Wie werde ich achtsam im Alltag? 16 praktische Wege, den Geist in das Jetzt zu führen
Der menschliche Geist ist ein unruhiger Begleiter. Er springt voraus, kehrt zurück, entwirft Szenarien, verwirft sie wieder – oft ohne, dass du es bemerkst. Genau hier setzt Achtsamkeit an: nicht als esoterisches Konzept, sondern als nüchterne Praxis der Wahrnehmung. Dieser Artikel zeigt, wie sich Aufmerksamkeit im Alltag gezielt lenken lässt, welche Irrtümer dabei im Weg stehen und warum gerade in einer zunehmend automatisierten Welt die Fähigkeit, den eigenen Moment bewusst zu erleben, an Bedeutung gewinnt. Es geht nicht um Perfektion – sondern um ein klareres Verhältnis zu dem, was ohnehin geschieht.
Ein wandernder Geist verläuft sich also auf seiner Suche nach dem Glück – wir geben 16 Anregungen, die den Geist zur beständigen Achtsamkeit führen.
Achtsamkeit und Glück – von Ursache und Wirkung
Rund 47 Prozent unserer Wachphase verweilt unser Geist bei anderen Dingen als denen, die wir gerade tun. Dies konnte mithilfe einer Harvard-Smartphone-Studie nun erstmals konkreter beziffert werden.
Diese Zahl wäre ja kein Problem, wenn das geistige Abschweifen nicht unglücklich machen würde. Die Forscher und Leiter der Studie (2.250 Teilnehmer zwischen 18 und 88 Jahren) Matthew A. Killingsworth und Daniel T. Gilbert, beide Psychologen in Harvard, schreiben:
“A human mind is a wandering mind, and a wandering mind is an unhappy mind. The ability to think about what is not happening is a cognitive achievement that comes at an emotional cost.”
Übersetzung: Der menschliche Geist ist ein wandernder Geist und ein wandernder Geist ist ein unglücklicher Geist. Die Fähigkeit, darüber nachzudenken, was nicht [in diesem Moment] geschieht, ist eine kognitive Errungenschaft, die [allerdings] mit emotionalen Kosten einhergeht.
Die Studie zeigt, dass Gedankenabschweifen häufig mit geringerer momentaner Zufriedenheit einhergeht. Sie legt nahe, dass ein wandernder Geist mit Unglück verbunden ist. Eine Kernfrage lautete, ob er dessen Ursache oder Folge ist. Zeitverzögerungsanalysen, die von den Forschern durchgeführt wurden, legten nahe, dass das Abschweifen der Gedanken ihrer Probanden im Allgemeinen die Ursache und nicht die Folge ihres Unglücks war.
Welche Schlussfolgerung ergibt sich daraus? Die Psychologen verweisen auf philosophische und religiöse Traditionen, die schon lange lehren, um glücklich zu werden, solle man im Augenblick verweilen. Das Fazit der Wissenschaftler: Ihre Forschungen suggerieren, dass diese Traditionen richtig liegen...
Zentrale Einordnung: Was Achtsamkeit nicht ist
Achtsamkeit wird oft missverstanden – und gerade diese Missverständnisse stehen ihr im Weg. Achtsamkeit bedeutet nicht, den Kopf „leer zu bekommen“ oder dauerhaft ruhig zu sein. Der menschliche Geist produziert Gedanken, so wie das Herz schlägt – oft unaufhörlich.
Ebenso wenig ist Achtsamkeit eine Technik zur Selbstoptimierung im Sinne von „immer besser funktionieren“. Wer achtsam lebt, wird nicht automatisch produktiver, effizienter oder erfolgreicher. Im Gegenteil: Manchmal wird man langsamer, merkt früher, dass etwas nicht passt, und trifft unbequemere Entscheidungen.
Und noch ein Punkt: Achtsamkeit ist kein Dauerzustand. Sie geschieht in Momenten. Kurz, flüchtig, manchmal überraschend. Der Anspruch, „ständig achtsam“ sein zu wollen, führt oft genau zu dem Gegenteil – nämlich zu innerem Druck.
Achtsamkeit beginnt daher nicht mit Kontrolle, sondern mit Wahrnehmung dessen, was ohnehin schon da ist.
Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & Alltagstipps Wir leben in einer Zeit, in der Zerstreutheit zur Norm geworden ist. Selbst kurze Fokusphasen werden zur Herausforderung. Viele können keinen Film mehr schauen, ohne zwischendurch aufs Smartphone zu schauen. Dharana, oft als "Konzentration" übersetzt, ist das Gegenteil von Zerstreutheit. Dieser Artikel liefert dir einen tiefgründigen Blick auf Dharana – die Kunst der Konzentration im Yoga. Er zeigt, was Dharana traditionell bedeutet, wie es sich praktisch im Alltag üben lässt, wo es aus wissenschaftlicher Sicht wirkt, und welche Grenzen oder Missverständnisse es gibt. Du erhältst einen fundierten Leitfaden, wie du mit klarer Aufmerksamkeit bewusster leben kannst – für deine Yogapraxis, aber vielmehr noch für dein tägliches Leben. Hier weiterlesen: Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & AlltagstippsBeitrag: Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung & Alltagstipps
Dharana: Konzentration im Yoga – Praxis, Bedeutung und Alltagstipps

