Pflug. Hala bedeutet im Sanskrit Pflug."

halasana pflug skizze z 564

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Positive Wirkungen

  1. Rücken und Halswirbelsäule werden gedehnt. Die hinteren Beinmuskeln und der Ischiasnerv werden ebenfalls gedehnt. Dies kann zu einer Linderung von Rückenschmerzen beitragen.
  2. Die Schultern werden durch das Verschränken der Finger geöffnet.
  3. Eine positive Wirkung wird der Schilddrüse und (durch deren Massage) den Bauchorganen nachgesagt.
  4. Der Pflug findet sich in einer Yoga-Übungsreihe gegen Kopfschmerzen.
  5. Geistig kommst du in deine innere Mitte.

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Vorsicht bei ...

  • Vermeide den Pflug, wenn du unter Nackenproblemen oder eines Dysfunktion der Schilddrüse leidest. Das Üben sollte dann nur in Absprache unter Anleitung mit einem Therapeuten oder erfahrenen Yogalehrer erfolgen.
  • Unterlasse Halasana in der Schwangerschaft, während der Menstruation und bei Rückenproblemen.
  • Siehe auch Forenbeitrag "Knirschen im Nacken".
  • Lesenswert dazu die Viveka-Beiträge "Asanapraxis neu denken" und "Wenn Yoga schadet".

William J. Broad verzichtet nach seinen Recherchen ganz auf Schulterstand und Pflug:

Licht und Schatten von Yoga - Rezension "The Science of Yoga" von William J. Broad

Dem Pulitzerpreisträger William J. Broad waren schon mehrere Bestseller vergönnt. So wundert es nicht, dass auch sein Yoga-Buch "The Science of Yoga" ein Verkaufserfolg ist.

Broads Buch basiert auf seinen jahrelangen Nachforschungen zur Wirkungsweise von Yoga. Er recherchierte in indischen Ashrams und versuchte gleichzeitig, alle wichtigen wissenschaftlichen Untersuchungen über Yoga-Übungen auszuwerten. Herausgekommen ist ein spannende (zumindest wenn man sich für Yoga interessiert) literarische Reise durch die Geschichte des Yoga, seine Entwicklung, die unterschiedlichen Stile und Schulen. Die breite Herangehensweise verhindert einen Anspruch auf Vollständigkeit, trotzdem kann dem Autor nicht mangelnder Fleiß vorgeworfen werden, Broad liefert ein breites Spektrum an Erlebnissen, Studien und Einzelschicksalen.

Dass es jedoch derartige Wellen schlug, liegt vor allem am Kapitel "Das Verletzungsrisiko". Dabei praktiziert Broad seit über 40 Jahren Yoga und tut es weiterhin. Nur mit kleinen Änderungen.

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Variationen

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Halasana in alten Schriften

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