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meditation sehnsucht 564

Mit Yoga zum Glück oder Weniger ist mehr

"Das Leben kann kein anderes Ziel haben als das Glück, Freude. Nur dieses Ziel - Freude - ist des Lebens völlig würdig. Verzicht, das Kreuz, Hingabe des Lebens, alles für die Freude."

Leo Tolstoi, Tagebücher (1892)

Die alten Schriften im Yoga sagen unisono, dass tief im Inneren des Menschen das wahre Glück (dauerhaft!) zu finden ist. Ja, die alten Yogaschriften beteuern sogar, die ursprüngliche Natur des Menschen sei glücklich. Zudem führt langfristig alles Karma – ob angenehm oder unangenehm – zum höchsten Glück.

Doch was kann ich vorher tun, um mittels Yoga (und anderer Dinge) mein Glück zu finden?

 
 

Inhalt

  1. Yoga und Glück in alten Schriften
  2. "Weltliches" Glück
  3. Wissenschaft vom Glück
  4. Die Biologie des Glücks
  5. Die 12 Wege zum Glück nach Sonja Lyubomirsky
  6. Der Sinn und das Glück
  7. Zwischenfazit: Vorteil Yoga
  8. Glück im Buddhismus8
  9. Der Glücks-Weg des Yoga
  10. Fazit

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Yoga und Glück in alten Schriften

Zunächst eine kleine Auswahl zu "Yoga und Glück" in alten Schriften.

Bhagavadgîtâ (um 300 v. Chr.)

(5.2) Entsagung und der Yoga der Handlung führen beide zur höchsten Glückseligkeit, aber von beiden ist der Yoga der Handlung dem Verzicht auf das Handeln überlegen.

weiter in 5.24:

Der, welcher kein Glück, keine Freude, kein Licht findet außer im Innern, der mit Brahman identifizierte Yogin erreicht das Nirvana, das Brahman ist.

Im Mahâbhârata (12.187.51, ab 400 v. Chr.) wird einen Knoten (granthi) im Herzen erwähnt, dessen Auflösung Glück bringen soll.

Yogasutra (ca. 400 n. Chr.)

Yoga Sutra I-12: Die bewusste Kontrolle der Bewegungen im Geist wird durch Übung und Verhaftungslosigkeit erlangt

Ein Kommentar dazu lautet: "Das Vergnügen, das von der Liebe in dieser Welt kommt, und die große Freude, die es im göttlichen Reich gibt, sind nicht wert der sechzehnte Teil des Glücks [das kommt von] der Zerstörung des Verlangens kommt."

Ishvara Gita (7.-10. Jhd.)

Nicht-Sein-Yoga und das Große Yoga. Der Herr (Gott) sagte:

11.7 Und das, indem man das Selbst als immer glückselig und rein wahrnimmt, ist Einssein mit mir, welches als das Große Yoga des höchsten Herren bezeichnet wird.

Yogabija (14. Jhd.) von Gorakhnath

87 Da ist kein Verdienst/Wert größer als Yoga, keine Freude, kein Glück größer als Yoga, und nichts feinsinniger als Yoga, denn da ist kein Pfad höher als Yoga.

Die Göttin fragte:

88 Herr, was ist Yoga genau? Wie wird es praktiziert? Was geschieht als Ergebnis von Yoga? Bitte gebe mir auf dies alles eine Antwort, oh Sankara.

Der Gott sagte:

89 Die Vereinigung von Apāna [von oben nach unten sich bewegender Hauch (Vayu) im Körper] und Prāṇa [umgekehrt fließende Lebensenergie], die Vereinigung der eigenen Rajas (eine der drei Gunas: Leidenschaft) und [der eigenen] Samen, die Vereinigung von Sonne und Mond, die Vereinigung der individuellen Seele und der höchsten Seele

90 und in derselben Weise die Vereinigung von allen Dualitäten, das wird Yoga genannt.

In Roots of Yoga heißt es: Die Yogabija beschreibt in ähnlicher Weise Laya Yoga als die Auflösung des Geistes, wodurch der Atem beständig wird und der höchste Zustand des Glücklichseins - charakterisiert als "Glückseligkeit im eigenen Selbst" (svatmananda) - erhalten wird.