Was meint "umherschweifen"?
Allzu gerne denken wir den ganzen Tag darüber nach,
- was in der Vergangenheit passiert ist,
- was vielleicht in der Zukunft schönes passieren wird,
- was wir in Zukunft planen und
- was vielleicht in der Zukunft Schlimmes passieren könnte.
Solch ein Umherschweifen scheint nun also quasi der Standardmodus unseres Geistes zu sein. Schauen wir einmal, was wir dagegen tun können ...
Was Achtsamkeit nachweislich bewirkt
Die moderne Forschung beschreibt Achtsamkeit als eine Form der bewussten Aufmerksamkeitslenkung. Dabei geht es nicht darum, Gedanken zu verhindern, sondern die Aufmerksamkeit immer wieder auf den gegenwärtigen Moment zurückzuführen.
Studien zeigen zudem, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis mit verschiedenen Effekten einhergeht. Dazu zählen unter anderem eine verbesserte Emotionsregulation, eine geringere Neigung zum Grübeln sowie eine erhöhte Fähigkeit, Stress wahrzunehmen, ohne sofort darauf zu reagieren.
Dabei ist wichtig: Diese Effekte entstehen nicht durch einzelne Übungen, sondern durch Wiederholung und Gewöhnung. Achtsamkeit ist weniger eine Erkenntnis als vielmehr eine trainierbare Fähigkeit.
Was hält dich am meisten davon ab, achtsam zu sein?

16 Möglichkeiten, achtsam zu werden

Vorsatz formulieren
Ob Meditation, Spaziergang oder Arbeitstätigkeit: Wer mit seinem Geist in der Gegenwart verweilen möchte, starte jedes mal mit dem (gerne auch inneren) Aussprechen des Vorsatzes: "Ich bleibe mit meinem Geist in den nächsten X Minuten ganz bei ... Ich werde über nichts anderes nachdenken."
Wer mag, kann dies auch als Bitte an seinen eigenen Geist formulieren. Dies fördert die Position des Beobachters des momentanen Geschehens.
Am Morgen
Du kannst auch schon morgens einen Tagesvorsatz innerlich aussprechen: "Heute möchte ich in jedem möglichen Moment ganz im Jetzt mit meinem Geist sein."
Video: Morgenroutine
Ein Vorschlag über eine Morgenroutine für mehr Achtsamkeit:
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Mich wohler fühlen
Alles, was dazu beiträgt, dass wir uns in unserer eigenen Haut wohler fühlen, unterstützt unser Bemühen um Achtsamkeit. Damit sind nicht sinnliche Vergnügungen gemeint, sondern Gesundheit und Entspannung. Gut essen, ausreichend bewegen, das Leben stressfreier gestalten – mit dieser Ausrichtung legst du die Basis für dein achtsames Leben.
Achtsamkeit = Aktiv wahrnehmen
Achtsamkeit bedeutet nicht, den Geist über Trägheit am Denken zu hindern.
Achtsamkeit bezeichnet einen Zustand bewusster Präsenz, in dem Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrgenommen werden, ohne sie zu bewerten oder sich in ihnen zu verlieren.

