frau meditation kreis 250Etena bhûtendriyeshu dharma-lakshanâ-vasthâ-parinâma vyâkhyâtâh
एतेन भूतेन्द्रियेषु धर्मलक्षणावस्थापरिणामा व्याख्याताः

Dies ist ein abstrakter Vers, der nicht so einfach zu verstehen ist. Die meisten Kommentatoren sehen hierin eine Erläuterung des Zustandes von völliger Konzentration. Erläuterungen zu den Veränderungen in Körper und Geist von Yogi/Yogini durch ekagrata-parinama, der einpünktigen Konzentration. Das Bewusstsein eines so voll konzentrierten Menschen ändert sich in Bezug auf Eigenschaften, Sichtweisen und Wahrnehmungen. Körper und Sinnesorgane verwandeln sich ebenfalls.

Inhalt: Yogasutra Kapitel 3, Vers Sutra 13

1. Bedeutung und Übersetzung des verwendeten Sanskrits

Zunächst hier die Übersetzungsmöglichkeiten für die einzelnen Worte, damit du die Übersetzung selbst für ein besseres Verständnis variieren kannst:

  • Etena = durch dieses; dadurch; auf diese Weise; durch das (bisher Gesagte); von jenen; damit;
  • Bhuta, bhûta = die Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Raum); Materie;
  • Indriyeshu, indriyeṣu = in den Sinnesorganen; Kraft; Sinne;
  • Bhūtendriyeṣu = in den Elementen (Bhūta) und Sinnesorganen (Indriyeṣu);
  • Dharma = das ursächliche Gesetz; Beschaffenheit; Eigenschaft; (sichtbare) Form; Gesetz; Regel; Aufgabe; Charakter; Wesen; Eigenschaft; Eigenart; Wesen;
  • Lakshana = innere Qualität (von etwas); Charakter; Merkmal; Attribut;
  • Avastha, avasthâ = Zustand; Art und Weise;
  • Parinama, parinâmah = Wandlung; Entwicklung; Veränderung; Transformation; Evolution; Reife; Ergebnis;
  • Vyakha, vyākhyā = Kommentar; Erklärung; Beschreibung;
  • Vyakhyata, vyâkhyâtâh, vyākhyātāḥ = werden (vollständig) erklärt; werden beschrieben; werden dargestellt;

2. Übersetzungsvarianten und -hinweise (Quellen)

Hervorhebungen weisen auf Besonderheiten der jeweiligen Übersetzung hin. Übertragungen aus dem Englischen sind Eigenübersetzungen.