Hatha Yoga Pradipika (15. Jhd.)

Vers 4-2: Nun werde ich hier die beste Methode zum Erlangen von Samadhi erklären.

Swatmarama (Autor der Pradipika) verspricht:

4-2: Dadurch erlangt man Wohlbefinden, überwindet den Tod und empfängt göttliche Wonne.

Alternativübersetzung: Nun werde ich den höchsten Prozess von Samadhi erklären, welcher den Tod besiegt, ein Mittel zum Erreichen von Glück ist und der beste Verursacher von der Wonne von Brahman ist.

In anderen Worten: Swatmarama verspricht hier: Du kannst (dauerhaft) glücklich werden. Ja noch mehr: Göttlicher Wonne teilhaftig werden. Hier auf Erden, jetzt.

Weiter unten in der Pradipika heißt es:

Zu Nishpatti – Vollendung im Raja Yoga

  • 4-76: Nun folgt der Zustand des Nishpatti. Wenn der Knoten des Rudras (im Ajna-/Stirn-Chakra) durchstoßen wurde und der Lebenshauch zum Sitz Shivas gelangt ist, ertönt der Klang einer Flöte ...
  • 4-77: Dann ist der Geist eins geworden. Das nennt man Raja Yoga. Der Yogi wird wie Ishvara (Gott) Schöpfer und Auflöser.
  • 4-78: Dann mag Erlösung gegeben sein oder auch nicht, aber in diesem Zustand völliger Versunkenheit ist ungebrochene Glückseligkeit.

Gheranda Samhita (18. Jhd.)

5-57 Durch die Atemkontrolle erhält der Yogi die Fähigkeit, sich im Äther zu bewegen; durch Atemkontrolle werden Krankheiten zerstört; durch Atemkontrolle wird die Göttin (śakti) geweckt; Durch die Atemkontrolle gelangt der Geist in den supramentalen Zustand. Glückseligkeit entsteht im Verstand und der Praktiker der Atemkontrolle wird glücklich.

Es werden in den (Hatha-)Yoga-Schriften mehrere Stellungen explizit "glücksverheißend" genannt. Dazu gehören Bhadrasana und Svastikasana (beides Sitzhaltungen).

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Menschen suchen auf vielen Pfaden nach dem Glück

 

"Weltliches" Glück

Beginnen wir unsere Suche nach dem Glück im profanen Leben. Alle Ereignisse der Geschichte können als ein Streben nach Glück gedeutet werden. Jene trachten mit aller Kraft nach einem gutbezahlten Job, diese jagen Tag für Tag nach einem High bei exzessivem Sport. Damals suchten die Nationen das Glück in der Eroberung fremder Länder, heute im Wachstum des Bruttosozialproduktes. Wir könnten viele weitere Glückdefinitionen finden.

Und dann gabs und gibt's da noch die Yogis. Die suchen das Glück – wie eingangs dargelegt – im Inneren. Wir konkretisieren das gleich. Doch schauen wir vorher noch, was denn die aktuelle Forschung zum Thema Glück (im amerikanischen Happiness) zu sagen hat.

 

 
 

kinder geben wald blauGute soziale Beziehungen gelten als profunde Glücksgaranten

 

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Wissenschaft vom Glück

Von einer gewissen Warte aus betrachtet kann man zusammenfassen, dass die Wissenschaft vom Glück (Happiness-Forschung) dieses für relativ hält. Einkommenswachstum bewirkt nur bis zu einer – kulturabhängigen – Grenze ein signifikantes Glückswachstum, hat man erst einmal ein gutes Auskommen, bringt selbst eine Gehaltverdopplung gefühlt kaum einen Glückszuwachs.

Man hat ebenso festgestellt, dass sogar chronische Krankheit und Behinderung unser Glücksempfinden nicht lange nennenswert beeinträchtigen, wenn diese nicht mit ständigen Schmerzen oder anhaltenden sozialen Problemen einhergehen. Wir gewöhnen uns stattdessen einfach an ein Problem und kehren zu unserem vorherigen Glücksniveau zurück. 