In jeder Tätigkeit Achtsamkeit suchen
Hilfreich ist dabei immer der Vorsatz. Wenn für die jeweilige Arbeitsaufgabe geeignet, unterstützt das Vorgehen bei der Pomodoro-Technik die Konzentration auf deine jeweilige Aufgabe. Denn du wirst bei diesem Ansatz immer wieder dazu angehalten, einen Vorsatz des Nichtablenkens zu fassen, die jeweilige Aufgabe zu definieren und bist dadurch schon halb im Flow.
Allgemein gilt: Tätigkeiten, die hohe Konzentration erfordern, können Achtsamkeit fördern, wenn die Aufmerksamkeit bewusst auf die aktuelle Aufgabe gerichtet bleibt. Konzentration allein ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Achtsamkeit.
Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit zur Konzentration verführen mehr zum Gedankenwandern. Hier gilt es, auf den Körper, den Atem, den Geruch, die Geräusche etc. in diesem Moment zu achten.

Esse langsam und bewusst
Achtsames Essen kann die sensorische Wahrnehmung intensivieren und dadurch das Geschmackserleben verändern. Dies wird häufig als gesteigerter Genuss erlebt. Doch dieser Punkt fällt vielen Menschen ausgesprochen schwer. Koche doch hin und wieder roh, bei rohem Essen sind die Geschmackserlebnisse besonders klar.
Hinweis: Wie jede Achtsamkeit kann auch die beim Essen dazu führen, dass weniger angenehme Aspekte bewusster wahrgenommen werden. Das könnte den Genuss überdecken, dient aber der Selbsterkenntnis.


Mache mehr Dinge, die dein Herz erfreun
Wenn du etwas gerne tust, so sagt schon der Volksmund, bist du mit dem Herzen dabei. Das meint nichts anderes als im Hier und jetzt sein. Folge also in Zukunft mehr deinem Herzen, verbringe Zeit mit Menschen, die dir gut tun, fröne freudigen Hobbys, höre mehr Musik, die dich berührt, lese Bücher, die dich fesseln ...
Hoher Anspruch im Buddhismus
Die Anforderungen Buddhas an die Achtsamkeit seiner Schüler geht einige Schritte weiter. Hiermit ist nicht nur das Vermeiden "umherschweifenden Denkens" gemeint. Stets sei man sich seines Atems, seiner Gefühle, seiner Gedanken usw. gewahr. Mehr zur Achtsamkeit im Buddhismus in diesem Artikel.

Führe Selbstgespräche
Wer mit sich selbst redet, holt sich in den Moment zurück. Nur keine Scheu: Auch Albert Einstein, Platon und H.G. Wells sollen das Selbstgespräch gepflegt haben. Wenn du religiös bist, kannst du dich alternativ oder ergänzend über den Tag immer mal wieder mit Gott austauschen.
Einschränkend gilt: Bewusst eingesetzte innere Sprache kann helfen, die Aufmerksamkeit zu strukturieren. Allerdings können unkontrollierte Selbstgespräche auch zu verstärktem Grübeln führen und damit Achtsamkeit eher behindern.