  • Sukadev: „Dieses erklärt die Veränderungen der Elemente und der Sinnesorgane ...“
  • Deshpande/Bäumer: „Damit sind die drei Verwandlungen in Körper und Sinnesorganen … erklärt.“
  • Dr. R. Steiner: „Dadurch wird die Veränderung der Aufgaben (Dharma-Parinama), der Merkmale (Lakshana-Parinama) und des Zustandes (Avastha-Parinama) ...“
  • Coster: „Da Stoff, Raum und Zeit die Grundvoraussetzungen jeder Erscheinungsform sind …“
  • Feuerstein: „… Verwandlungen von sichtbarer Form, von Zeitfaktoren und Zustandsbedingungen der Elelemente …“
  • R. Palm: „Damit sind Beschaffenheits-, Merkmal-, und Zustands-Umwandlungen …“
  • R. Sriram: „… gibt es auf der Ebene der Materie und der Sinne … drei Arten von Wandel …“
  • Govindan: „… Veränderung … in … Eigenart, … [zeitbedingten] Merkmalen …. [allgemeinen geistigen] Zustand …“
  • Iyengar: „Damit sind die drei Verwandlungen im Körper … erklärt.“
  • Chip Hartranft: „Das Bewusstsein entwickelt sich entlang der gleichen drei Linien - Form, Zeitspanne und Zustand - wie die Elemente und die Sinne.“
  • R. Skuban: „ …Wandel der Elemente und Sinnesorgane ….“
  • T.K.V. Desikachar: „Für unseren Geist wurde erläutert, dass er sich in sehr unterschiedlichen Zuständen befinden kann … unterschiedliche Haltungen, Möglichkeiten und Verhaltensweisen resultieren …“ Das gilt nicht nur für den Geist, sondern auch für Objekte und Sinne.
  • G. Pradīpaka: „Mittels dieser -- d.h. „durch die vorangegangene Darlegung über die drei im 9., 11. und 12. Aphorismus erwähnten Veränderungen“ -- (etena), werden die Veränderungen (pariṇāmāḥ) des wesentlichen Attributs (dharma), des zeitlichen Charakters (lakṣana) (und) des Zustands als alt und neu (avasthā) in den grobstofflichen Elementen (bhūta) und den Indriya-s -- d.h. den Kräften der Wahrnehmung und der Handlung -- (indriyeṣu) (ausführlich) erklärt (vyākhyātāḥ).“
  • 12koerbe.de: „... in Wesen und Sinnen deren Bestimmungs-, Merkmal- und Zustands-Reife ...“
  • Hariharananda Aranya: „ durch diese werden die drei Veränderungen erklärt, nämlich die drei Veränderungen der wesentlichen Eigenschaften, der zeitlichen Charaktere und der Zustände der Bhutas und Indriyas (d.h. aller bekannten Phänomene).“
  • I. K. Taimni: „Hierdurch (durch das, was in den letzten vier Sutras gesagt wurde) werden auch die Eigenschaft, der Charakter und die Sinnesorgane erklärt.“
  • Vyasa Houston: „Hierdurch werden die parinima-Verwandlung der dharma-charakteristischen Form, laksana-potentielle Veränderung und avastha-Zustand in Bezug auf das bhuta-Element und die indriya-Sinnesorgane erklärt.“
  • Barbara Miller: „Im weiteren Sinne erklären diese Transformationen des Denkens die Transformation der Eigenschaften, Merkmale und Bedingungen der Natur, die in den materiellen Elementen und Sinnesorganen auftreten.“
  • Swami Satchidananda: „Damit [mit dem, was in den vorangegangenen Sutras gesagt wurde] wird auch die Transformation der sichtbaren Eigenschaften, Zeitfaktoren und Bedingungen der Elemente und Sinnesorgane beschrieben.“
  • Swami Prabhavananda: „In diesem Zustand geht es über die drei Arten von Veränderungen hinaus, die in der subtilen oder grobstofflichen Materie und in den Organen stattfinden: Veränderung der Form, Veränderung der Zeit und Veränderung der Bedingungen.“
  • Swami Vivekananda: „Damit werden die dreifachen Wandlungen von Form, Zeit und Zustand erklärt, die in der feinen oder groben Materie und in den Organen stattfinden.“
  • Wim van den Dungen (buddhistischer Kommentar zum Yogasutra): „Damit werden die Form-, Zeit- und Zustandsveränderungen in Bezug auf die Elemente und die Sinnesorgane erklärt.“
  • ChatGPT: „Durch das bisher Gesagte sind die Transformationen in Bezug auf Charakter, Zustand und Veränderung in den Elementen und Sinnesorganen erklärt.“ und, 2. Übersetzung: "Auf diese Weise wird die Transformation von Natur, Eigenschaft und Zustand in den Elementen und den Sinnesorganen erklärt."
Zu den Quellen

Buchbesprechungen, Erläuterungen zur Auswahl der Übersetzungsvarianten und allgemeine Hinweise zur Sutraübersetzung findest du im zugehörigen Artikel. Hier nun die Kurzauflistung:

Bücher

Internetseiten

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Du findest die bisherigen LeserInnen-Übersetzungen und -Ergänzungen unten.

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fuenf elemente in harmonie 1000
Yoga und die fünf Elemente

3. Wo wir stehen

Samyama ist die Schlüsselübung im dritten Kapitel des Yogasutra zum Erreichen der geistigen Kräfte. In den Sutras III-1 bis III-7 erläutert Patanjali zunächst, was Samyama ist: die Kombination aus Dharana (Konzentration), Dhyana (Meditation) und Samadhi (Überbewusstsein). In Sutra III-8 erläutert Patanjali, dass der Yogi zur Erlangung der Erleuchtung über Samyama hinausgehen muss.