Genauso verhält es sich mit dem sprunghaft angestiegenen Glücksniveau nach einem Lottogewinn, der nach einem Jahr wieder auf das ursprüngliche Niveau abgesunken ist. Nur umgekehrt.

 

alte menschen krumm 4r 564An die Gebrechen des Alters können wir uns gewöhnen. Glückshemmend wäre nur, wenn alle um uns herum deutlich gesünder sind.

 

Der Vergleich

Zudem hängt unser Glücksniveau stark von unseren Erwartungen ab: Wenn wir uns immer eine Villa mit Meerblick erhoffen, werden wir von einer Doppelhaushälfte kein Glücksgefühl erwarten dürfen. Wenn wir vorher aber schon mit dem Leben in einer kleinen Mietwohnung zufrieden waren, wird so ein Doppelhaus als echter Luxus erscheinen – und uns entsprechend glücklich machen. Für eine gewisse Zeit.

Ähnliche Probleme haben Jugendliche im Zeitalter von Youtube und Co. Vor einigen hundert Jahren hatten diese als Peergroup – als persönlichen Vergleichsmaßstab – nur die Menschen in ihrem Dorf. Unter denen ragten sie mit ihrer jugendlichen Frische hervor wie ein Kopfstand unter lauter Shavasanas. Heutzutage aber sind die sportgestählten, reichen und schlanken Helden dieser Welt das Maß der Dinge. Vorhandene Schwächen werden bei deren Auftritten natürlich wegretuschiert oder bleiben den Kameras verborgen. Wer kann gegen solche Vergleiche bestehen?

 

vater sohn schienen sonne jg 564Familie - für viele ein wichtiger Glücksbaustein

 

Familie und Freunde

Einen ganz entscheidenden Faktor für unser subjektives Wohlbefinden sehen Glücksforscher in stabilen (und positiven) Familien- und Sozialstrukturen. In einem Satz: Wer sich in einer Gemeinschaft geborgen fühlt, ist glücklich.

 

frosch grinsen gruen krone w 564Sind Tiere glücklich?

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Die Biologie des Glücks

Serotonin, Dopamin und Oxytocin heißen die drei Hormone, mit denen Biologen unser Glücksniveau messen. Was wirst du tun, wenn es irgendwann eine Pille geben wird, die nebenwirkungsfrei alle drei Hormone auf ein hohes Niveau anheben kann?

Leider, leider (oder für andere: glücklicherweise) scheint unser allgemeines Glücksniveau zum großen Teil angeboren.

Unsere Gefühlswelt ist darauf ausgelegt, immer wieder nivelliert zu werden. Keine Ekstase soll ewig anhalten (dann würden wir vielleicht verhungern), niemand soll ewig traurig bleiben, wenn ihm ein schlimmes Ereignis widerfahren ist.

Unsere Gefühlswelt pendelt sich nach solchen Ausschlägen immer wieder in Richtung Normalniveaus ein. Dieses soll – so sagen Biologen – weitgehend determiniert sein. Wenn du also auf der Gefühlsskala eine 5 (von 10 möglichen Punkten für höchstes Glück) bist, wirst du immer mal wieder in 7 leben können, Insbesondere dann, siehe oben, wenn du in einem glücklichen sozialen Umfeld lebst.

Aber es gibt halt auch Menschen mit Glücks-Normalniveau 8, die an schlechten Tagen gerade mal auf eine 6 kommen.

Die spannende Frag lautet: Wenn ich genetisch eine 7 mit Schwankung 5 bis 9 bin, wie stabilisiere ich mich eher bei 8 bis 9 als bei 5-6? Schauen wir auf die Thesen einer modernen Happiness-Forscherin:

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 freude frau sonne 564Sonja Lyubomirsky: Das eigene Glück lässt sich fördern

 

Die 12 Wege zum Glück nach Sonja Lyubomirsky

Sonja Lyubomirsky schreibt in ihrem Buch "Glücklich sein: Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben" von Glücksforschungen an Zwillingen. Diese haben ergeben, dass 50 Prozent eines menschlichen "Glücklichkeits-Levels" genetisch bestimmt sind, 10 Prozent von den Lebensumständen abhängen und die restlichen 40 Prozent der gefühlten Lebenszufriedenheit in der Hand eines jeden Menschen selbst liegen.