Transfer in den Alltag: Mikro-Achtsamkeit statt Idealzustand
Alltags-Meditationen einbauen: Spazierengehen, Zähneputzen, Zwiebel schneiden: Fasse den Entschluss, eine Alltagstätigkeit ganz bewusst zu tun, atme tief durch und gehe dann fokussiert ans Werk.
Meditation für zwischendurch – einfache Übungen für mehr Achtsamkeit im Alltag Ob man schon viele Jahre regelmäßig meditiert oder bisher stets an der steten Praxis gescheitert ist – es tut gut, über den Tag verteilt kürzere Meditationseinheiten einzulegen. Denn die geistige Haltung der Achtsamkeit und Konzentration soll sich nach und nach auch im Alltags-Bewusstsein etablieren. Kurze Zwischendurch-Meditationen trainieren und kultivieren solch eine Geisteshaltung. Die folgenden Anregungen zeigen, wie sich Achtsamkeit und Konzentration auch unter realen Bedingungen kultivieren lassen – ohne großen Aufwand, aber mit spürbarer Wirkung. Hier weiterlesen: Meditation für zwischendurch – einfache Übungen für mehr Achtsamkeit im AlltagBeitrag: Meditation für zwischendurch – einfache Übungen für mehr Achtsamkeit im Alltag
Meditation für zwischendurch – den Meditationsgeist unterwegs und im Alltag kultivieren
Im Alltag zeigt sich, ob Achtsamkeit tragfähig ist. Dabei geht es weniger um lange Übungen als um kleine, wiederkehrende Momente der Rückkehr.
Man könnte sagen: Achtsamkeit entsteht nicht in den großen Vorsätzen, sondern in den unscheinbaren Übergängen. Beim Warten an der Ampel. Beim Öffnen einer Tür. Beim ersten Schluck Kaffee.
Diese Momente lassen sich nutzen als Ankerpunkte. Immer wenn ein solcher Moment auftaucht, kann man sich kurz fragen:
Wo ist meine Aufmerksamkeit gerade?
Nicht, um etwas zu korrigieren. Sondern um es zu bemerken.
Mit der Zeit entsteht daraus keine perfekte Achtsamkeit, sondern etwas Realistischeres: eine gewisse Vertrautheit mit dem eigenen Erleben.
Bewusstheit im Alltag erweitern – Übungen & Impulse "Das strahlende Selbst, Atman, der sich dem Denken entzieht, leuchtet im Größten, leuchtet im Kleinsten, leuchtet im Fernsten, leuchtet im Nahesten, leuchtet in der geheimen Kammer des Herzens." Mundaka-Upanishad III 1,7 Unser Sinnesalltag ist auf ein kleines Spektrum beschränkt: die "normal-großen" Dinge um uns herum. Diese Alltagserfahrung ist aber nicht die ganze Realität. Manche sagen, dass uns unser Alltagsbewusstsein in einem geistigen Käfig gefangen hält, da es so begrenzt ist. In diesem Artikel geht es darum, wie du deine Bewusstheit im Alltag erweitern kannst. Bewusstheit ist kein starres Konzept, sondern eine Fähigkeit: sie ist erfahrbar, körperlich, sozial und zeitlich geprägt und lässt sich durch konkrete Übungen und innere Haltung bewusst gestalten. Dieser Text verbindet klassische Yoga-Anregungen mit modernen Perspektiven. Hier weiterlesen: Bewusstheit im Alltag erweitern – Übungen & ImpulseBeitrag: Bewusstheit im Alltag erweitern – Übungen & Impulse
Bewusstheit im Alltag erweitern – praktische Übungen und Impulse


Apropos: Meditation!
Regelmäßige Meditationspraxis kann die Fähigkeit zur Achtsamkeit im Alltag fördern, insbesondere wenn die erlernten Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsfähigkeiten bewusst übertragen werden.
Leider stellt eine regelmäßige Meditationspraxis für viele Menschen eine hohe Hürde dar. Tipp: Statt sich immer mal wieder an einer längeren Meditationssitzung zu probieren, baue man lieber wenige Minuten der Meditation in sein tägliches Leben ein. Täglich, wohlgemerkt.
- Siehe auch: Kapitel Meditation

Bewusst Atmen
Der Atem wird in vielen spirituellen Spielarten zur Ausbildung der Achtsamkeit genutzt. Du kannst über den Tag immer mal wieder ganz bewusst für einige Atemzüge beim Atem verweilen.
Mini-Übung für den Einstieg
Eine einfache Übung für zwischendurch
Setze dich für einen Moment aufrecht hin. Du musst nichts Besonderes tun. Richte deine Aufmerksamkeit auf den Atem – nicht, um ihn zu verändern, sondern um ihn zu bemerken.
Spüre, wie die Luft einströmt und wieder ausströmt. Vielleicht nur für drei Atemzüge.
Und dann passiert es fast sicher: Der Geist schweift ab. Gedanken tauchen auf. Pläne, Erinnerungen, Bewertungen.
In diesem Moment geschieht der eigentliche Kern der Übung: Du bemerkst das Abschweifen – und kehrst zurück.
Nicht streng, nicht genervt. Einfach zurück.
Mehr ist es nicht. Und genau darin liegt die Wirkung.
MP3 Meditation Atembeobachtung Länge der Übung: ca. 15 Minuten.Beitrag: MP3 Meditation Atembeobachtung
Gratis MP3-Meditationsanleitung "Atembeobachtung"

Einen Sinnes-Moment einlegen
Probiere die Sinnes-Minute: Stoppe mit der momentanen Tätigkeit und gehe alle Sinne durch: Was höre ich gerade? Was rieche ich? Wie fühlt sich mein Körper an? Spüre ich Wind? Welcher Geschmack ist in meinem Mund ...