In den Sutras III-9 bis III-15 erläutert Patanjali, welche Wandlung der Geist (Chitta) vollziehen muss, um Samyama bis zur Perfektion ausüben zu können. Aufeinander aufbauend sind das die Stadien Nirodha-Parinama (Wandel durch Sammlung, einfache Konzentration), Samadhi-Parinama (Wandlung durch länger andauernde Konzentration) und Ekagrata-Parinama (Wandel/Transformation durch vollkommene Versenkung auf einen Punkt/ein Thema). Der notwendige Wandel des Geistes erfolgt nach und nach, ist keine sprunghafte Entwicklung.

In dieser Sutra erläutert Patanjali, was sich aus diesen drei Wandlungen erklären lässt.

transformation sinnesorgane 1000
Meditation transformiert die Sinnesorgane

4. Die Bedeutung der Schlüsselwörter in Yogasutra III-13

4.1. Dharma-parinama (grundlegende Verwandlung wesentlicher Merkmale)

In dieser Sutra bezieht sich Dharma auf die intrinsischen Eigenschaften oder die grundlegenden Merkmale der Elemente und Sinnesorgane. Es repräsentiert das, was konstant und unveränderlich ist, das Wesen von etwas. Deshpande/Bäumer auf Seite 141: „Die erste Verwandlung (Sutra III-9) schafft eine entsprechende [Verwandlung] in der Materie oder Substanz, aus der Körper und Sinnesorgane von Natur aus bestehen.“ Beispiel: Aus Lehm wird ein Gefäß.

4.2. Lakṣaṇā-parinama (Verwandlung äußerer Merkmale)

Im Kontext dieser Sutra bezieht sich Lakṣaṇā auf die Zustände oder Merkmale der Elemente und Sinnesorgane. Es kann auch als die Identität oder die einzigartigen Qualitäten verstanden werden, die sie von anderen unterscheiden. Deshpande/Bäumer: „Die zweite Verwandlung (III-11) bewirkt eine entsprechende in den zeitlichen Vorgängen im Körper und in den Sinnesorganen des Yogi.“

4.3. Avastha-parinama (zeitbedingte Verwandlung des Zustandes)

Deshpande/Bäumer: „Die dritte Verwandlung (Sutra III-12) bewirkt eine entsprechende Veränderung in dem Mechanismus der Zeitlichkeit selbst … die Verwandlung in den Daseinszuständen …“ Der Yogi habe dann eine „zeitlose Sicht der Welt“.

R. Palm erläutert die Veränderungen an folgendem Beispiel:

  • dharma-parinama: Umwandlung einer wesentlichen Beschaffenheit, beispielsweise wenn aus einem Wollfaden ein Kleid wird.
  • laksana-parinama: Umwandlung der Merkmale, beispielsweise wird das Kleid als und verschlissen.
  • avastha-parinama. Umwandlung des Zustandes, beispielsweise wird ein Goldgefäß eingeschmolzen, um daraus ein Schmuckstück zu machen.

Iyengar sieht hier eine Abfolge: „Durch diese drei Phasen [nirodha-parinama, samadhi-parinama und ekagrata-parinama] gelangt das Bewußtsein vom Stadium der Potentialität (dharma) in eine geläuterte Verfassung (laksana) und schließlich zur höchsten Lauterkeit (avastha).

zustand ekgrata voellige konzentration 1000
Völlige Konzentration: ekagrata

4.4. Indriyeṣu

Indriyeṣu bezieht sich auf die Sinnesorgane oder die Werkzeuge der Wahrnehmung. In der indischen Philosophie werden diese oft als die Tore zur Außenwelt bezeichnet, durch die wir unsere Umgebung erfahren.

4.5. Bhūta

Bhūta bezieht sich hier auf die fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum), aus denen nach yogischer Philosophie die physische Welt besteht.

