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der klare SeeDiese Inspiration zu den Grundlagen des Yoga stammt von lecturio.

Yoga ist eine jahrtausendalte, philosophische Lehre zur Beherrschung von Körper und Geist. Die Lehre basiert auf der Vorstellung von Geisteszuständen, in denen der einzelne Mensch mehr oder weniger fähig ist, im Einklang mit sich selbst zu sein. Meditatives Yoga ist das bewusste Praktizieren oder Üben, den idealen Ruhezustand innerer Weisheit zu erlangen.

Während Europa im Mittelalter durch die christliche Lehre geprägt wurde und die geistige Elite im Mönchtum und Klöstern aufging, kam es im Orient nicht zu einer Institutionalisierung, sondern eher zu einer Bewegung unter den Völkern, in der die Menschen einer Frage nachgingen: Wer bin ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Wie ich kann den Sinn meines Lebens entdecken? 

Kopf im Dunkeln

 
 

Yoga ist eine jahrtausendalte, philosophische Lehre zur Beherrschung von Körper und Geist.  Nach der Lehre des Gelehrten Patanjali, dem Verfasser des Yogasutras, dessen Schriften sich im Orient verbreiteten, entstand eine Vorstellung über den menschlichen Geist. Demnach ist dem Menschen in verschiedenen Geisteszuständen eine unterschiedlich tiefe, innere Einsicht möglich. Vergleichbar mit einem See, auf dessen Grund der Schatz des Glücks und Sinns zu finden ist, kann das Wasser klar, trüb oder verdreckt sein. Wellen, die durch äußere Ereignisse erzeugt werden, beunruhigen den Geist und verändern die Wahrnehmung. Yoga ist aber die praktische Lehre des Zur-Ruhe-kommen des Geistes. Um in der Bildsprache zu bleiben: es bedarf langjähriger Übung, um das Wasser ruhig zu halten, um klar und tief auf den Grund des Sees zu schauen. Nur in diesem Geisteszustand kann der Mensch den Sinn des Lebens erkennen. 

Fünf Zustände des menschlichen Geistes

Ist das Wasser verschmutzt, ist der Blick auf den Grund unmöglich. In diesem Geisteszustand kann der Mensch nicht seiner selbst sein. Er ist womöglich verzweifelt, verirrt, krank oder sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. In diesem Zustand droht der Mensch den Bezug zur Realität zu verlieren und beginnt sich seine eigene Welt von der Welt zu machen. Dieser Zustand wird in der Lehre als Mudha bezeichnet.

Kerze in Hand

Häufiger in der Alltagswelt anzutreffen ist aber der Zustand der Zerstreutheit. Der Geist ist nicht der Konzentration fähig. Ständig abgelenkt von neuen Nachrichten und Ereignissen, von Werbung, Telefonaten und Aufgaben, kommt der Geist nicht zur Ruhe. Der Wunsch nach einer Pause, Urlaub oder einfach mal Abschalten ist typisch. Mir kommt es vor als ist das Gerede vom Yoga als Ausgleich zum Job nicht auch schon ein Eingeständnis der Zerstreutheit im Sinne eines permanenten Zustands unserer Gesellschaft. Dieser Geisteszustand wird in der Lehre als Kshipta bezeichnet.

Vikshipta ist, wie das Präfix „vi“ erahnen lässt, der einzige Ausweg auf dem Zustand der Zerstreutheit. Konzentration ermöglicht erstmals Realität wahrzunehmen und damit verbunden Information bewusst zu verarbeiten. Dieser Geisteszustand kann auch als ein Zustand gesehen werden, in dem wir arbeiten, weil wir uns auf eine Sache konzentrieren. Aber es strengt an, kostet Kraft und ermüdet Körper und Geist. Im Yoga wird versucht über Konzentration den Geist zu trainieren, um einen höheren Geisteszustand zu erreichen, in dem das Wasser des Sees klarer und ruhiger wird und sich ein Glücksgefühl einstellen kann.

So befindet sich die Lehre vom Yoga hier an einer Kreuzung. Ein Weg führt über die Meditation zur Erleuchtung, der andere Weg der Konzentration geht über den Körper. Beide Wege aber vereint der Geisteszustand des Vikshipta: kraft Konzentration Körper und Geist zu beherrschen. Yoga basiert auf diesem Konzept der Geisteszustände und ist Üben von Konzentration in losgelösten bzw. entspannenden Haltungen. Yoga kann jederzeit und überall praktiziert werden. Die Yogalehrerin Tina Sunita Huber zeigt auf Lecturio anhand verschiedener Übungen, wie man seinen Geisteszustand bewusst beeinflussen kann. Die Übungen finden sich in mehreren Kursen zu Rückenyoga, Meditation, Alltags- und Regenerationsyoga.

In vollkommener Konzentration ist das, was wir tun, nicht anstrengend, sondern geschieht einfach. Es tut gut und der Mensch folgt seinen Gedanken, die klar und einfach sind. Arbeiten, Lesen, Schreiben, Rechnen, Philosophieren und Laufen – jede Tätigkeit und jedes Wort geschieht in einem Fluss. Wer das Buch Siddharta von Hermann Hesse kennt, wird sich vielleicht an die Stelle des Fährmanns erinnern, von welchem Siddharta lernte den Fluss zu hören. Dieser Zustand wird in der Lehre als Ekagrata bezeichnet.

Im Zustand der Erleuchtung und inneren Erkenntnis ist das Wasser klar und still. Es gibt keine Gedanken mehr, die den Geist ablenken könnten. Losgelöst von allen Alltagsproblemen gibt es keinen Schmerz und keine Zweifel. Der Geist ist in völliger Konzentration. Das, was man tut, steht im völligen Einklang mit sich selbst. Dieser erleuchtete Zustand wird in der Lehre als Nirdohah bezeichnet.

 
 

 

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