Lyubomirsky nennt 12 Punkte, mit den wir unsere optimales Glückslevel ausschöpfen:

  1. Entwickle Dankbarkeit
  2. Kultiviere eine optimistische Lebenshaltung
  3. Vermeide negative Gedanken wie Grübeleien und soziale Vergleiche
  4. Sei freundlich und hilfsbereit
  5. Pflege gute Beziehungen
  6. Finde Flow-Aktivitäten, bei denen du ganz bei der Sache bist
  7. Finde deine Lebensziele und verpflichte dich ihnen
  8. Genieße die glücklichen Momente des Lebens, rufe sie immer wieder ins Gedächtnis
  9. Entwickle Strategien, schwere Zeiten zu meistern
  10. Lerne vergeben
  11. Praktiziere Religion und/oder Spiritualität
  12. Trage Sorge für deinen Körper

 

yoga strand frau sonne am 564Yoga-Glück hat wenig mit perfekten Asana-Ausführungen zu tun

 

Glücksfalle Streben nach Reichtum

Viele Menschen nutzen (vergeuden?) einen Großteil ihrer Zeit damit, nach Ruhm und Geld zu streben. Am Ziel angekommen, verpufft die Wirkung der vermeintlichen Glücksverheißer allzu schnell und wir sacken wieder auf unser normales Niveau ab. Gibt es erfolgversprechendere Glückswege?

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Der Sinn und das Glück

"Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie."

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Das Leben junger Eltern besteht zum nicht geringen Teil aus Zeiten der Sorge, des Lärmes, der Arbeit, des mangelnden Schlafes, fehlender Rückzugsmöglichkeiten und des Zeitmangels. Dennoch betrachten viele Eltern die Kleinen als das Glück ihres Lebens. Ein Widerspruch?

Es scheint so, als ob ein hartes Leben, das als sinnvoll erlebt wird, deutlich erfüllender ist als eines voller angenehmer Momente, das wir dafür als sinnlos ansehen. (Mache dir das bewusst, wenn du das Nächste mal überlegst, ob du lieber eine Yoga-Runde übst oder eher eine Serie schauen solltest)

Selten bis nie ist dies übrigens ein "objektiver" Sinn. Sinnhaftigkeit wird bei den meisten Menschen von ihrem Glauben und(oder der momentanen Kultur bestimmt. Siehe: Wie gebe ich meinem Leben einen Sinn?

 

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Herz-Meditationen wollen die innere Freude fördern

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Zwischenfazit: Vorteil Yoga

Wenn wir die bisherigen Glücks-Fakten mit dem Weg des Yoga abgleichen, kommen wir auf zahlreiche Yoga-Glückspunkte:

  • Eine fordernde Praxis, die als sinnvoll angesehen wird.
  • Die Lehre des Yogas enthält die Unsterblichkeit der Seele und mit der Karmalehre eine inhärente Sinnhaftigkeit aller Ereignisse. Zudem verspricht die Yoga-Philosophie uns eine hohe Selbstwirksamkeit – ebenfalls ein wichtiger Punkt für Zufriedenheit.
  • Viel Energie (Prana) durch Asana und Pranayama, was sicherlich das eigene Glückslevel anhebt.
  • Eventuell: Eine spirituelle Gemeinschaft, mit der wir gemeinsam üben und in der wir uns geborgen fühlen.

Doch die Yogalehre zielt eigentlich nicht auf derartige Glückspunkte ab. Zudem sind alle obigen Elemente noch nicht das "Ananda", was ein Yogi im Samadhi erleben soll.

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Glück im Buddhismus

Die buddhistischen Lehren zielen stark auf das Anheben des Glücksniveaus eines Menschen ab. Hier finden wir ein ganz anderes – eher in die Richtung der Yoga-Philosophie gehendes – Glücksverständnis.