4.6. Parināma

Parināma ist ein zentrales Konzept im Yoga und bezeichnet Transformation oder Veränderung. Es verweist auf den ständigen Fluss der Veränderung, der das Universum durchdringt.

vereinigung individuum kosmos 1000
Vereinigung mit dem Kosmos

5. Die Veränderung des Bewusstseins durch völlige Konzentration

Wim van den Dungen meint, es ging um die Frage: „... wie sich gewöhnliches Bewusstsein in reines Bewusstsein verwandeln kann.“

Ralph Skuban (S. 168) verweist in diesem Zusammenhang auf das Konzept der Neuroplastizität: Der Zellverbund des yogischen Gehirns wird durch das mentale Training neu verdrahtet, „verändert seine physischen Strukturen“.

Sukadev schreibt, dass bei der einpünktigen Konzentration (Ekagrata) unsere Wahrnehmung von Form und Zeit grundlegend verändert. Die Sinnesorgane sind nicht mehr aktiv. Unter anderem würden wir „normalerweise“ jede Wahrnehmung stets mit vorigen Erfahrungen vergleichen. Dies entfällt im Zustand völliger Konzentration.

Steiner verweist ebenfalls darauf, dass die Deutung eines Objektes stets von unserer Vorerfahrung abhängt. Ein Laptop wäre zum Beispiel früher eher als Schild genutzt worden, heute schreiben wir Texte darauf.

Andere Kommentatoren meinen, dass es prinzipiell darum ginge, die Fähigkeit zu erwerben, ein Objekt unabhängig von Fühlen und Denken zu erfassen. Dann würden wir die Dinge so erkennen, wie sie in Wirklichkeit sind.

Rainbowbody schreibt: „Samyama kann auf alle Phänomene zu jeder Zeit mit tiefgreifenden Ergebnissen angewandt werden. Samyama offenbart die wahre unvoreingenommene Natur der Natur …“.

„Nichts lenkt dann den vollendeten Yogi davon ab, in Nirbija Samadhi zu verweilen.“

Rainbowody

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zeitloser yogi 1000
Yogi zeitlos

6. Kommentar von Vyasa zu Sutra 3.13

Erläuterungen zu Vyasa

Vyasa war ein indischer Philosoph des 5. bzw. 6. Jahrhunderts nach Christi, der den ältesten überlieferten Kommentar zum Yogasutra des Patanjali schrieb. Der Text wird Yogabhashya (wörtlich "Kommentar (Bhashya) zur Yogaphilosophie") genannt und um 600 nach Christi datiert. Vyasas Kommentare zu den Sutras sind oftmals recht kurz.
Dieses Yogabhashya wurde im 8./9. Jh. von Shankara (788–820 n. Chr, indischer Gelehrter, Vedanta-Philosoph, Begründer der Advaitavedānta-Tradition) kommentiert. Sein Kommentar nennt sich Yogabhashyavivarana, Vivarana ist ein Unterkommentar. (Meine Quellen für diese Kommentare: Legget (siehe Literatur) und wisdomlib.org/hinduism/book/yoga-sutras-with-commentaries/)

Hinweis: Dies ist der längste Kommentar von Vyasa zu einer Sutra.

Vyasa schreibt: „Vyasa schreibt: „Es muss verstanden werden, dass mit der obigen Beschreibung der Veränderungen der Eigenschaft, der sekundären Eigenschaft und des Zustands in Bezug auf den Geist auch die Veränderung der Eigenschaft, die Veränderung der sekundären Eigenschaft und die Veränderung des Zustands in Bezug auf die objektiven Formen der Materie und die Instrumente der Handlung und der Empfindung beschrieben wurden.

Dort waren das Verschwinden und Erscheinen der Eigenschaften der ausgehenden Aktivität und der Unterdrückung die Veränderungen der Eigenschaft (primäre Eigenschaft) im Gekennzeichneten (das Objekt als unabhängig von der Eigenschaft existierend); ebenso verhält es sich mit der Veränderung der sekundären Eigenschaft. Die Unterdrückung hat drei sekundäre Eigenschaften; sie ist mit drei Pfaden des Seins (adhvā) verbunden.