Im Flow arbeiten
Der Flow-Zustand beschreibt eine tiefe Vertiefung in eine Tätigkeit mit hoher Konzentration und reduzierter Selbstwahrnehmung. Er weist Überschneidungen mit Achtsamkeit auf, ist jedoch nicht identisch, da Achtsamkeit zusätzlich eine bewusste Beobachtung des eigenen Erlebens umfasst.
Wer es schafft, im Zustand des Flows einer Arbeit oder einer tiefen Meditation nachzugehen, berichtet danach, dass es gewesen sei, als ob man nicht existiere. Der Schlüssel zum Erreichen des Flows liegt darin, so tätig zu sein, dass die Tätigkeit eine hohe (aber nicht zu hohe!) Herausforderung darstellt und gleichzeitig ein ordentliches Maß an Fertigkeit oder Geschicklichkeit erfordert.

Erläuterung: Der obere orange Pfeil steht für Überforderung und Stress. Hier ist kein Glücksflow zu finden. Und im blauen Bereich der Unterforderung neigt unser Geist zum Umherschweifen, auch nicht gut, wenn man glücklich werden will. Im Zustand des Flows sind Anforderungsgrad und nötige Fähigkeiten so austariert, dass wir in der Tätigkeit "voll aufgehen".

Rückschau halten
Bewährt hat es sich, regelmäßig kurz Bilanz zu ziehen, wie sehr die vergangene Tätigkeit oder der vergangene Tag achtsam erfolgten. Auch dies kann mit einem Vorsatz, siehe Punkt 1, enden.
Das Niederschreiben unserer Erlebnisse, Gedanken und Gefühle hat mehrere erfreuliche und fördernde Wirkungen. Wir reflektieren das Geschehene, halten wertvolle Erkenntnisse fest und sind durch die Niederschrift zu Präzision und Klarheit angehalten. Im folgenden Artikel geben wir Tipps und Empfehlungen, wie man ein spirituelles Tagebuch führen kann. Inklusive Vorlage zum Gratis-Download.Beitrag: Spirituelles Tagebuch führen
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Mich selbst beobachten
Mache es dir zur Gewohnheit, das eigene Innenleben bewusst wahrzunehmen. Immer mal wieder, am Anfang nur kurz. Ein Timer, der jede Stunde einmal kurz anschlägt um an das Nach-Innen-Spüren zu erinnern, kann dabei hilfreich unterstützen.

Übe dich in Akzeptanz
Gedankenabschweifen kann verschiedene Ursachen haben, darunter automatische kognitive Prozesse, Zukunftsplanung oder emotionale Zustände wie Unzufriedenheit. Ein Grund für das Abschweifen vom gegenwärtigen Moment ist unsere Unzufriedenheit mit dem, was ist.
Wer es schafft, die Abneigungen in sich zu reduzieren, fühlt sich achtsam wohler.

Höre achtsam Musik
Die Lieblingsmusik löst gute Gefühle aus. Probiere, dabei nicht in Träumereien abzuschweifen, sondern bewusst jeden Ton mitzuhören.