Glück, so die Lehre Buddhas, hängt nicht von subjektiven Empfindungen, Hormonen oder sinntragenden Tätigkeiten ab. Das Gegenteil ist der Fall: Wahres Glück kann in uns wachsen, wenn wir dem Glück nicht länger in Form von Illusionen und Anhaftungen hinterherlaufen. Unglück entsteht gerade dadurch, dass wir an glücklichen Empfindungen festhalten wollen und darunter leiden, wenn das Leben doch wieder anders verläuft.

Wer die Jagd nach den "angenehmen Schwingungen" aufgibt, dessen Geist kommt in den Frieden und hier findet sich Ruhe, Klarheit und Zufriedenheit. Wer einmal diesen Zustand erlangt hat, soll sich nicht mehr nach den normalen kulturellen Glücksbausteinen sehnen.

Es geht dem Buddhismus also gerade nicht darum, möglichst enthusiastische Emotionen im Inneren zu erzeugen – natürlich auch nicht deren negative. Wir sollen stattdessen unabhängig werden von diesen "geistigen Drogen", um zu dem wahren Glück zu finden, welches auf der Beherrschung des Geistes beruht.

... und Altruismus

Zum Glücklichwerden gehört in der Lehre des Buddhismus noch ein weiterer Punkt unabdingbar dazu: Die Entwicklung von Mitgefühl und Altruismus. Die erste Empfehlung von Matthieu Ricard im folgenden Video auf die Frage, was ich an erster Stelle für mein Glück tun kann: Mache andere Menschen glücklich, dann wirst auch du glücklich. Ebenso gilt: Vermeide alles, was andere unglücklich macht. Übrigens auch Tiere ...

Siehe Video Minute 54 bis 57.30:

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Der Glücks-Weg des Yoga

... ist dem des Buddhismus nahe verwandt, die Unterschiede liegen meines Erachtens nach nur in Nuancen. Zwar wird durchaus bedeutungsschwer um die Existenz eines unsterblichen Selbstes gestritten, aber das ist für das Thema Glück kaum von Belang. Beide Philosophien sehen ganz ähnliche (innere) Hindernisse, die dem Menschen das wahre Glück versperren. Beide bieten vergleichbare Glücksempfehlungen:

Sutra I-2 sieht das Ziel des Yoga-Weges in der Ruhe des Geistes:

Yoga Sutra I-2: Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist

 

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Sutra I-12 konkretisiert, dass diese nur durch Üben und Loslassen möglich ist:

Yoga Sutra I-12: Die bewusste Kontrolle der Bewegungen im Geist wird durch Übung und Verhaftungslosigkeit erlangt

 

Diese zwei Sutras umfassen den gesamten buddhistischen Glücksweg – annähernd. Denn Buddha lehrte neben dem Weg der Verhaftungslosigkeit auch die Entwicklung von Mitgefühl. Auch im Yoga finden wir diese Aufforderung in Form der Yama und Niyamas. Nicht ganz so dezidiert, aber doch als klare Empfehlung. Siehe zum Beispiel Sutra I-33:

Yoga Sutra I-33: Der Geist wird geklärt durch Kultivierung von Freundlichkeit, Empathie, Zufriedenheit sowie Gleichgültigkeit gegenüber Freude, Leid, Erfolg und Misserfolg

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 Fazit

Die Glückslehre des ursprünglichen Yoga steht – ähnlich dem Buddhismus – in weiten Teilen dem normalen Glücksstreben unserer heutigen Kultur (höher, schöner, weiter) diametral entgegen. Viele moderne Yogastile mit ihrer Betonung des Körperlichen sind ebenfalls weit entfernt vom "Loslassen" als Glücks- und Erlösungsempfehlung der alten Yogaschriften.

Der Yoga-Glücks-Pfad verlangt (so der Tenor der meistenen Schriften) ein völlig anderes Leben als es gewöhnlich gelebt wird,:den Wünschen entsagend, psychisch und physisch "rein" lebend, kontinuierlich in Richtung Samadhi übend. Nur wenige sind bereit, die notwendigen Schritte in all ihrer Konsequenz tatsächlich zu gehen. Aber es reicht ja erst einmal aus, den Yoga-Glücks-Kurs in Teilbereichen meines Lebens einzuschlagen ...

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