Nachdem sie den ersten Seinsweg aufgegeben hat, der aus der noch nicht manifestierten sekundären Eigenschaft besteht, nimmt sie diese als eine in der Gegenwart existierende sekundäre Eigenschaft auf, obwohl sie dadurch ihre primäre Eigenschaft nicht überschritten hat. In dieser sekundären Eigenschaft, die sich in der Gegenwart manifestiert, offenbart sich seine wahre Natur. Dies ist der zweite Weg des Seins. Sie ist nicht frei von der Vergangenheit und den noch nicht manifestierten Eigenschaften (lakṣaṇa).

In ähnlicher Weise besitzt die ausgehende Aktivität drei sekundäre Eigenschaften und ist mit drei Seinswegen verbunden. Nachdem sie die gegenwärtige sekundäre Eigenschaft aufgegeben hat, aber nicht ihre Eigenschaft, setzt sie sie als die zweite Eigenschaft der Vergangenheit ein. Dies ist ihr dritter Seinsweg, und sie ist nicht frei von den sekundären Eigenschaften der Zukunft und der Gegenwart.

In ähnlicher Weise gibt es die noch nicht manifestierte sekundäre Eigenschaft auf, wenn es sich wieder zur äußeren Aktivität neigt; aber da es seine Eigenschaft, als solches zu existieren, nicht aufgegeben hat, zieht es sie als sekundäre Eigenschaft der Gegenwart an, wo es seine wahre Natur manifestiert und als solche handelt. Dies ist ihr zweiter Weg des Seins. Und sie ist nicht frei von den sekundären Eigenschaften der Vergangenheit und der Zukunft.

Ähnlich ist es mit der erneuten Unterdrückung und der erneuten ausgehenden Aktivität.

Ähnlich ist die Veränderung des Zustands. Im Moment der Unterdrückung werden die unterdrückenden Potenzen gestärkt, und die Potenzen der ausgehenden Aktivitäten werden geschwächt. Dies ist die Veränderung der Bedingungen der Eigenschaften.

So verändert sich das Ziel durch die Eigenschaften; die Eigenschaften, die drei Pfade des Seins besitzen, werden durch die sekundären Eigenschaften verändert; auch die sekundären Eigenschaften werden zu Bedingungen modifiziert.

So ist das Funktionieren der "Eigenschaften" niemals auch nur für einen Moment frei von den Veränderungen der Eigenschaften, sekundären Eigenschaften und Bedingungen; und das Funktionieren der Eigenschaften besteht in unaufhörlicher Aktivität.

Es wurde weiter gesagt, dass die Ursache für die Aktivität der "Eigenschaften" ihre eigene Natur ist.
Darunter ist die dreifache Veränderung der objektiven und instrumentellen Phänomene zu verstehen, die auf die Vorstellung einer Unterscheidung zwischen dem Charakteristischen und dem Charakteristischen zurückzuführen ist. In Wirklichkeit gibt es aber nur eine einzige Veränderung, denn das Merkmal ist das Wesen des Gekennzeichneten selbst; und es ist allein die Veränderung des Gekennzeichneten, die durch das Merkmal beschrieben wird.

Nur das Merkmal, das in dem charakterisierten Objekt vorhanden ist, ändert die Zustände in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, die Substanz wird nicht verändert. Wenn also ein Gefäß aus Gold zerbrochen wird, um daraus etwas anderes zu machen, dann ändert sich nur der Zustand, nicht das Gold.

Ein anderer sagt: "Das Charakteristische ist nichts anderes als das Charakteristische, insofern die Realität des Ersteren das Letztere nicht übersteigt.
Wäre es etwas Koexistentes, so würde es sich nur als selbständige Existenz verändern, indem es sich einfach in verschiedene vordere und hintere Zustände verwandelt.

Dies ist kein Fehler.
Warum? Weil darin keine Beständigkeit zu finden ist.
So geben die drei Welten ihre individuellen Erscheinungen auf, weil ihnen die Ewigkeit verweigert wurde. Doch sie existieren auch im Falle des Verschwindens, weil ihnen die Zerstörung verweigert wurde.