Sei dir des Todes gewahr
Wer nie vergisst, dass die Zeit hier auf Erden endet, wird den Augenblick bewusster schätzen und wahrnehmen. Genauer gesagt: Die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit ist eine Praxis aus mehreren philosophischen und spirituellen Traditionen, die bei einigen Menschen zu einer stärkeren Wertschätzung des Augenblicks führen kann, jedoch individuell unterschiedlich wirkt.
Buddha hat seine Schüler ermahnt, sich jeden Moment des eigenen Todes bewusst zu sein ...
Typische Hindernisse von Achtsamkeit – und warum viele Menschen scheitern
Bevor konkrete Übungen helfen, lohnt sich ein Blick auf das, was Achtsamkeit erschwert. Denn viele Versuche scheitern nicht an mangelndem Willen, sondern an falschen Erwartungen.
- Ein häufiges Hindernis ist die Erwartung, dass sich schnell eine spürbare Ruhe einstellen müsse. Bleibt diese aus, entsteht Frustration. Achtsamkeit fühlt sich jedoch oft zunächst unruhig an, weil man erstmals bewusst wahrnimmt, wie unruhig der eigene Geist tatsächlich ist.
- Ein weiteres Hindernis ist Ungeduld. Der Geist folgt alten Gewohnheiten – und diese ändern sich langsam. Wer nach wenigen Tagen „Ergebnisse“ erwartet, übersieht, dass Achtsamkeit eher einem Muskeltraining gleicht als einer schnellen Einsicht.
- Nicht zuletzt spielt auch Selbstkritik eine Rolle. Viele Menschen bewerten sich dafür, dass sie abschweifen. Dabei gehört genau das zum Prozess:
Das Bemerken des Abschweifens ist bereits Achtsamkeit.
Kritische Perspektive: Achtsamkeit ist kein Allheilmittel
Bei aller berechtigten Begeisterung lohnt sich ein nüchterner Blick: Achtsamkeit ist kein Allheilmittel. Sie ersetzt weder Therapie noch löst sie automatisch strukturelle Probleme im Leben.
Wer dauerhaft überlastet ist, wird durch Achtsamkeit nicht plötzlich entlastet. Wer in konflikthaften Beziehungen lebt, wird diese nicht allein durch innere Beobachtung klären.
Achtsamkeit kann jedoch etwas anderes leisten: Sie schafft einen kleinen Abstand zwischen Reiz und Reaktion. Und genau in diesem Abstand entsteht die Möglichkeit, anders zu handeln.
Nicht immer. Aber öfter.
Warum Achtsamkeit gerade im Zeitalter von KI an Bedeutung gewinnt
In einer Welt, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und künstliche Intelligenz Antworten in Sekunden liefert, verschiebt sich eine Grenze: Wissen wird zunehmend ausgelagert – Erfahrung nicht.
Achtsamkeit gehört zu den Bereichen, die sich nicht automatisieren lassen. Kein System kann für einen Menschen wahrnehmen, wie sich ein Moment anfühlt. Kein Algorithmus kann die eigene Aufmerksamkeit ersetzen.
Gerade deshalb gewinnt Achtsamkeit an Bedeutung. Nicht als Gegenpol zur Technik, sondern als Ergänzung. Während Maschinen immer besser darin werden, Inhalte zu erzeugen, bleibt dem Menschen die Fähigkeit, Erleben bewusst zu erfahren.
Vielleicht liegt genau darin ihre eigentliche Relevanz: Nicht im Mehr an Information "raufschaffen", sondern im bewussteren Umgang mit dem, was ohnehin da ist.
Videos mit Anregungen, achtsam zu werden
Glücksformel?
Die Sendung "Sternstunden der Philosophie" geht im Interview mit Jon Kabat-Zinn der Frage nach, inwiefern Achtsamkeit die neue Glücksformel ist.
Länge: 1 Stunde
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Britta Hölzel
Dr. Britta Hölzel plaudert bei Frank Elstner darüber, wie Achtsamkeit unser Gehirn verändert und gibt eigene Antworten zur Frage: Wie werde ich achtsam?
Länge: 15 Minuten
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Achtsamkeits-Hörbuch
Ein komplettes Achtsamkeits-Hörbuch nach Buddha-Art:
Achtsamkeit und Akzeptanz
Dieses 8-Minuten-Video geht auf die Wichtigkeit von Akzeptanz für die Achtsamkeit ein:
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Fazit
Wer achtsamer leben will, der fasse zunächst einmal den festen Vorsatz dazu. Dann gestalte man sein Leben im Rahmen der eigenen Möglichkeiten so, dass Gesundheit und Stressfreiheit immer mehr Raum gewinnen. Darauf aufbauend baue man die eine oder andere der obigen Achtsamkeitsanregungen darin ein. So geht man Schritt für Schritt dem großen Ziel der beständigen Achtsamkeit entgegen.

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