Außerdem ist ihre Subtilität auf die konjunktionale Existenz zurückzuführen, und sie wird aufgrund ihrer Subtilität nicht wahrgenommen.

Die Veränderung der sekundären Eigenschaft ist die Bewegung des Merkmals entlang der Pfade des Seins.

Das vergangene Merkmal, das mit der vergangenen sekundären Eigenschaft verbunden ist, ist nicht frei von der zukünftigen und der gegenwärtigen sekundären Eigenschaft.

Ebenso ist die Gegenwart (Eigenschaft), die mit der gegenwärtigen sekundären Eigenschaft verbunden ist, nicht frei von der vergangenen und der zukünftigen sekundären Eigenschaft. Ebenso ist die Zukunft, die mit der zukünftigen sekundären Eigenschaft verbunden ist, nicht frei von den gegenwärtigen und vergangenen sekundären Eigenschaften. Zum Beispiel hasst ein Mann, der an einer Frau hängt, nicht alle anderen.

Andere finden einen Fehler in diesem Wechsel der sekundären Eigenschaften. Sie sagen, dass alle Eigenschaften, die gleichzeitig existieren, auf ihren Seinswegen miteinander verwechselt werden müssen (und daher, wenn sie sich überschneiden, nicht als unterschiedlich und verschieden betrachtet werden können).

Dies ist somit erfüllt. Dass die Merkmale als solche existieren, bedarf keines Beweises. Wenn es so etwas wie ein Merkmal gibt, müssen auch die Unterschiede der sekundären Eigenschaften vorausgesetzt werden. Die Eigenschaft ist nicht nur in der Gegenwart charakteristisch. Wenn es so wäre, würde der Geist nicht die Eigenschaft der Anhaftung besitzen, da sich die Anhaftung zum Zeitpunkt des Ärgers nicht manifestiert. Außerdem können die drei sekundären Eigenschaften in einem Individuum nicht gleichzeitig existieren. Sie können jedoch aufgrund der Wirkung ihrer verschiedenen Ursachen nacheinander auftreten. Und so wurde gesagt: "Die Intensitäten der Natur und die der Funktion sind einander entgegengesetzt; aber die gewöhnlichen Manifestationen existieren neben den intensiven. Daher gibt es keine Verwirrung. Wenn sich zum Beispiel die Anhaftung in Bezug auf ein bestimmtes Objekt auf dem Höhepunkt der Manifestation befindet, hört sie deshalb nicht auf, in Bezug auf alle anderen Objekte zu existieren. Im Gegenteil, sie ist dann gewöhnlich in Bezug auf sie vorhanden.

Ähnlich verhält es sich mit den sekundären Eigenschaften.
Es ist nicht das charakterisierte Objekt, das die drei Pfade des Seins in sich trägt. Es sind die Eigenschaften, die von den drei Pfaden Besitz ergreifen. Sie können sichtbar oder verborgen sein. Von diesen nehmen die sichtbaren unterschiedliche Bedingungen an und werden dementsprechend unterschiedlich bezeichnet, weil die Bedingungen unterschiedlich sind und nicht die Substanz. Das ist so, wie die Zahl 1 für zehn anstelle von zehn, für hundert anstelle von hundert und für eins anstelle von eins steht. Oder eine Frau, obwohl sie eine ist, wird Mutter, Tochter und Schwester genannt.

Manche halten die Theorie der Zustandsveränderung für fehlerhaft, weil sie eine unabhängige Existenz für notwendig hält.
Wie das? Da es Intervalle zwischen den Operationen der Seinsweisen gibt, ist ein Merkmal das zukünftige, wenn es seine Funktion nicht erfüllt; es ist das gegenwärtige, wenn es sie erfüllt; es ist Vergangenheit geworden, wenn es aufgehört hat zu wirken.

Der Fehler, den die Gegner finden, ist nun, dass auf diese Weise das Merkmal und das charakterisierte Objekt, wie auch die sekundäre Eigenschaft und die Bedingung notwendigerweise als unabhängige Existenzen betrachtet werden müssen.

Dies ist kein Mangel. Warum? Wegen der Vielfalt, die sich aus der Wechselwirkung der "Eigenschaften" ergibt, auch wenn das "Qualifizierte" dauerhaft ist. So wie die Prägung der unzerstörbaren Eigenschaften des Klangs usw. nur eine Eigenschaft ist, die einen Anfang hat und zerstörbar ist, so hat auch der undifferenzierte phänomenale Zustand der Materie einen Anfang und ist nur eine Eigenschaft der unzerstörbaren "Eigenschaften" der Essenz usw. und ist als solche zerstörbar.Aus diesem Grund wird es als "Vikāra", als Produkt, bezeichnet. Hier ist eine Illustration in diesem Zusammenhang. Lehm ist ein Objekt, das Eigenschaften besitzt. Seine Existenz in Form einer Grasnarbe ist ein Merkmal davon. Wenn er diese Eigenschaft aufgibt, nimmt er eine andere an, und so nimmt er eine andere Eigenschaft an, wenn er die Form eines Gefäßes annimmt. In der Form des Kruges gibt seine sekundäre Eigenschaft ihre Zukunft auf und nimmt die sekundäre Eigenschaft an, die sich in der Gegenwart manifestiert. Sie ändert also ihre sekundäre Eigenschaft. Das Gefäß verändert sich und zeigt in jedem Augenblick ein vergleichendes Altsein und ein Neuwerden. Das ist die Veränderung des Zustands.

Eine weitere Eigenschaft, die das charakterisierte Substrat aufnimmt, ist nur eine Zustandsänderung.
Auch eine andere sekundäre Eigenschaft des Merkmals ist eine Zustandsveränderung. Es ist also die Veränderung einer einzigen Substanz, die sich in der Differenzierung zeigt. Auf diese Weise kann dies auch auf andere Dinge angewandt werden. Es ist also so, dass die Veränderung der Eigenschaft, der sekundären Eigenschaft und der Bedingung das Wesen des charakterisierten Substrats nicht übersteigt, und deshalb gibt es nur eine Veränderung, die alle diese Spezialisierungen davon durchzieht.

Was ist nun diese Veränderung? Die Veränderung ist die Manifestation einer anderen Eigenschaft beim Wegfall der vorherigen Eigenschaft einer Substanz, die konstant bleibt.“.

 

7. Die Rolle von Sutra III-13 in der Entwicklung der Yoga-Philosophie

Anspielungen zu den hier beschriebenen Veränderungen finden sich in vielen Yogatexten. Zum Beispiel in der Bhagavad Gita. In Vers 2.14 heißt es: "O Sohn Kuntis, die nicht dauerhaften Erscheinungen des Glücks und des Schmerzes entstehen aus der Sinneswahrnehmung, o Sohn der Bharatas. (alternative Übersetzung: Oh Sohn von Kunti, der Kontakt zwischen den Sinnen und den Sinnesobjekten führt zu flüchtigen Wahrnehmungen von Glück und Leid.) Und man muss sie erlernen zu ertragen, ohne sich verwirren zu lassen, o Beste unter den Menschen." Dieser Vers betont die Veränderlichkeit von Wahrnehmungen und Erfahrungen und spiegelt das Konzept des Parināma wider, das in dieser Sutra III-13 erläutert wird.

8. Übungsvorschlag zu Sutra III-13

Du musst nicht erst Samadhi erreichen, um die Veränderung deines Bewusstseins zu erfahren. Ein Vorschlag für die Annäherung an diese Erfahrung lautet: Sei mit deiner ganzen Energie achtsam, beim Atmen, Arbeiten, Üben, Sprechen … Sei ganz dabei, völlig davon absorbiert.

Meine Erkenntnisse/Erfahrungen bei/mit dieser Übung

 

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9. Siehe auch folgende Sutras

Yoga Sutra I-3: Dann ruht der Wahrnehmende in seiner wahren Natur

Zur Sutra


Yoga Sutra II-15: Für jemanden mit Unterscheidungsfähigkeit ist alles in dieser Welt leidvoll; das liegt an der Vergänglichkeit, unserem Verlangen, den unbewussten Prägungen und an der Wechselhaftigkeit der Natur

Zur Sutra


Yoga Sutra II-18: Die wahrgenommenen Objekte haben die Eigenschaften Klarheit, Aktivität und Trägheit und bestehen aus Elementen und Wahrnehmungskräften. Alles Wahrgenommene dient der (genussvollen) Erfahrung und der Befreiung.

Zur Sutra


Yoga Sutra II-19: Die Stufen der Eigenschaftszustände von den Grundbausteinen der Natur (den Gunas) sind spezifisch, unspezifisch, subtil-differenziert und undefinierbar.

Zur Sutra


 

Yoga Sutra II-20: Der sehende ist reines Bewusstsein; doch er sieht [die Welt] durch den [täuschungsanfälligen] Geist

Zur Sutra


Yoga Sutra II-21: Die Welt existiert nur für den Sehenden

Zur Sutra


Yoga Sutra II-22: Die Welt verschwindet für den, für den sie ihren Zweck erfüllt hat; für alle anderen existiert sie als gemeinsame Realität weiter

Zur Sutra


Yoga Sutra II-23: Der Sinn der Vereinigung unseres Wahren Selbstes mit der äußeren Welt besteht darin, dass wir unsere Wahre Natur und deren Kräfte erkennen.

Zur Sutra


Yoga Sutra III-5: Aus der Meisterung von Samyama entsteht vollkommenes Wissen über das Wahrgenommene

Zur Sutra


Yoga Sutra III-45: Durch Samyama auf die Elemente - ihre groben, feinstofflichen, essentiellen Zuständen, ihren Beziehungen und ihrem Zweck - erlangt der Yogi Herrschaft über die Elemente

Zur Sutra


Yoga Sutra III-46: Daraus entsteht ein vollkommener und unverwundbarer Körper sowie die Fähigkeit, sich winzig klein zu machen

Zur Sutra


Yoga Sutra III-47: Vollkommenheit des Körpers beinhaltet Schönheit, Anmut, Kraft und Härte eines Diamanten

Zur Sutra


Yoga Sutra III-48: Samyama auf die Wahrnehmung der Sinnesorgane, ihre Eigennatur, ihre Verbindung zum Ego, ihre gegenseite Verbindung und ihren Zweck führt zur Beherrschung der Sinne

Zur Sutra

10. Ergänzungen und Fragen von Lesern:innen

Ist etwas unklar geblieben? Kannst du etwas ergänzen oder korrigieren?

Der Stoff der Sutras ist für uns heutige Menschen nicht leicht zu verstehen. Ist im obigen Text irgendetwas nicht ganz klar geworden? Oder kannst du etwas verdeutlichen oder berichtigen? Eine eigene Erfahrung schildern ... Vielen Dank vorab für jeden entsprechenden Hinweis oder eine Anregung:

 

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11. Videos zu Sutra III-13

Sukadev zu Sutra III-13

Länge: 9 Minuten

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Anvita Dixit zu Sutra III-13

Länge: 8 Minuten

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Sukadev-Erläuterungen zur Konzentration in Sutra III-12 bis III-15

Länge: 5 Minuten

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Video von Ahnand Krishna zur Sutra

Asha Nayaswami zu Sutra III-11 bis III-15

Länge: 73 Minuten

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12. Beliebt & gut bewertet: Bücher zum Yogasutra


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12.1. Alte Schriften auf Yoga-Welten.de

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und im Finanzsektor ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten. Als Vater von drei Kindern treibt er in seiner Freizeit gerne Sport, meditiert und geht seiner Leidenschaft für spannende Bücher und ebensolche Filme nach. Zum Yoga hat in seiner Studienzeit in Hamburg gefunden, seine ersten Lehrer waren Hubi und Clive Sheridan.

https://www.yoga-welten.de

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